Kanarische Inseln – Die Regierung der Kanaren arbeitet derzeit an einem neuen Dekret, welches dazu dienen soll, Arbeitslose sanktionieren zu können. Konkret geht es um Leistungsempfänger von Arbeitslosengeld, die aus „ungerechtfertigten Gründen eine Arbeitsstelle oder einen angebotenen Schulungskurs ablehnen“.
Hohes Konfliktpotenzial scheint dieser Vorstoß der Regierung in jedem Fall zu haben. Denn die Arbeitgeber begrüßten diese Idee wohlwollend, während die Gewerkschaften diese Idee völlig ablehnen.
Die Regierung rechtfertigt diesen Schritt damit, dass man so die „Integration der Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt verwirklichen“ will.
Viele Unternehmer auf den Kanaren beklagen sich schon länger wegen des Mangels an Arbeitskräften, obwohl die Kanaren eine allgemeine Arbeitslosenquote von 14 % haben. Den Unternehmern geht es aber, wie in Deutschland auch, um Fachkräfte. Diese findet man aber auch, wie in Deutschland, aus bestimmten Gründen nicht.
Die Gewerkschaften ihrerseits haben die Idee mit der Begründung zurückgewiesen, dass man statt der Sanktionen eher mal „analysieren muss, warum bestimmte Arbeitsangebote nicht wahrgenommen werden“.
Kommentar/Meinung dazu:
Wie bereits erwähnt: Diese Idee bietet großes Konfliktpotenzial und ist ausschließlich mit einem Auge von der Regierung betrachtet, dem der Wirtschaft. Eine Sanktionskeule funktioniert i der Regel nirgendwo, so wird diese auch nicht auf den Kanaren funktionieren.
Der Mangel an Fachkräften existiert meist aus dem gleichen Grund: Die Betriebe zahlen in der Regel zu wenig und bilden selbst nicht qualifiziert genug aus. Alles selbst gemachte Probleme.
Immer wieder sehen wir Stellenangebote, die gerade mal mit dem Mindestlohn oder darunter ausgeschrieben sind. Hinzu kommen oft Arbeitszeiten, die sich über den ganzen Tag und die ganze Woche verteilen. Sprich: Man muss 7 Tage die Woche fast 15 Stunden täglich bereitstehen (mit ggf. Pausen dazwischen).
Obwohl es auch in Spanien entsprechende Gesetze gibt, kümmern sich die Arbeitgeber nicht darum und machen einfach „was sie wollen“. Mit der Sanktionskeule jetzt würde man dieses Gebaren nur noch weiter unterstützen.
Es ist an der Zeit, egal wo in der EU, mal das zweite Auge in der Politik zu verwenden und die Probleme der Menschen, in dem Fall Arbeitnehmer, genauer zu betrachten. Dann würde die Politik evtl. auch sehen, welche Probleme langfristig jede Wirtschaft in der EU betreffen werden. – TF
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