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Neuer Fangrekord: Über 800 Königsnattern in einem Monat auf Gran Canaria gefangen

Bisheriger Rekord damit gebrochen!

Lesedauer 3 Minuten

Gran Canaria – Die beliebte Urlaubsinsel Gran Canaria kämpft weiterhin intensiv gegen eine unsichtbare, aber sehr präsente Plage in ihrer Natur. Im vergangenen Juni verzeichneten die Behörden nun einen besorgniserregenden Höchststand: Noch nie zuvor wurden in einem einzigen Monat so viele Exemplare der Kalifornischen Königsnatter aus der freien Wildbahn entfernt. Dieser neue Rekord verdeutlicht auf eindrucksvolle Weise, wie stark sich diese invasive Art mittlerweile auf der Kanareninsel ausgebreitet hat.

Historischer Höchstwert: 807 Schlangen im Juni eliminiert

Die aktuellen Zahlen sind alarmierend. Genau 807 Schlangen wurden innerhalb von nur 30 Tagen im Juni gefangen. Damit wurde der bisherige Monatsrekord aus dem Mai 2025 – damals waren es 803 Tiere – knapp, aber ganz klar gebrochen. Vergleicht man diese Daten mit dem Vorjahr, wird das Ausmaß der rasanten Verbreitung noch viel deutlicher: Im Juni des vergangenen Jahres wurden „nur“ 623 Nattern eliminiert. Der aktuelle Juni verzeichnet also einen drastischen Anstieg von 184 weiteren Fängen.

Auch der direkt vorangegangene Monat dieses Jahres reiht sich in diese extreme Statistik ein. Im Mai wurden bereits 793 Schlangen auf der Insel gefangen. Dieser Wert markiert aktuell den dritthöchsten monatlichen Rekord seit dem Beginn der systematischen Aufzeichnungen im Jahr 2009.

Dramatische Halbjahresbilanz: Die Population wächst rasant

Ein genauer Blick auf das gesamte erste Halbjahr zeigt die immense und wachsende Aufgabe, vor der die Naturschützer vor Ort stehen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden bereits beeindruckende 2.209 Kalifornische Königsnattern auf Gran Canaria beseitigt. Obwohl die zweite Jahreshälfte gerade erst begonnen hat, ist das aktuelle Jahr damit schon jetzt das Jahr mit den fünftmeisten Fängen in der Geschichte der Aufzeichnungen.

Diese anhaltende Entwicklung ist ein klarer Beweis dafür, dass die Population der Schlangen weiter wächst und sich die Tiere neue Gebiete der Insel erschließen. Experten weisen jedoch darauf hin, dass die Fangzahlen im weiteren Jahresverlauf voraussichtlich wieder sinken werden. Erfahrungsgemäß nimmt die Aktivität dieser Schlangen an der Erdoberfläche ab August und in den darauffolgenden, etwas kühleren Wintermonaten allmählich ab.

Der Kampf gegen eine invasive Bedrohung

Die Kalifornische Königsnatter ist auf den Kanarischen Inseln nicht heimisch. Sie wurde höchstwahrscheinlich ursprünglich als exotisches Haustier eingeschleppt und breitet sich bereits seit 1998 unaufhaltsam in der Natur von Gran Canaria aus. Für den Menschen und Haustiere ist sie zwar völlig ungefährlich und nicht giftig, für die einzigartige und empfindliche Natur der Insel stellt sie jedoch eine massive Bedrohung dar. Sie macht Jagd auf heimische Arten, insbesondere auf seltene Reptilien wie die Gran-Canaria-Rieseneidechse, die stark vom Aussterben bedroht ist.

Um dieses wertvolle Ökosystem vor dem Kollaps zu schützen, wurde im Jahr 2009 ein spezielles Kontroll- und Fangprogramm ins Leben gerufen, das bis heute unermüdlich im Einsatz ist.

Verstärktes Personal in der kritischen Hochsaison

Die professionelle Bekämpfung der Schlangenplage wird heute vom Umweltministerium des Inselrats und der Regierung der Kanarischen Inseln gemeinsam finanziert. Die operative Umsetzung und die Fangaktionen in der Natur liegen in den Händen des Unternehmens Gesplan.

Aufgrund der extrem hohen Aktivität der Tiere in den warmen Frühlings- und Frühsommermonaten wurde die sogenannte jährliche Notfallphase aktiviert. In dieser kritischen Zeit wird das Personal im Feld massiv aufgestockt, um dem erhöhten Aufkommen der Schlangen Herr zu werden und die einzigartige Biodiversität Gran Canarias bestmöglich zu verteidigen. – MF

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