Ingenio – Wer in diesen Tagen auf der Autobahn GC-1 im Osten von Gran Canaria unterwegs ist, dem wird eine markante Veränderung ins Auge fallen. Das Cabildo de Gran Canaria hat ein ambitioniertes Projekt zur Landschaftssanierung erfolgreich abgeschlossen und das neu gestaltete Areal rund um den Fußballplatz Pancho Ramírez in Carrizal offiziell an die Gemeinde Ingenio übergeben. Wo noch vor kurzem eine vernachlässigte, graue Fläche das Landschaftsbild prägte, ist nun ein moderner und einladender öffentlicher Raum entstanden, der den Anwohnern neue Lebensqualität bietet.
Insgesamt wurden bei dieser Maßnahme stolze 14.190 Quadratmeter degradierter Boden direkt an der wichtigsten Verkehrsachse der Insel revitalisiert. Das Hauptziel der Verantwortlichen war es, ein brachliegendes Gelände in einen lebendigen Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger zu verwandeln. Ab sofort steht der neue Bereich der lokalen Gemeinschaft zum Spazieren, Entspannen und für nachbarschaftliche Begegnungen im Alltag uneingeschränkt zur Verfügung.
Das Programm „Sutura“: Wunden in der Landschaft heilen
Die Durchführung dieser umfangreichen Arbeiten lag in den Händen des bekannten öffentlichen Unternehmens Tragsa. Mit einem Investitionsvolumen von exakt 271.748 Euro handelt es sich um eine gezielte Investition in die Infrastruktur und Ästhetik der Region. Die Maßnahme ist zudem kein isoliertes Projekt, sondern fest in den übergeordneten Masterplan zur Landschaftssanierung entlang der Autobahn GC-1 eingebunden. Dieser ist wiederum ein zentraler Bestandteil des insularen Programms namens „Sutura“ (zu Deutsch: Naht), welches darauf abzielt, optische und ökologische Wunden im Landschaftsbild Gran Canarias dauerhaft zu schließen.
Die feierliche Einweihung und Übergabe des Geländes fand am vergangenen Freitag statt. Inés Miranda, die Regionalministerin für Raumordnung und Landschaftsgestaltung des Cabildos, gab gemeinsam mit Vanesa Martín, der Bürgermeisterin von Ingenio, und dem lokalen Stadtrat für Stadtplanung, Rayco Padilla, den Startschuss für die zukünftige Nutzung. Ab sofort liegt die Verantwortung für die Verwaltung, Pflege und dauerhafte Instandhaltung des Parks komplett in den Händen der Stadtverwaltung von Ingenio.
Ein neuer Begegnungsraum mit hoher Priorität für Fußgänger
Während des offiziellen Festakts betonte Regionalministerin Inés Miranda die fundamentale Bedeutung dieses Vorhabens für das gesamte Landschafterneuerungsprogramm der Kanareninsel. Das primäre Ziel bestehe nicht nur darin, die visuelle Qualität dieses stark frequentierten Autobahnabschnitts für Touristen und Einheimische aufzuwerten. Vielmehr gehe es im Kern darum, einen wichtigen und von vielen Menschen genutzten Raum direkt für die lokale Bevölkerung zurückzugewinnen.
„Es handelt sich um ein Gebiet, das täglich von sehr vielen Menschen frequentiert wird – sei es von Besuchern des Fußballplatzes, von Spaziergängern oder von Pendlern, die hier vorbeikommen. Wir wollten eine nachhaltige Lösung anbieten, die sich perfekt in die umliegende Umwelt integriert und gleichzeitig einen absolut schonenden, nicht-aggressiven Eingriff in die Natur darstellt“, erklärte Miranda sichtlich zufrieden vor Ort.
Auch Stadtplanungsrat Rayco Padilla hob hervor, dass bei der Konzeption des Parks bewusst auf unnötigen Ballast verzichtet wurde. Die Anlage konzentriert sich auf die wesentlichen Elemente, die den Bürgern den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen. Dazu gehören gemütliche Sitzbänke zum Verweilen sowie strategisch platzierte Abfallbehälter. Durch diesen minimalistischen und schonenden Ansatz wird die soziale Nutzung des Raumes optimal mit einer ökologischen Integration der gesamten Fläche in Einklang gebracht.
Nachhaltigkeit und einheimische Flora im Detail
Ein besonders interessanter Aspekt des Projekts ist die Gestaltung der Freiflächen. Rund 95 Prozent der gesamten bearbeiteten Fläche wurden als offener Raum konzipiert. Diese architektonische Entscheidung erfüllt gleich mehrere Funktionen: Die Hügel und Bepflanzungen dienen als natürlicher Sichtschutz zur viel befahrenen Autobahn GC-1 und fungieren gleichzeitig als effektive Barriere gegen die starken Winde, die für diese spezielle Zone der Gemeinde Ingenio absolut typisch sind.
Das neue grüne Herzstück umfasst mehr als 4.000 Quadratmeter reine Landschaftsfläche. Hier wurden insgesamt 105 sorgsam ausgewählte Exemplare einheimischer Pflanzenarten gesetzt. Zu den gepflanzten kanarischen Gewächsen gehören unter anderem:
- Imposante Cardones (Kanaren-Wolfsmilch) und geschichtsträchtige Drachenbäume (Dragos)
- Duftende Tabaibas sowie widerstandsfähige Akazien
- Traditionelle Wildolivenbäume (Acebuches) und dichte Mastixbäume
- Farbenfroher Gelber Oleander, Küstenmargeriten und wunderschöne Strohblumen
Ergänzt wird das Areal durch ein intelligentes Regenwasserableitungssystem sowie 18 moderne, direkt in den Gehweg eingelassene Solarleuchten. Diese sorgen unter strengen Kriterien der Energieeffizienz für eine ausreichende und sichere Beleuchtung in den Abend- und Nachtstunden. Ein neuer Parkplatz mit insgesamt 31 Stellplätzen – davon zwei barrierefreie Plätze für Personen mit eingeschränkter Mobilität – rundet die Infrastruktur ab. Zudem sorgt ein neuer Fußgängerweg für eine direkte und sichere Anbindung an die Avenida de Canarias und die Strandpromenade.
Ausblick auf 2027: Das neue Sozial- und Gesundheitszentrum für Ingenio
Bürgermeisterin Vanesa Martín nutzte die feierliche Übergabe des Landschaftsprojekts, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. Sie bezeichnete den neuen Park als dringend notwendigen Schritt für die Gemeinde, da er die Mobilität verbessere und Menschen zusammenbringe. Gleichzeitig bedankte sie sich ausdrücklich bei Inés Miranda für die hervorragende Kooperation zwischen dem Cabildo und der Gemeinde – auch im Hinblick auf ein weiteres strategisches Großprojekt der Region.
Die Rede ist vom zukünftigen Sozial- und Gesundheitszentrum (Centro Socio-Sanitario) in Ingenio. Die reibungslose Koordination zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen und den beteiligten Technikern sei der absolute Schlüssel zum Erfolg für beide Initiativen. Zum Abschluss verkündete die Regionalministerin eine gute Nachricht für alle Einwohner: Das Cabildo plant, das endgültige Projekt für das neue Gesundheitszentrum sehr zeitnah zu genehmigen, sobald die letzten kommunalen Formalitäten abgeschlossen sind. Das große Ziel steht bereits fest: Der offizielle Baubeginn für das Prestigeprojekt ist für den Anfang des Jahres 2027 fest eingeplant. – TF
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