Telde – Ein massiver Waldbrand hat die Insel Gran Canaria in Atem gehalten. Das Feuer, das am Montagmittag in der Gegend von Cazadores in der Gemeinde Telde ausbrach, konnte nach intensiven Löscharbeiten unter Kontrolle gebracht werden. Dank des schnellen Eingreifens der Rettungskräfte wurde Schlimmeres verhindert, sodass die betroffenen Anwohner bereits in ihre Häuser zurückkehren konnten.
Schnelle Ausbreitung durch extreme Wetterbedingungen
Am Montag gegen 12:52 Uhr gingen die ersten Alarmmeldungen bei der Notrufzentrale 112 Canarias ein. Die Anrufer meldeten eine starke Rauchentwicklung in der Nähe von Cazadores. Bereits nach kurzer Zeit hatte das Feuer drei Hektar Land erfasst. Begünstigt wurde die rasante Ausbreitung durch die aktuellen, extremen Wetterbedingungen auf den Kanarischen Inseln. Eine Kombination aus einer massiven Hitzewelle, sehr trockener Luft und dem feinen Wüstenstaub Calima erschwerte die Arbeit der Feuerwehren erheblich. Zur Bekämpfung der Flammen waren zeitweise mehr als 50 Einsatzkräfte am Boden sowie fünf Löschflugzeuge und Hubschrauber in der Luft im Dauereinsatz.
Präventive Evakuierungen und nächtlicher Einsatz
Aufgrund der unvorhersehbaren Entwicklung und der dichten Rauchschwaden mussten als Vorsichtsmaßnahme mehrere Menschen evakuiert werden. Dies betraf unter anderem Bewohner von drei direkt bedrohten Häusern sowie zeitweise Teile des Gebiets Cuevas Blancas. Die Bevölkerung in den angrenzenden Ortschaften Cazadores, El Moreno und La Solana wurde zudem dringend aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, um sich vor den giftigen Brandgasen zu schützen.
Wie der Notfalldirektor des Cabildo de Gran Canaria, Federico Grillo, am Dienstag mitteilte, brachten die massiven Bemühungen der Feuerwehr während der Nachtstunden schließlich den entscheidenden Erfolg. Um kurz vor 02:00 Uhr nachts konnte das Feuer offiziell für kontrolliert erklärt werden. Die Einsatzkräfte hatten im Dunkeln unermüdlich daran gearbeitet, die Flammen vollständig zu umschließen.
Keine Schäden an Mensch und Gebäude
Für die lokale Bevölkerung gab es am Dienstagmorgen eine große Erleichterung: Alle präventiv evakuierten Nachbarn konnten sicher in ihre Wohnräume zurückkehren. Auch die Straßen 134 und 130, die für die Dauer der Löscharbeiten und zur Sicherheit der Einsatzfahrzeuge gesperrt worden waren, sind wieder für den normalen Verkehr freigegeben. Weder Menschen noch Tiere kamen bei dem Brand zu Schaden, und auch Gebäude blieben unversehrt. Die vorläufige Bilanz zeigt jedoch, dass 15,5 Hektar Naturfläche den Flammen zum Opfer gefallen sind. Ein Überwachungsflug am Dienstagmorgen bestätigte glücklicherweise, dass es keine neuen Brandherde gibt.
Einsatzkräfte bleiben weiterhin in höchster Alarmbereitschaft
Trotz der erfolgreichen Eindämmung gibt es noch keine endgültige Entwarnung für die Region. Grillo betonte ausdrücklich, dass das Löschgerät der Insel und mehrere Spezialbrigaden weiterhin vor Ort bleiben. Sie führen kontinuierlich Nachlöscharbeiten durch und kühlen das verbrannte Erdreich, um sicherzustellen, dass das Feuer nicht durch aufkommende Winde wieder aufflammt. Diese hohe Wachsamkeit ist zwingend erforderlich, da die derzeitige Hitzewelle, die vor allem den Osthang des Archipels betrifft, voraussichtlich erst am kommenden Donnerstag spürbar nachlassen wird. – MF
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