Wieder zwei Touristen wegen Vortäuschung von Straftaten bei der Polizei aufgeflogen

Bild Info: Die Guardia Civil ermittelte in beiden Fällen, dass es die Straftaten gar nicht gab. Bild: Wikipedia/Outisnn

Mogán – Derzeit scheint es unter Touristen in Mode zu sein, falsche Straftaten bei der Polizei anzuzeigen, um entsprechende Entschädigungen zu kassieren. So gab es nun erneut zwei Fälle in der Gemeinde Mogán. Erst vor wenigen Wochen gab es einen ähnlichen Fall in Playa del Inglés. Wieso Touristen falsche Straftaten vorgaukeln ist unbekannt, denn aufgedeckt werden diese versuche in der Regel ebenfalls, denn die spanische Polizei ist nicht auf den Kopf gefallen.

Der erste Fall wurde von der Guardia Civil am 5. Dezember 2018 eröffnet, ein britischer Tourist mit den Initialen PJD, dessen Alter mit 80 Jahren angegeben wird, behauptete, dass er beim Eintreffen in seinem Ferienapartment in Arguineguin von drei Personen angegriffen wurde und ihm dann 1.500 Euro Bargeld entwendet wurde. Ebenfalls sei sein Smartphone und persönliche Dokumente dem Raubüberfall zum Opfer gefallen.

Bei den anschließenden Untersuchungen zu dem Tathergang ermittelte die Guardia Civil, dass der Mann in einem nahegelegenen Hotelkomplex gut einen über den Durst getrunken hatte und stark alkoholisiert die Bar verlassen hatte. Das angebliche Diebesgut hatte er in der Bar vergessen und es wurde vom Sicherheitspersonal des Hotels verwahrt. Dem Mann wird nun die Vortäuschung einer Straftat vorgeworfen.

Ein weiterer Fall wurde am 6. Dezember von der Guardia Civil eröffnet, diesmal war es ein Mann aus Norwegen, dessen Alter mit 67 Jahren angegeben wird und dessen Initialen DF lauten. Er habe am 1. Dezember eine Anzeige bei der Polizei gemacht, weil er angeblich am Vorabend in einem Restaurant in Puerto Rico bestohlen wurde. Eine wertvolle Armbanduhr wurde angeblich entwendet, als er auf die Toilette ging, der Wert der Uhr soll 3.500 Euro betragen. Es haben ihn angeblich zwei Personen überfallen.

Bei der anschließenden Ermittlung stellte die Guardia Civil fest, dass auch diese Geschichte frei erfunden wurde. Auf den Videobändern des Shoppingcenters, indem sich das Restaurant befindet, konnte klar gesehen werden, dass das angebliche Opfer das Restaurant mit Armbanduhr verlassen hatte und auch mit dem Taxi weggefahren ist, von den zwei mutmaßlichen Angreifern fehlte aber jede Spur auf den Videos. Auch ihm wird nun die Vortäuschung einer Straftat vorgeworfen.

Es muss darauf hingewiesen werden, dass diese Straftat in Spanien mit 6 Monaten bis zu 2 Jahren Gefängnis bestraft werden kann, zudem ist ein Bußgeld von 3 bis 24 Monatsgehältern möglich. Alles natürlich im Rahmen der angeblichen Straftaten. Diese Art von falschen Anschuldigungen verursachen ja auch materiellen Schaden, denn die Polizei muss sich mit den Fällen ja beschäftigen und wendet Personal sowie Ressourcen dafür auf. Man sollte sich also nicht auf so dünnes Eis begehen nur, um eine Versicherungsprämie zu kassieren. – TF

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