Weltmarktführer Gran Canaria? – Der größte Windpark zu See soll bis 2025 entstehen und 300 Megawatt produzieren

Bild Info: Windenergie ist auf den Kanaren eine Schlüsselenergie, besonders wenn diese Offshore erzeugt wird. Bild: Archiv

Gran Canaria – Ein Traum könnte real werden, die Universität von Las Palmas stellte nun einen Offshore-Windpark vor, der weltweit seinesgleichen sucht, denn es soll der größte der Welt werden. Die Installation des Parks soll etwa sechs Kilometer vor der Südostküste der Insel (Juan Grande) erfolgen. Die Kanaren wollen binnen sechs Jahren den Energiehaushalt zu mindestens 45% aus erneuerbaren Energien bestreiten, bisher werden 98% der Energie aus fossilen Brennstoffen gewonnen. Mit dem nun vorgestellten Projekt kämen die Inseln dem Schritt deutlich näher.

Die Regierung der Kanarischen Inseln hat bereits angekündigt dieses Projekt zu unterstützen. Der Park soll insgesamt eine Leistung von 300 Megawatt erreichen, davon sollen 200 Megawatt ins Stromnetz gespeist werden und 100 Megawatt für Forschungszwecke bereitgestellt werden. Er könnte im Jahr 2025 seinen Dienst aufnehmen.

Die alles geht aus einer Pressekonferenz hervor an der Industrieminister Pedro Ortega und die Team-Koordinatorin der Uni Las Palmas, Julieta Schallenberg teilnahmen. Ortega sagte, „Wir reden hier ernsthaft, es ist nicht nur ein Traum, das erste Marine Windrad in Spanien wurde auch vor der kanarischen Küste installiert, wir streben danach, eine globale Referenz zu werden“.

Das Unternehmen Equinor, welches aus der ehemaligen staatlichen Ölgesellschaft von Norwegen (Statoil) entstand, hat bereits sein Interesse an dem Projekt bekunden. Die Firma besitzt derzeit den einzigen Windpark von Schottland (Hywind Park).

Derzeit produzieren die Kanaren rund 390 Megawatt Energie aus Windkraft, das ist die doppelte Menge von vor drei Jahren. In den kommenden sieben Jahren soll dieser Wert dann auf 1.000 Megawatt ansteigen, davon sollen 635 an Land generiert werden und eben 310 im Meer (durch eben diesen Windpark). Frau Schallenberg fügte hinzu, dass die „Zukunft im Meer liegt“. Sie ist auch Mitglied des beratenden Ausschusses der EU-Energiekommission. Die Landmasse wird knapp, daher ist sie sich sicher, das die Zukunft im Meer liegt. Die geschätzte Bauzeit des Parkes beträgt 5 Jahre und soll zwischen 2020 und 2025 erfolgen. Danach soll der Park für 20 Jahre, also bis 2045 in Betrieb sein, anschließend würde wohl eine Demontage erfolgen müssen, diese allein dauert drei Jahre. Der Einfluss auf das Bruttoinlandsprodukt betrübe rund 950 Millionen Euro, davon fast alles auf den Kanarischen Inseln.

„Die ganzen Zahlen sind mehr als nur Theorie“, so Schallenberg, denn diese“können als Referenz aus dem Hywind-Park abgeleitet werden“.

Der geplante Standort hat mehrere Gründe, zum einen viel Wind (Surf WM in jedem Jahr), zum anderen gibt es ja das geplante Pumpkraftwerk Soria, welche relativ nahe liegen wird und als Energiespeicher für mindestens 200 Megawatt genutzt werden kann. Damit wäre auch eine Versorgung bei windschwachen Zeiten sichergestellt. Zum Bau des Parks würde man etwa 550 bis 1.300 Arbeitsplätze schaffen, im Betriebszustand wären 120 Arbeitsplätze sichergestellt. – TF

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