Pionierleistung: Neues selbst installierendes Offshore-Windrad vor Las Palmas verankert (inkl. Video)

Bild Info: Das neue Windrad wurde in Arinaga gebaut und in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag nach Las Palmas verlegt. BIld: Vimeo / Esteyco

Las Palmas / Arinaga – Seit dem gestrigen Donnerstagmorgen steht ein neues Offshore-Windrad vor der Küste von Gran Canaria, genauer gesagt am Eingang von Las Palmas, wenn man die GC-1 Richtung Norden fährt. Das riesige Windrad wurde in den letzten Jahren im Hafen von Arinaga gebaut und wurde in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag verlegt. Es ist eine besondere Innovation dieser Technologie weltweit, denn es kommt ohne die standardisierten Elemente aus, die benötigt werden, um es zu installieren.

Zudem ist es das erste Offshore-Windrad, welches in Spanien und sogar in Südeuropa als fest installiertes Windrad installiert wurde, bisher gab es nur schwimmende Windräder. Die Installation fand in der Nähe der Kanarischen Ozean-Plattform (PLOCAN) statt, die seit Monaten dort im Meer Forschung betreibt.

„Es kann eine Revolution nicht nur für die Kanarischen Inseln und Spanien sein, sondern für die ganze Welt“, sagte der Generaldirektor Carlos García Acón der Firma Esteyco, die das Windrad gebaut hat. Besonders interessant ist die neue Verankerungstechnik, die hier angewendet wurde, die Betonstruktur hat einen Durchmesser von 32 Metern und ist sieben Meter hoch, sie besteht aus sechs Zellen, die innen hohl sind. Diese Zellen wurden nach und nach mit Wasser geflutet und somit abgesenkt, dies ist die neue Basis für das Windrad.

Dies ist ein großer Wettbewerbsvorteil, denn die Installation war bisher auch immer sehr kostspielig und aufwendig. Durch diese neue Technik lassen sich rund 30% der Installationskosten senken. Allein die Boote zur Installation kosten bis zu einer halben Million Euro pro Tag, diese braucht man nun mit der neuen Technik nicht mehr.

Der Kanarische Wirtschaftsminister Pedro Ortega besuchte das Projekt und hat es großzügig gelobt: „Heute ist ein Meilenstein für die Kanarischen Inseln und Spanien“. Eigentlich schon fast zum Schmunzeln, denn gerade die Regierung der Kanarischen Inseln sperrt sich bisher stärker gegen Energiegewinnung aus Windkraft und anderen erneuerbaren Quellen.

In den kommenden Tagen wird die Windmühle noch um 30 Meter anwachsen, um auf eine Höhe von 90 Metern über dem Meeresspiegel zu kommen. Wenn man das Windrad selbst mitrechnet, landet man sogar bei 150 Metern Höhe. Nun fehlt lediglich die Betriebserlaubnis für das Windrad, sobald diese erteilt ist und das Rad den Betrieb aufnimmt, wird die 5 Megawatt-Turbine etwa 5.000 Haushalte pro Jahr mit Strom versorgen können. – TF

Hier das Video:

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