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Ausländeranteil auf den Kanaren steigt auf fast 25 Prozent

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Ausländeranteil auf den Kanarischen Inseln steigt auf fast 25 Prozent: Zuwanderung treibt Bevölkerungswachstum

Die Kanarischen Inseln verzeichnen ein verlangsamtes, aber stetiges Bevölkerungswachstum. Aktuelle Daten des Spanischen Statistikinstituts (INE) belegen, dass der Zuwachs auf dem Archipel im ersten Halbjahr 2026 ausschließlich auf die Zuwanderung aus dem Ausland zurückzuführen ist. Die Zahl der in Spanien geborenen Einwohner nimmt hingegen weiter ab. Mittlerweile besitzt nahezu ein Viertel der Inselbevölkerung eine ausländische Herkunft.

Ausländeranteil auf den Kanarischen Inseln klettert auf 24,3 Prozent

Nach den am Donnerstag vom Nationalen Statistikinstitut (INE) veröffentlichten Zahlen der Kontinuierlichen Bevölkerungsstatistik (Estadística Continua de Población) lebten zum 1. Juli 2026 insgesamt 2.277.705 Menschen auf den Kanarischen Inseln. Die Geschlechterverteilung liegt bei 1.154.418 Frauen und 1.123.287 Männern. Im ersten Halbjahr 2026 wuchs die Gesamteinwohnerzahl der Inseln um netto 1.460 Personen.

Ein detaillierter Blick auf die Demografie verdeutlicht die große Bedeutung der internationalen Migration für die Region: Der Ausländeranteil – gemessen an der im Ausland geborenen Bevölkerung – liegt auf den Kanarischen Inseln mittlerweile bei 24,3 Prozent. Das entspricht 553.265 Einwohnern. Im Gegenzug stammen 75,7 Prozent der Wohnbevölkerung (1.724.440 Personen) aus Spanien.

Damit hat der Anteil im Ausland geborener Menschen im Jahresvergleich erneut zugenommen. Im Juli 2025 lag die Quote bei 23,7 Prozent der Gesamtbevölkerung, was einem Anstieg um 0,5 Prozentpunkte entspricht. Binnen zwölf Monaten (Juli 2025 bis Juli 2026) erhöhte sich die Zahl der im Ausland geborenen Residenten auf den Inseln um 2,6 Prozent bzw. um 14.158 Personen.

Bevölkerungswachstum wird ausschließlich durch Ausländer getragen

Die Bevölkerungsentwicklung auf dem Archipel folgt einem klaren Trend: Das Gesamtwachstum beruht ausnahmslos auf dem Zuzug von Personen, die nicht in Spanien geboren wurden. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 wuchs diese Gruppe auf den Kanaren um netto 4.717 Personen.

Demgegenüber steht ein Rückgang der einheimischen Bevölkerung. Die Zahl der auf den Inseln lebenden Menschen, die in Spanien geboren wurden, verringerte sich im ersten Halbjahr 2026 um 3.257 Personen. Im Zwölfmonatsvergleich (Juli 2025 bis Juli 2026) sank die Zahl der in Spanien geborenen Einwohner von 1.726.393 auf 1.724.440 Personen – ein Minus von 0,11 Prozent.

Ohne die internationale Zuwanderung würde die Einwohnerzahl der Kanarischen Inseln somit schrumpfen.

Spanienweiter Vergleich: Kanaren bei Ausländeranteil in der Spitzengruppe

Mit einem Anteil von 24,3 Prozent an im Ausland geborenen Residenten nähert sich der kanarische Archipel der Marke von einem Viertel der Bevölkerung an. Im spanienweiten Vergleich gehören die Kanaren damit zu den autonomen Gemeinschaften mit der höchsten ausländischen Bevölkerungsdichte.

Höhere Quoten verzeichnen laut INE derzeit nur drei spanische Regionen:

  • Balearen: 29,7 Prozent
  • Katalonien: 26,5 Prozent
  • Region Valencia: 26,1 Prozent

Direkt hinter den Kanarischen Inseln folgen weitere Regionen, in denen mehr als ein Fünftel der Bevölkerung im Ausland geboren wurde: Murcia (21,7 %), Navarra (21,1 %), Aragonien (20,6 %) und La Rioja (20,2 %).

Beim relativen Wachstum der ausländischen Bevölkerung liegt der Archipel mit einem Plus von 2,6 Prozent im Jahresvergleich jedoch im hinteren Feld der spanischen Regionen. Deutlich stärkere Dynamiken verzeichneten Asturien (+11,4 %), Kastilien und León (+9,8 %), Extremadura (+9,5 %), Kastilien-La Mancha (+8,9 %), Galicien (+8,2 %) und Kantabrien (+7,6 %).

Deutliche Verlangsamung des Gesamtwachstums auf den Kanaren

Das allgemeine Bevölkerungswachstum auf den Inseln hat sich im ersten Halbjahr 2026 spürbar verlangsamt und lag bei lediglich 0,06 Prozent. Im zweiten Quartal 2026 betrug das Plus sogar nur 0,03 Prozent – der niedrigste Wert aller spanischen Regionen, identisch mit dem ersten Quartal.

Im gesamten Zeitraum von Juli 2025 bis Juli 2026 wuchs die kanarische Bevölkerung um 0,53 Prozent (+12.205 Personen). Zum Vergleich: Der durchschnittliche Bevölkerungszuwachs in ganz Spanien lag allein im zweiten Quartal 2026 bei 0,21 Prozent. Spitzenreiter beim Quartalswachstum waren Valencia (+0,43 %), die Balearen (+0,36 %) und Asturien (+0,29 %).

Hintergrund: Herkunftsländer und Verteilung auf den Inseln

Ergänzende Daten des Kanarischen Statistikinstituts (ISTAC) und der Nachrichtenagentur EFE liefern weitere Einblicke in die Zusammensetzung der ausländischen Residenten auf den Inseln:

Die größten Herkunftsländer der ausländischen Einwohner

Die ausländische Bevölkerung auf den Kanaren verteilt sich auf verschiedene Herkunftsregionen, wobei Europa und Lateinamerika dominieren:

  • Italien: Italienische Staatsbürger bilden mit über 55.000 gemeldeten Residenten die größte ausländische Nationalitätsgruppe auf dem Archipel.
  • Kolumbien und Venezuela: Zuwanderer aus Südamerika verzeichnen derzeit die stärksten Zuwachsraten. Kolumbianer stellen mittlerweile die zweitgrößte ausländische Gemeinschaft dar.
  • Deutschland und Vereinigtes Königreich: Während die Zahl der deutschen Residenten stabil bleibt, verzeichnen britische Staatsbürger seit einigen Jahren einen leichten Rückgang.
  • Marokko: Stellt das Hauptherkunftsland für Zuwanderer aus dem afrikanischen Kontinent dar.

Große Unterschiede zwischen den einzelnen Inseln und Gemeinden

Der Ausländeranteil unterscheidet sich innerhalb des Archipels stark nach Regionen:

  • Fuerteventura und Lanzarote: Weisen prozentual gemessen an ihrer Gesamteinwohnerzahl die höchsten Ausländerquoten auf (auf Fuerteventura liegt der Anteil der im Ausland Geborenen über 35 Prozent).
  • Teneriffa und Gran Canaria: Beherbergen in absoluten Zahlen die meisten ausländischen Residenten. Auf Teneriffa liegt der Anteil bei über 25 Prozent, auf Gran Canaria bei rund 16 Prozent.
  • Kommunale Spitzenwerte: In stark touristisch geprägten Süd-Gemeinden wie Adeje und Arona (Teneriffa) oder La Oliva (Fuerteventura) liegt der Anteil der ausländischen Bevölkerung bei über 50 Prozent.

Gesamtlage in Spanien: Bevölkerung nähert sich der 50-Millionen-Marke

Die Dynamik auf den Kanaren entspricht dem bundesweiten Trend in Spanien. Zum 1. Juli 2026 erreichte die Gesamtbevölkerung Spaniens mit 49.801.559 Einwohnern einen neuen Höchststand (+104.178 Personen im zweiten Quartal 2026).

Spanienweit gilt ebenfalls: Das Bevölkerungswachstum beruht vollständig auf ausländischer Zuwanderung. Die Zahl der im Ausland geborenen Menschen in Spanien beläuft sich auf 10.291.807 Personen. Diese Zahl übersteigt die Zahl der ausländischen Staatsangehörigen (7.437.543 Personen), da viele Zuwanderer im Laufe der Jahre die spanische Staatsbürgerschaft erworben haben.

Die wichtigsten Herkunftsländer von Neueinwanderern nach Spanien im zweiten Quartal 2026 waren Kolumbien (34.000 Ankünfte), Venezuela (23.300) und Marokko (21.100).

Quellenhinweis

Die primären statistischen Daten stammen aus der Continuous Population Statistics (Estadística Continua de Población) des spanischen Nationalen Statistikinstituts (INE) mit Stand vom 1. Juli 2026. Ergänzende Strukturdaten zu Herkunftsländern und Inselverteilung basieren auf Erhebungen des Kanarischen Statistikinstituts (ISTAC) sowie Berichten der Nachrichtenagentur EFE.

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