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Auf den Kanaren gibt es mehr Erdbeben-Schwärme, Wissenschaftler suchen nach dem Grund

Insbesondere am Unterseevulkan Enmedio bebt es häufig.

Kanarische Inseln – Auf den Kanaren treten immer häufiger Erdbeben-Schwärme auf, das sind von nur einigen Erbeben hin bis zu hunderten oder tausenden kleinste Erdbeben, die immer wieder im gleichen Gebiet auftreten. Dies alles in einem recht kurzen Zeitraum. Allerdings ist die Definition eines Erbeben-Schwarms sehr dehnbar.

„Es gibt weder eine genaue Zahl der Erdbeben, noch eine Angabe der Zeit, aus der man sagen kann, dass wir es mit einem Schwarm zu tun haben, diese können in Minuten oder Jahren auftreten. Von seismischen Serien sprechen wir, wenn die Zahl der Erdbeben nicht besonders hoch ist. Die Schwärme, die wir vor den Vulkanausbrüchen von La Palma (2021) und El Hierro (2011) hatten, sind lehrbuchmäßig. Es gab viele Erdbeben pro Tag, es waren hunderte“, erklärt die Direktorin des nationalen geografischen Institutes auf den Kanaren, Itahiza Domínguez in der Tageszeitung Canarias7.

Im Jahr 2023 hat man mindestens sechs solcher Erdbeben-Schwärme registriert. Darin wurden insgesamt mehr als 300 Erdbeben aufgezeichnet. Doch warum kommt es immer häufiger zu solchen Erdbeben-Schwärmen auf den Kanarischen Inseln? Dies kann, laut Domínguez mehrere Ursachen haben. „Diejenigen, die uns auf den Kanaren am meisten Interessieren, haben einen vulkanischen Ursprung. Das Magma drückt auf die Kruste, diese verformt sich und bricht, der Bruch verursacht ein oder gleich mehrere Erdbeben“.

In den seltensten Fällen sind diese Beben Vorboten von Eruptionen. „Bei El Hierro und auf La Palma folgten sie einem ähnlichen Muster. Der Schwarm begann mit Erdbeben in geringer Stärke, mit immer dichterer Frequenz oder mit aufeinanderfolgenden Impulsen, während die Stärke allmählich zunahm. Auf La Palma dauerte der Schwarm vor dem Vulkanausbruch (rund 7.000 Erdbeben) eine Woche. Bei El Hierro dauerte es länger, es waren drei Monate und es gab über 40.000 Erdbeben“.

Im Allgemeinen beginnen diese Schwärme nach und nach mit Erdbebenaktivitäten, die dann an Stärke zunehmen, bis ein Höhepunkt erreicht ist und dann verringern sich die Erdstöße wieder. Solche Erdbeben-Schwärme gibt es beispielsweise häufig im Gebiet Cañada de Teide (Teneriffa). Alle Schwärme, die seit 2016 dort registriert wurden, hatten geringste Stärken und man zeichnete zwischen 600 und 800 Erdbeben auf. Es gab dort vier solcher Erdbeben-Schwärme in dieser Zeit. Diese Beben belegen die Ansammlung von flüssigem Magma unter der Insel Teneriffa.

Seebeben und Erdbeben-Schwärme beim Vulkan Enmedio

Immer wieder kommt es auch zu Erdbeben-Schwärmen zwischen Teneriffa und Gran Canaria im Bereich des Unterseevulkans Enmedio. Pro Jahr registrieren die Wissenschaftler zwischen 400 und 500 Seebeben in diesem Gebiet. Einige von diesen treten als Schwarm auf.

Die Gründe für diese Beben sind noch unklar und werden untersucht. Man will wissen, warum es zu den Beben dort kommt und man will auch das potenzielle Risiko einschätzen können. Zudem könnten diese Daten weitere Informationen über die Struktur des Mantels und der Erdkruste geben, auf denen die Kanarischen Inseln „stehen“.

„Zwischen Teneriffa und Gran Canaria gibt es Aktivitäten, von denen wir nichts wissen, wodurch sich in dieser Region Spannungen aufbauen, die sich in Form von Seebeben auswirken“, so Domínguez.

In dieser Zone bebte es in diesem Jahr am 6. Juli auch am stärksten, die Station in La Aldea auf Gran Canaria meldete ein Beben der Stärke 3,7. Das bisher stärkste Erdbeben überhaupt, welches auf den Kanaren registriert wurde, hatte eine Stärke von 5,2 und fand im Jahr 1989 statt. Es befand sich auch in dieser Zone, darauf folgten hunderte Nachbeben.

Die Untersuchungen des Gebietes sollen Aufschluss darüber geben, ob die Erdbeben dort tektonischen Ursprungs sind oder ob dies mit Vulkanismus zusammenhängt. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
Seebeben der Stärke 3 vor der Ostküste von Gran Canaria, vom 02.11.2023
3D-Video des Unterseevulkans „Enmedio“ der als seismisch aktiv gilt, vom 04.11.2023

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