Telde – Am 14. September 2026 ist in den Höhenlagen der Gemeinde Telde auf Gran Canaria ein gefährlicher Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer, das in der unmittelbaren Nähe von Cazadores wütet, hat aufgrund extremer Wetterbedingungen ein hohes Zerstörungspotenzial. Die örtlichen Einsatzkräfte kämpfen unermüdlich gegen die Flammen, um ein Übergreifen auf die angrenzende Naturschutzzone Caldera de los Marteles zu verhindern.
Der Ausbruch und die erste Reaktion der Behörden
Die Ereignisse überschlugen sich am Montagmittag: Die Notrufzentrale und das Inselkoordinationszentrum (Cecopin) wurden um 12:52 Uhr über eine starke Rauchentwicklung informiert. Bereits gegen 13:12 Uhr veröffentlichte die Inselverwaltung (Cabildo de Gran Canaria) erste Bilder des Feuers. Unmittelbar rückten die ersten Bodentruppen in das schwer zugängliche Gebiet aus.
Die Bedingungen vor Ort erwiesen sich schnell als äußerst schwierig. Die Kanarischen Inseln befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits in einer amtlichen Vorwarnstufe wegen extremer Hitze und starker Calima – einer Wetterlage, die heißen Saharastaub und eine extrem niedrige Luftfeuchtigkeit mit sich bringt. Aufgrund dieser gefährlichen Kombination rief die kanarische Regierung am Mittag die offizielle Waldbrand-Warnstufe (INFOCA) für Gebiete über 400 Metern Höhe auf Gran Canaria aus.
Straßensperrungen und eine gefährliche Ausbreitung
Gegen 13:50 Uhr wurden die Anwohner der umliegenden Gebiete, darunter Cazadores und La Breña, dringend aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, um sich vor dem dichten Rauch zu schützen. Um den heranrückenden Löschfahrzeugen freie Bahn zu gewähren, sperrten die Behörden kurz darauf die wichtigen Bergstraßen GC-130 und GC-120 sowie wenig später die Straßen 134 und 130 für den regulären Verkehr.
Angetrieben von starken Südwinden, fraß sich das Feuer zunächst in Richtung der Küste. Gefährlicher Funkenflug und glühende Asche erreichten jedoch bald den Grund der tiefen Schluchten. Dort bildeten sich rasch neue Brandherde, die sich durch die Thermik schnell in Richtung der Berggipfel und der Caldera de los Marteles auszubreiten drohten.
Evakuierungen und massiver Einsatz aus der Luft
Angesichts der zunehmenden Gefahr griffen die Behörden ab 15:00 Uhr zu drastischeren Sicherheitsmaßnahmen. Im Ortsteil Cuevas Blancas sowie im oberen Bereich von Cazadores mussten präventiv mehrere Häuser evakuiert werden. Neben älteren Menschen wurden auch Tiere erfolgreich aus der Gefahrenzone gerettet.
Der Kampf gegen das Feuer konzentrierte sich am späten Nachmittag vor allem auf die linke Flanke. Ein massiver Einsatz aus der Luft brachte schließlich erste Erfolge: Fünf Hubschrauber und Löschflugzeuge, darunter auch Lufteinheiten des spanischen Umweltministeriums aus dem benachbarten Teneriffa, warfen zeitweise im Minutentakt Wasser über den Flammen ab. Bis 16:10 Uhr waren rund 40 Einsatzkräfte am Boden im Einsatz. Schätzungen der Behörden zufolge fielen dem Feuer bis zu diesem Zeitpunkt etwa drei Hektar Land zum Opfer. Das schnelle und massive Eingreifen verhinderte jedoch Schlimmeres – brisant ist zudem die Tatsache, dass es in exakt demselben Gebiet erst kurz zuvor, am 23/24. Juli, gebrannt hatte.
Um 17:03 Uhr meldete die Feuerwehr dann glücklicherweise die Stabilisierung! Zudem seien weder Menschen noch Tiere verletzt worden. Auch gäbe es keinerlei Schaden an Gebäuden, so die Feuerwehr. Man muss jetzt die Entwicklung abwarten, aber alles deutet auf ein glückliches Ende hin! Wichtig zu beachten ist, jedoch, dass „stabilisiert“ nicht gleichzusetzten ist mit „kontrolliert“!
Hintergrund: Die Gefahr der Calima-Wetterlage auf den Kanaren
Die aktuellen Brände verdeutlichen das immense Risiko, das extreme Wetterereignisse für die sensiblen Ökosysteme der Kanarischen Inseln darstellen. Laut aktuellen Berichten verwandelt die Calima die ausgetrocknete Vegetation der Inseln durch heiße Winde und minimale Luftfeuchtigkeit regelmäßig in ein regelrechtes Pulverfass. Besondere Vorsicht in den Berg- und Waldgebieten sowie das strikte Einhalten von behördlichen Warnungen ist in diesen Phasen für Einheimische und Touristen überlebenswichtig. – TF
Weitere Artikel zum Thema:
Waldbrand auf Gran Canaria: Feuer bei Telde unter Kontrolle, vom 24.07.2026
Gran Canaria BLOG: Waldbrandgefahr im Sommer – Die Regeln für Feuer & Co. in den Bergen
Waldbrand auf Gran Canaria – Was bedeuten die 4 Stufen bei den Meldungen genau?
