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Gastgewerbe droht mit Tausenden von Sammelklagen wegen mangelnder direkter Hilfe für den Sektor
Bild Info: Leere Bars auf Anordnung - BILD: Archiv

Gastgewerbe droht mit Tausenden von Sammelklagen wegen mangelnder direkter Hilfe für den Sektor

Spanien – Für die Gastronomie und Hotellerie in Spanien nähert sich das schlimmste Jahr der Geschichte dem Ende. Entsprechende Unternehmensverbände prangern die Regierung von Spanien an und drohen mit einer Klagewelle. Sie werfen der Regierung vor, keine direkten Hilfen in diesen Sektor zu pumpen, wie dies bei der Automobilindustrie oder den Fluggesellschaften passiert. Man geht auf Konflikt-Kurs mit der Regierung.

Der Präsident von Hostelería de España, José Luis Yzuel sagte in einem Interview mit EFE, dass „sie uns absolut aufgegeben haben, sie haben entschieden, dass wir ein Sektor sind, dem sie nicht helfen wollen, und es besteht der feste Wille, 100.000 Lokale und Betriebe zu opfern“. Dies ist die Reaktion auf den am Dienstag vorgelegten „Rettungsplan“ der Regierung, den er als „enttäuschend, lächerlich und aberwitzig“ beschreibt.

Angesichts der gravierenden Situation fordert der Verband eine direkte Finanzhilfe in Höhe von mindestens 8,5 Milliarden Euro. Der Umsatzrückgang von 50 % im Jahr 2020 und das Verschwinden von 300.000 Unternehmen, die entweder schon verschwunden sind oder kurz davor stehen zerstört zu werden, sei Grund genug dafür, dies zu fordern.

„Wenn es wenigstens die Hälfte dessen gewesen wäre, wonach wir gefragt haben… Wir brauchen direkte Hilfe, um zu überleben“, betont Yzuel. Er wies auch darauf hin, dass die Auswirkungen der COVID-19-Krise viel schlimmer sind als in der Krise vor 10 Jahren. „Das hat nichts mit der vorherigen Krise zu tun, damals sind 5.000 Betriebe verschwunden. Jetzt sind diese Zahlen wie ein Tsunami“.

Man kritisiert, dass die Regierung nicht den gleichen Weg beschreitet, wie andere europäische Länder und dem Sektor wenigstens die verlorenen Einnahmen in einer Form entschädigt. Es werden nur andere Interesse und Wirtschaftszweige verfolgt und geschützt.

Ungleichheit ist das Hauptproblem

„Es scheint, dass Unternehmen nicht mit direkter Hilfe unterstützt werden müssen, es sei denn diese kommen aus der Automobilbranche oder es ist eine Fluggesellschaft. Dort ist es kein Problem Geld einzuspritzen. Unsere Fragmentierung ist eine deutliche Schwäche, in anderen Sektoren gibt es vier Betriebe, einer ruft bei der Regierung an und Pedro Sánchez nimmt den Hörer ab“, beklagt Yzuel.

Er glaubt auch, dass die „Regierung unseren Sektor mit geringem Mehrwert betrachtet, auch wenn Spanien auf touristischer Ebene von der Welt beneidet wird“, dies ist „ein Mangel an Respekt uns gegenüber“.

Man stellt auch die beschlossenen Coronamaßnahmen infrage, da das Gesundheitsministerium während der gesamten Pandemiezeit nicht mehr als 3 % der Neuinfektionen in der Gastronomie und Hotellerie entdecken konnte. „Sie schließen uns und versuchen billig herauszukommen“.

„Ich bin davon überzeugt, dass dies mit Tausenden und abertausenden Klagen enden wird, weil wir Geld einfordern werden, das uns der Staat gestohlen hat“, droht der Präsident des Verbandes. Er glaubt, dass es rechtlich ausreichende Argumente gibt, um nachzuweisen, dass die Beschränkungen willkürlich waren und daraus Millionenschäden entstanden sind.

Derzeit arbeitet der Verband Hostelería de España bereits an „Plattformen und Tools mit Anwaltskanzleien, damit diejenigen, die geschädigt wurden, diese Einforderungen für Entschädigungen durch Sammelklagen erreichen können“. Zudem sollen die Klagen nicht nur gegen die Zentralregierung, sondern auch gegen die Regierungen der autonomen Regionen gerichtet werden.

Aussicht auf 2021

Mit dem Blick in das nächste Jahr wird es wohl ab Ostern einen „Wendepunkt“ geben. Ab Sommer 2021 „können wir vermutlich relativ normal arbeiten“, so Yzuel. „Wir hoffen das dieser Albtraum bald endet. Es wird einen Teil geben, der sich nicht erholen wird, weil er bereits vollständig zerstört wurde, aber es wird auch Chancen geben, denn die Mieten für Lokale werden sicherlich sinken“, so die Prognose des Präsidenten.

Die Systemgastronomie und Ketten werden wohl gestärkt aus der Krise hervorgehen, da diese ein anderes finanzielles Polster hatten. Auch wenn es Standorte gibt, die aufgrund schwachen Umsatzes aufgegeben werden. Etwa 30 % der Gastronomie in Spanien gehört diesem Bereich aktuell an. Es könnte sein, dass sich dies im Jahr 2021 stark verändert und Einzelbetriebe deutlich weniger werden. So die finale Prognose von Yzuel. – TF

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