Katalonien droht im wirtschaftlichen Nichts zu versinken – Banken und Unternehmen wenden sich ab

Bild Info: Die Bindung an Spanien ist für viele Unternehmen wohl wichtiger als die Unabhägigkeit. Bild: Archiv

Spanien – Wärend die Fronten zwischen der Zentralregierung in Madrid und der Regionalregierung in Barcelona nach dem illegalen Referendum weiter verhärtet bleiben gibt es dennoch viele neue Entwicklungen. So muss sich der Chef der Mosos (Katalanische Polizei) nun vor Gericht verantworten wegen „Aufstandes“, zudem noch weitere vier Angeklagte der Polizei und Regionalregierung.

Unterdessen hat die Banco Sabadell bereits verkündet den Firmensitz aus Katalonien (Sabadell) abzuziehen. Neue Basis wird wohl Alicante werden. Man will einfach kein Risiko mehr eingehen. Nach aktuellen Angaben ist die Bankengruppe die viertgrößte in Spanien und ist eigentlich eine katalanische Bank. Das Marktkapital wird mit etwa 6,5 Milliarden Euro angegeben.

Auch die CaixaBank will noch heute darüber beraten, ob man den Hauptsitz aus Katalonien (Barcelona) abziehen wird. Ein möglicher neuer Hauptsitz könnte auf den Balearen liegen. Die Bankengruppe gehört zu den größten Unternehmen in Spanien und ist unter anderem auch an der Telefonica und Repsol beteiligt. Immerhin wird der Gesamtumsatz mit 411,5 Milliarden Euro angegeben (2008).

Beide Banken zahlen derzeit Ihre Steuern in Katalonien, das könnte sich bald ändern und Katalonien könnte von der einst stärksten wirtschaftlichen Region abstürzen. Die Aktienkurse beider Banken sind nach der Ankündigung deutlich gestiegen. Den Schaden hat die regionale Regierung wohl schon angerichtet. Ein Weggang von Firmen ist wohl nicht mehr abzuwenden.

Aber nicht nur Banken wenden sich ab. Einer der größten Hersteller für Sekt, die Firma Freixenet steht ebenfalls kurz davor das Abwandern zu beschließen. So wird der amtierende Firmenpräsident dies dem Vorstand vorschlagen. Er bezeichnet die Unabhängigkeitsbestrebungen von Katalonien als „echter Quatsch“.

Weitere bekanntere Abzüge sind unter anderem Oryzon Genomics, ein Pharmaunternehmen mit eigentlichen Sitz in Katalonien und Eurona ein Telekomunternehmen für mobiles Angebot.

Ermöglicht wird der rasche Abzug der Firmenzentralen von einem Gesetz der zentralen Regierung aus Madrid, dass den Unternehmensstandort ohne vorherige Abstimmung mit dem Aufsichtsrat erlaubt und damit solche Entscheidungen schneller umsetzen lässt. Zudem werden so Separatisten „ausgehebelt“ die ggf. im Aufsichtsrat der Unternehmen sitzen und den Abzug ggf. verhindern könnten. – TF

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