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ASCAV verteidigt, dass Ferienimmobilien nicht für den Wohnungsnotstand verantwortlich sind

Der Leerstand sei das Hauptproblem auf dem Immobilienmarkt.

Kanarische Inseln – Immer wieder stehen die Ferienimmobilien, die als Ferienwohnungen oder Ferienhäuser auf den Kanaren vermietet werden, in der Kritik. Diese seien mit für den Wohnungsmangel auf den Inseln verantwortlich. Dem gegenüber steht der Verband der Ferienvermietung (ASCAV), der stets beteuert, dass diese Vermietung nicht für den Wohnungsnotstand auf den Kanaren verantwortlich ist. Das eigentliche Problem seien die 211.000 leer stehenden Immobilien auf den Kanarischen Inseln, erklärte ASCAV heute in einem Statement.

Eines der Hauptprobleme sei die mangelnde „Rechtsunsicherheit, die durch das Gesetz verursacht wird“. Damit spielt man auf die Wohnungs- und Immobiliengesetze an. Diese haben, laut ASCAV, dazu geführt, dass dem Wohnungsmarkt rund 30 % der Immobilien abhandengekommen sind; davon wiederum sind 70 % der Ferienvermietung zugeflossen. Zwar machen Ferienwohnungen rund 36 % des gesamten touristischen Angebotes auf den Kanarischen Inseln aus, aber trotzdem sind nur 4,32 % aller auf den Kanaren existierenden Immobilien in der Ferienvermietung. Alleine dieser Fakt deutet darauf hin, dass die Ferienimmobilien tatsächlich nicht für den massiven Preisanstieg bei Mieten und den entsprechenden Mangel an Immobilien verantwortlich sind.

Der Manager von ASCAV, Javier Martín, sagte dazu, dass „insbesondere die Präsenz in Wohngemeinden unbedeutend ist“. In diesen Gemeinden liegt der Anteil nur zwischen 1,06 und 3,64 %. Auch in den großen Städten des Archipels sei die Zahl verschwindend gering, so seien in Santa Cruz de Teneriffa nur 1,52 % aller Immobilien in der Ferienvermietung, in Las Palmas de Gran Canaria sind es 2,2 % und in La Laguna sogar nur 1,06 %. Der Wegfall von Immobilien aus dem Wohnungsmarkt ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass viele Eigentümer keine Lust mehr auf die Unsicherheit haben, daher verkaufen auch viele die Immobilie an Ausländer, denn „die Nachfrage ist sehr hoch“, so Martín weiter.

Zahlen durch Studie der Uni La Launa belegt

Die genannten Zahlen basieren auf einer Studie der Universität La Laguna. Konkret hat der Direktor für nachhaltige Territorien und Tourismus, Eduardo Parra, in Zusammenarbeit mit ASCAV ermittelt, dass die Zahl der leerstehenden Immobilien fünfmal so hoch ist wie die Zahl der Ferienimmobilien.

Die Studie ermittelte, dass beispielsweise in Arrecife pro fünf leerstehende Immobilien nur eine Ferienimmobilie kommt. In Puerto del Rosario sind es drei leerstehende und in Las Palmas de Gran Canaria sind es sogar sieben leerstehende Immobilien für eine Ferienimmobilie.

In Santa Cruz de Teneriffa kommen 8,06 leerstehende Immobilien auf nur 0,71 Ferienimmobilien. In San Sebastían de La Gomera sind es 10,14 zu 1,96 und in Santa Cruz de La Palma 10,20 zu 1,21. Dein deutlicher Beleg dafür, dass Ferienimmobilien in der Tat keinen sonderlich großen Anteil am Immobilienmarkt haben.

ASCAV verteidigt weiterhin den Standpunkt, dass die Ferienvermietung auch Wohlstand und Arbeitsplätze schafft. In der Tat wurden im vergangenen Jahr alleine durch diese Vermietung 43.000 direkte Arbeitsplätze geschaffen. Dazu sagte die Präsidentin von ASCAV, Doris Borrego: „Wir sprechen hier von wirtschaftlichen Auswirkungen von mehr als 2,5 Milliarden Euro, alleine für die Unterbringung“. Für den kanarischen Haushalt bedeutet dies umgerechnet 140 Millionen Euro, direkte Einnahme alleine durch die IGIC. Alle anderen Einnahmen durch Einkäufe und Co. der Urlauber sind da noch nicht eingerechnet. Immerhin sind gut 75 % aller Ferienhäuser auf den Kanaren im Besitz von kanarischen Familien, nur 25 % seien im Besitz von Ausländern.

Der Verband sieht in der Hotelbranche einen großen Gegner, der sich aufgrund der Angst vor einem geschäftlichen Verlust auf die Seite der Politik und der Menschen stellt. Man „befürchtet, dass ihnen ein Teil vom Kuchen weggenommen wird“, so Borrego.

Letztendlich glaubt man nicht, dass der Wohnungsnotstand durch „Überregulierung“ beseitigt wird. Stattdessen müsste man „bei der Stadtplanung ansetzen“. – TF

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