Kanaren – Die Regierung der Kanarischen Inseln hat über die Generaldirektion für Katastrophenschutz die Warnung vor Waldbrandgefahr auf Gran Canaria, Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro herausgegeben. Die neue Warnstufe gilt ab dem 30. Juli 2026 um 11 Uhr!
Diese Entscheidung wurde unter Berücksichtigung der Informationen der staatlichen Wetterbehörde und anderer verfügbarer Quellen sowie in Anwendung des Sonderplans für Katastrophenschutz und Notfallmaßnahmen bei Waldbränden der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln (INFOCA) getroffen.
Geltungsbereich auf den Kanaren
El Hierro, La Gomera, La Palma, Gran Canaria ab der 400-Meter-Marke und auf Teneriffa.
Begründung:
Verantwortlich für den drastischen Temperaturanstieg ist der massive Zustrom einer warmen und extrem trockenen Luftmasse vom afrikanischen Kontinent. Diese mehrtägige Hitzeperiode nimmt ihren Anfang am Mittwoch auf den östlichen Inseln, wobei Gran Canaria zunächst am stärksten betroffen ist. Die aktuellen Wettermodelle zeigen jedoch einen klaren Trend: Von Freitag bis in das anstehende Wochenende hinein wird sich die Lage weiter verschärfen und die enorme Hitze allmählich auch die restlichen Inseln des Kanaren-Archipels erfassen.
Gefährliche Inversionswetterlage: Extreme Trockenheit in den Bergen
Meteorologisch wird dieses Ereignis von einer sogenannten Tiefdruckinversion begleitet. Diese grenzende Luftschicht liegt über Gran Canaria anfänglich in etwa 400 Metern Höhe, über den westlichen Inseln zwischen 500 und 700 Metern. Oberhalb dieser Grenze – also insbesondere in den mittleren und höheren Berglagen – entsteht ein außergewöhnlich warmes und trockenes Mikroklima, bei dem die relative Luftfeuchtigkeit auf unter 30 Prozent abstürzt.
Besonders in den südlichen und westlichen Binnenregionen Gran Canarias treibt dies die Temperaturen drastisch nach oben: Bereits in den mittleren Höhenlagen werden schnell 34 °C erreicht, zum Start in das Wochenende können die Werte hier auf fast 38 °C klettern – und sich lokal der gefährlichen 40-Grad-Marke annähern. Auch in den Landesinneren von Fuerteventura (bis zu 33 °C) und Teneriffa (32 bis 33 °C) staut sich die Hitze zunehmend.
Passatwinde, Calima und wachsende Waldbrandgefahr
Zusätzlich zur stehenden Hitze wehen mäßige Nordost-Passatwinde. Diese können in exponierten Lagen und in den natürlichen Windkanälen zwischen den Inseln gefährlich starke Böen entwickeln. Der afrikanische Wind bringt zudem Wüstenstaub mit sich, der vor allem über den östlichen Inseln für einen leichten Dunstschleier (Calima) sorgt. Dichte Staubkonzentrationen in Bodennähe bleiben vorerst aber aus.
Fokus auf den Brandschutz: Was den Experten derzeit die größten Sorgen bereitet, ist das massiv ansteigende Waldbrandrisiko. Die Kombination aus Hitze, ausgetrockneter Luft in den Waldgebieten und potenziellen Windböen lässt die Brandgefahr von Tag zu Tag wachsen – mit einem prognostizierten kritischen Höhepunkt zwischen Freitag und Samstag, wenn die Hitzewelle ihre maximale Ausdehnung erreicht. Die zuständigen Behörden überwachen die Lage ununterbrochen. Der Geltungsbereich der sogenannten INFOCA-Warnung (Sonderplan für Waldbrandgefahr) kann von der AEMET und der Kanaren-Regierung je nach Risikoentwicklung jederzeit angepasst und ausgeweitet werden.
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