Infos Gran Canaria | Das Inselportal
Natur & UmweltNews

Waldbrand in Cazadores: Ermittlungen gegen drei Verdächtige

Es geht wohl um fahrlässige Brandstiftung!

Lesedauer 4 Minuten

Waldbrand in Cazadores: Guardia Civil ermittelt gegen drei Verdächtige wegen fahrlässiger Brandstiftung

Telde – Nach dem verheerenden Waldbrand, der Mitte September das Gebiet um Cazadores in der Gemeinde Telde auf Gran Canaria in Atem hielt, gibt es nun eine entscheidende Wende in den Ermittlungen. Die spanische Guardia Civil hat offiziell bestätigt, dass gegen drei Personen wegen des dringenden Verdachts der Verursachung des Feuers ermittelt wird. Offenbar führten unvorsichtige Schweiß- und Schneidarbeiten zu der Katastrophe, die mehr als 11 Hektar wertvollen Wald, darunter Teile eines Naturschutzgebietes, in Mitleidenschaft zog.

Schweißarbeiten als mutmaßliche Brandursache identifiziert

Die gemeinsam vom Naturschutzdienst (Seprona) des Kommandos Las Palmas und der spezialisierten Waldbrandermittlungsbrigade (BIIF) des Inselrats von Gran Canaria durchgeführten, akribischen Ermittlungen haben schnell Früchte getragen. Den Experten ist es gelungen, den mutmaßlichen Brandherd präzise zu lokalisieren. Laut Angaben der Guardia Civil vom vergangenen Freitag liegt der Ursprung des Feuers in unmittelbarer Nähe von zwei großen Fässern, an denen zum Zeitpunkt des Ausbruchs offenkundig Schweiß- und Schneidarbeiten durchgeführt wurden.

Diese Erkenntnis stützt sich auf eine Kombination verschiedener Ermittlungsansätze. Maßgeblich waren hierbei die wertvolle Zusammenarbeit mit der lokalen Nachbarschaft, die detaillierte Inspektion des Geländes vor Ort durch die Seprona-Beamten sowie der vorläufige Expertenbericht der Spezialbrigade des Inselrats zur Ermittlung möglicher Brandursachen. Ein besonders belastendes Detail: Bei der Durchsuchung des mutmaßlichen Brandherds entdeckten die Ermittler auch die bei den gefährlichen Arbeiten verwendeten Werkzeuge, welche offenbar in der Nähe versteckt worden waren.

Ein Feuer mit weitreichenden Folgen: 11 Hektar Wald betroffen

Der Waldbrand brach am 14. September unter äußerst kritischen Bedingungen aus. Wie wir bereits in unserer ersten Berichterstattung zum Ausbruch des Feuers berichteten, galt an diesem Tag für ganz Gran Canaria eine offizielle Vorwarnung wegen erhöhter Waldbrandgefahr, ausgerufen durch das Katastrophenschutzdirektorat der Kanarischen Regierung. Nur eine halbe Stunde nach dem ersten Notruf musste die offizielle Alarmstufe aktiviert werden.

Das Feuer wütete über drei Tage lang unerbittlich in dem schwer zugänglichen Gelände. Die Flammen fraßen sich durch mehr als 11 Hektar Waldfläche. Besonders tragisch: Ein Teil der verbrannten Fläche gehört zum Naturschutzgebiet Los Marteles, einem streng geschützten ökologischen Gebiet von Gran Canaria. Nur dank des massiven und letztlich erfolgreichen Nachteinsatzes, über den wir ebenfalls berichteten, konnte Schlimmeres verhindert werden.

Großaufgebot verhinderte Personenschäden

Der tagelange Kampf gegen die Flammen erforderte die Mobilisierung zahlreicher Rettungsdienste. Waldbrandbekämpfer des Cabildo de Gran Canaria, Personal des Gran Canaria Emergency Consortium, Einheiten des Zivilschutzes sowie diverse Angehörige der Sicherheitskräfte waren im Dauereinsatz. Die Guardia Civil betonte ausdrücklich, dass das extrem schnelle und koordinierte Eingreifen dieser Teams schwerwiegende Personenschäden sowie größere Schäden an Tieren und Privateigentum verhindern konnte.

Dennoch verlief das Ereignis für die Anwohner nicht ohne große Aufregung. Mehrere Personen mussten vorsorglich aus ihren Häusern evakuiert werden, um keinerlei Risiko einzugehen. Zudem war es zwingend notwendig, wichtige Zufahrtsstraßen komplett zu sperren, um den schweren Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr die reibungslose Durchfahrt zu den Löscharbeiten zu ermöglichen.

Ermittler leisten „lobenswerte und diskrete Arbeit“

Die von Seprona und BIIF durchgeführten, tiefgreifenden Ermittlungen haben es nun ermöglicht, die genauen Umstände der Brandentstehung aufzuklären. Diese Erkenntnisse lenken die strafrechtlichen Maßnahmen nun gezielt gegen die drei identifizierten Personen, gegen die wegen ihrer mutmaßlichen, fahrlässigen Verantwortung für die Ereignisse ermittelt wird.

Der Umweltdezernent des Cabildo de Gran Canaria, Raúl García, hob in diesem Zusammenhang die immense Bedeutung der Ermittlungsarbeit hervor. Bei diesem und allen anderen Waldbränden auf der Insel sei die Untersuchung des Brandherds durch das BIIF von grundlegender Wichtigkeit. García schätzt, dass in beeindruckenden 99 % aller Fälle die „lobenswerte und diskrete Arbeit“ der Ermittler die tatsächlichen Brandursachen zweifelsfrei aufklärt.

Weitere Ermittlungen und Prozesse gegen Brandstifter laufen

Raúl García erinnerte in seiner Stellungnahme auch an die strenge Verpflichtung des BIIF, die absolute Geheimhaltung laufender Waldbranduntersuchungen zu wahren, bis die Ursache abschließend geklärt ist und die möglichen Täter der Justiz übergeben werden können. Er stellte jedoch klar: „Wir ermitteln weiterhin in den übrigen gemeldeten Fällen, in einigen Fällen sind die Ermittlungen bereits weit fortgeschritten.“

Die harte Gangart der Justiz gegen Brandstifter und fahrlässige Verursacher zeigt Wirkung. Allein in den letzten Monaten, so der Umweltminister weiter, seien die Verantwortlichen für zwei andere Waldbrände vor Gericht gestellt und rechtskräftig verurteilt worden. Noch vor Ende dieses Jahres werde zudem ein dritter Prozess gegen einen mutmaßlichen Brandstifter stattfinden, fügte er hinzu, ohne jedoch weitere Details preiszugeben.

Zum Abschluss seiner Ausführungen zog der Minister eine besorgniserregende, aber wichtige Bilanz: Im Jahr 2026 wurden auf der Insel Gran Canaria insgesamt 26 versuchte Waldbrände (Brände mit einer betroffenen Fläche von jeweils weniger als einem Hektar) registriert. Dies unterstreicht die Notwendigkeit ständiger Wachsamkeit und konsequenter Strafverfolgung. – TF

Frisches AMAZON TOP-Angebot eingetroffen, nicht verpassen!

Alle News immer sofort auf das Handy? Jetzt unseren Telegram-Kanal abonnieren.
NEU: Folgen Sie Infos-GranCanaria.com direkt bei Google-News!
Jetzt auch unseren WhatsApp-Kanal abonnieren, um immer die neusten News zu erhalten!
Infos-GranCanaria.com ist auch blei BlueSky! HIER folgen!

Ähnliche Beiträge

Drogenschmuggler im Gefängnis verhaftet

Thomas F. InfosGC

Wir schließen das Branchenbuch für Gran Canaria!

Thomas F. InfosGC

Gratis Eintritt in die Museen des Cabildo de Gran Canaria an diesem Wochenende!

Thomas F. InfosGC