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Kriminal-Drama auf Gran Canaria: Wie ein gefälschter Stempel Kabeldiebe verriet

Entdecken Sie die Hintergründe der 'Operación Intelsat'

Lesedauer 3 Minuten

Ein empfindlicher Schlag gegen kritische Versorgungsanlagen, nächtliche Raubzüge mit gemieteten Lastern und ein gefälschter Stempel: Die Guardia Civil hat auf Gran Canaria ein hochorganisiertes Kriminalitätsnetzwerk zerschlagen. Bei der sogenannten „Operación Intelsat“ deckten die Ermittler einen im großen Stil betriebenen Handel mit gestohlenen Telekommunikationskabeln auf. Die Spur führte von einer isolierten Satellitenstation im Süden der Insel direkt zu lokalen Recyclinghöfen.

Angriff auf die Insel-Infrastruktur: Wenn Zerstörungswut Zehntausende Euro kostet

Die Dreistigkeit der Täter hinterlässt Fassungslosigkeit: Über Monate hinweg suchte die Bande wiederholt die Satellitenstation in Los Corralillos nahe Agüimes heim. Zwischen März und Juli drangen die Einbrecher systematisch in das gesicherte Areal ein, um tonnenschwere Kupferkabel und wertvolle Metallplatten zu demontieren. Der angerichtete Schaden reicht weit über den reinen Metallwert hinaus: Durch die rücksichtslose Demontage wurden lebenswichtige Telekommunikationsleitungen zerstört. Die Guardia Civil beziffert den Gesamtschaden inklusive der aufwendigen Wiederherstellung der Anlagen auf 71.443 Euro.

Gefälschte Papiere und dreiste Täuschung: Die Masche der Kupfer-Bande

Um die Beute zu barem Geld zu machen, wandten die Kriminellen eine durchdachte Täuschung an. Das Kupfer aus Telekommunikations- und Stromnetzen unterliegt strengen gesetzlichen Handelsauflagen und darf von Privatpersonen überhaupt nicht frei verkauft werden. Um die Kontrollen an den Waagen der Schrottplätze zu umgehen, nutzte die Gruppe einen gefälschten Firmenstempel. Damit erstellten sie gefälschte Herkunftsnachweise und täuschten vor, dass das Schwergut aus einer legalen Quelle stammte.

Für den Abtransport der enormen Fracht setzte das Netzwerk gezielt gemietete Lieferwagen ein. Insgesamt schaffte die Bande so mehr als 2.120 Kilogramm geschütztes Kupfer vom Gelände der Satellitenstation.

Ermittler schlagen im Juni zu: Wie die Spezialeinheit der Gang auf die Spur kam

Die Wende im Fall brachte die akribische Arbeit der Spezialeinheit Equipo ROCA, die auf Eigentumsdelikte im ländlichen Raum spezialisiert ist. Bei verdachtsunabhängigen Prüfungen der Verkaufsregister von Entsorgungsbetrieben fielen den Beamten ungewöhnlich massive Lieferungen auf, die von einer einzelnen Privatperson getätigt worden waren. Eine Materialanalyse brachte die Bestätigung: Es handelte sich um geschütztes Spezialkabel aus sensiblen Telekommunikationsnetzen.

Verdeckte Ermittlungen, Videoauswertungen und die Überwachung örtlicher Schrottplätze verengten den Kreis um die Tatverdächtigen. Selbst als die Polizei bereits ermittelte, machten die Täter ungestört weiter und brachen erneut in die Station ein. In einer abgestimmten Aktion mit der Polizeidirektion Agüimes fingen die Beamten im Juni schließlich einen Transporter ab, nahmen einen der Haupttäter fest und stellten den gefälschten Stempel sicher.

Schockierender Verdacht: Blickten Schrottplatz-Mitarbeiter bewusst weg?

Der Polizeieinsatz enthüllte jedoch noch eine weitere düstere Seite des Falls. Im Visier der Ermittler steht auch ein lokales Recyclingunternehmen. Laut Guardia Civil kauften Angestellte des Schrottplatzes das Metallsortiment weiter an – obwohl sie genau wussten, dass die Polizei bereits ermittelte. Da der Handel mit Telekommunikationskupfer durch Privatpersonen strikt untersagt ist, hätten die Mitarbeiter die illegale Herkunft erkennen müssen. Die Ermittler werfen ihnen vor, die Augen bewusst verschlossen zu haben, um den Tätern finanzielle Vorteile zu verschaffen. Gegen zwei Arbeiter wird wegen Hehlerei ermittelt, zudem drohen dem Unternehmen juristische Konsequenzen.

Gerechtigkeit für Gran Canaria: Die Bilanz der Operación Intelsat

Mit dem Abschluss der Operation zieht die Polizei eine deutliche Bilanz gegen die Bandenkriminalität auf der Insel:

  • 2 Festnahmen: Den mutmaßlichen Haupttätern werden gewerbsmäßiger Einbruchsdiebstahl, Urkundenfälschung und Betrug zur Last gelegt.
  • 4 weitere Ermittlungsverfahren: Zwei Mittäter sowie zwei Schrottplatz-Mitarbeiter müssen sich rechtlich verantworten.
  • Sicherstellung: Über zwei Tonnen Spezialkupfer wurden sichergestellt und der Eigentümerfirma zugeordnet. – MF

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