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Organisation des Gaypride Maspalomas: Alles gut so wie es ist, es gibt keine Probleme, na ja…

Bild Info: Auch wenn Fernando Ilarduya sich erklärt hat, die Ereignisse passen damit nicht zusammen. Bild: Infos-GranCanaria.com

Maspalomas – Der Vorsitzende der Freedom Association LGBT, Fernando Ilarduya hat Stellung zu den Vorwürfen und Fragen von GranCanariaGayStay.com, über die Praktiken bei der Parade, bezogen. Er sagte, das Ziel der Parade sei es hochwertige Paradewagen zu bieten „die nichts mit Karneval zu tun haben oder gar als Werbemedium dienen“. Werbung auf den Wagen sei zwar gestattet, aber nur dann, wenn diese mit Pride in Verbindung gebracht ist. Im vergangenen Jahr habe GranCanariaGayStay die Teilnahme nicht erhalten, weil der Wagen angeblich voll mit „Werbung ohne jede Dekoration“ war.

Zudem bekräftigte er, dass die Gemeinde San Bartolomé de Tirajana für die Parade maximal 25 Paradewagen zugelassen hat, dafür werde eine externe Auswahlkommission eingesetzt, diese setzt sich aus Designern, Journalisten und institutionellen Personen zusammen, zudem nehmen auch andere „qualifizierte Personen aus der Organisation“ daran teil, sagt Ilarduya. Allerdings gab er auch zu, das, nachdem das Auswahlkomitee die Wagen zugelassen hat, habe die Organisation „das recht am Paradetag die Paradewagen zu disqualifizieren, die Gebühren für Nichteinhaltung der Vorgaben wird in dem Fall nicht erstattet“.

Die extrem hohen Gebühren von 740 € rechtfertigt Ilarduya mit Versicherungskosten, Schutzplanung, Sicherheitspersonal und Gesundheitsvorsorge, neben anderen „wichtigen Dienstleistungen“.

Wir wissen ziemlich genau, dass diese Ausführungen recht oberflächlich sind und wieder die Fragen nicht vollständig beantworten. Die Ausführungen zu den Kosten kann man so nicht stehen lassen, denn vor der Übernahme der Freedom Association LGBT kostet die Teilnahme an der Parade nicht einmal ein Drittel, darin waren auch alle benannten Kosten enthalten. Zudem müssen die Paradefahrzeuge selbst noch eine Menge an „Nebenkosten“ aufwenden, Sicherheitspersonal auf und neben dem Wagen sowie Versicherungen etc. haben diese auch noch zu zahlen, dies ist also in den 740 € nicht inklusive.

Weiterhin kritisch zu sehen ist die Aussage von Ilarduya zum „recht auf Ausschluss der Wagen am Paradetag“. Dies öffnet Türen oder gar ganze Scheunentore, dass man genau da mit Druck auf die Paradeteilnehmer Erpressungen ansetzen kann (ist im vergangenen Jahr auch passiert, wir haben es selbst erlebt!). Zudem ist unbekannt welche „qualifizierten Personen“ denn in der Jury sitzen. Von der Organisation kann es nur Ilarduya oder sein Partner sein, denn mehr Menschen sind nicht offiziell beteiligt.

Wie auch schon im vergangenen Jahr geht Ilarduya auf Kritiken und Fragen nicht ein, schieb diese leicht in eine Ecke ab und denkt, damit hat er seine „Pflicht“ getan. Aber die Antworten sind einfach zu oberflächlich, als dass das man sagen kann, damit ist alles gut, ganz im Gegenteil. – TF

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