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Steuereinnahmen brechen im ersten Halbjahr stark ein, teils bis zu 77%!

Kanarische Inseln – Die Auswirkungen der Coronapandemie sind mittlerweile auch beim Finanzamt abgekommen. So sanken die verbrauchsabhängigen Steuereinnahmen aus der IGIC (kanarische Mehrwertsteuer) und auch die Körperschaftssteuer deutlich. Weitere Verluste erwartet man bereits im Jahr 2021, dann wenn die Jahreserklärungen für die Einkommenssteuererklärungen fällig sind.

Laut Angaben des Finanzamtes sank die Einnahme aus der Körperschaftssteuer allein um 77 %. Im April zahlten die Unternehmen rund 25 Millionen Euro, im Vorjahr waren es noch 109,5 Millionen Euro. In ganz Spanien verlor der Staat 2,3 Milliarden Euro an Körperschaftssteuer und nahm nur 1,608 Milliarden Euro ein. Es ist die wichtigste Steuer für den Staat!

Die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer sanken um gut 8 % auf 112,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr und damit 10 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum.

Es gibt wohl keine einzige Steuer, die keine Rückgänge auf den Kanarischen Inseln verzeichnet. Selbst bei der Einkommenssteuer verbuchte das Finanzamt einen Rückgang von 12 % (etwa 40 Millionen Euro). Die Einnahmen aus Sondersteuern wie beispielsweise die Ökosteuer, Stromsteuer und Tabaksteuer sanken um 22 % (Verlust etwa 4,4 Millionen Euro). In ganz Spanien stieg die Einnahme aus der Tabaksteuer jedoch um fast 5 % auf 2,5 Milliarden Euro im ersten Halbjahr.

Auch die Steuern aus Importen sanken um etwa 28 %, dies bedeutet einen Rückgang von 7 Millionen Euro für die Finanzämter. Dies sei auf die besonders stark reduzierte Warenbewegung in den Monaten März bis Mai zurückzuführen.

Rechnet man auf den Kanarischen Inseln allein alle Steuern zusammen so verbuchte die Regierung einen Rückgang von 12 %, dies bedeutet 123 Millionen Euro weniger als im ersten Halbjahr 2019, in dem man rund 1,030 Milliarden Euro Steuern einnehmen konnte. In ganz Spanien liegt der Verlust bei den Steuern bei etwa 11 % (9,5 Milliarden Euro) im ersten Halbjahr 2020.

Selbst bei der Alkoholsteuer muss der Staat auf 1 % verzichten, bis Ende Mai sammelten die Finanzämter 277 Millionen Euro dafür ein. Die Auswirkungen auf das Gesamtjahr kann man allerdings noch nicht abschätzen, denn durch Absagen und Schließungen von Veranstaltungen, Bars, Clubs etc. rechnen die Finanzämter mit deutlich geringeren Einnahmen aus dieser Steuer. – TF

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