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Alarm auf Gran Canaria: Asiatische Hornisse erstmals auf den Kanaren nachgewiesen

Alle Details zu Erkennung und Verhalten.

Lesedauer 4 Minuten

Las Palmas – Es ist ein ökologisches Ereignis, das die Behörden der Kanarischen Inseln aufhorchen lässt: Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina ssp. nigrithorax) wurde erstmals offiziell auf dem Archipel identifiziert. Was seit 2010 auf dem spanischen Festland bereits bekannt ist, hat nun die Inseln erreicht. Ein Nest mit 93 Tieren, das in einem Stadtgebiet von Las Palmas de Gran Canaria entdeckt wurde, markiert den Beginn einer neuen Herausforderung für den Umweltschutz.

Der Fund: Ein schneller Einsatz der Feuerwehr

Die Entdeckung war kein Zufall, sondern das Ergebnis aufmerksamer Beobachtung. Unmittelbar nach der Meldung über das Nest in der Hauptstadt handelte ein spezialisiertes Team der Feuerwehr. Noch in derselben Nacht wurde das Nest geborgen und gesichert. Dies war der entscheidende erste Schritt in einem ausgeklügelten Protokoll, das nun unter der Leitung des Frühwarnnetzwerks für invasive Arten der Kanarischen Inseln (RedEXOS) steht.

Um jede Verwechslung auszuschließen, wurden die gefangenen Exemplare eingefroren und einer morphologischen Analyse unterzogen. Experten des Ministeriums für ökologischen Wandel und Energie bestätigten zweifelsfrei: Es handelt sich um Vespa velutina. Die Folge war ein sofortiger Abstimmungsprozess zwischen dem Stadtrat von Las Palmas und dem Inselrat von Gran Canaria, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Strategische Überwachung: Fallen als erste Verteidigungslinie

Die aktuelle Strategie setzt auf Prävention. In städtischen Parkanlagen rund um den Fundort sowie im Hafengebiet wurden Lockfallen installiert. Diese dienen jedoch nicht der Ausrottung, sondern dem Monitoring. Die Behörden wollen verstehen, ob es sich um ein isoliertes Ereignis handelt oder ob bereits eine etablierte Population existiert.

„Wir befinden uns aktuell in der Diagnosephase“, betonen die Experten. Das Ziel ist es, das Ausmaß der Ansiedlung zu erfassen, bevor die Kolonien im Herbst ihre maximale Größe erreichen. Dabei ziehen alle an einem Strang: Imker, Polizei und die Umweltbehörden arbeiten eng zusammen, um die lokale Biodiversität – insbesondere die heimischen Honigbienen – zu schützen.

Warum die Experten dennoch (vorerst) ruhig bleiben

Dass die Entdeckung im Frühjahr erfolgte, werten Biologen als glücklichen Umstand. In dieser Jahreszeit beginnen die Kolonien erst zu wachsen; eine großflächige Verbreitung der Königinnen hat meist noch nicht stattgefunden. Eine der spannendsten Fragen für die Wissenschaft ist, wie die Hornisse auf die einzigartigen klimatischen Bedingungen der Kanaren reagiert. Die Inseln bieten ein Mikroklima, das sich deutlich vom Norden der Iberischen Halbinsel unterscheidet.

Derzeit raten die Spezialisten zur Besonnenheit. Panik sei der falsche Ratgeber. Statt sofortiger großflächiger Ausrottungskampagnen steht die Bewusstseinsbildung der Bevölkerung an erster Stelle.

Erkennung: So identifizieren Sie die Asiatische Hornisse

Wer auf den Kanaren unterwegs ist, sollte die Merkmale kennen. Die Asiatische Hornisse ist deutlich größer als die heimische Deutsche Wespe – sie erreicht eine Länge von bis zu drei Zentimetern. Ihr Erscheinungsbild ist markant:

  • Körper: Vorwiegend dunkel gefärbt.
  • Beine: Auffällig gelbe Enden.
  • Hinterleib: Ein charakteristisches gelb-oranges Band als Wiedererkennungsmerkmal.
Details Asiatische Hornisse
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Doch Achtung: Ihre Größe ist nicht nur ein optisches Merkmal, sondern auch ein praktisches. Der Stachel ist länger, was ihr ermöglicht, mehr Gift bei einem Stich abzugeben. Dennoch ist ihr Gift nicht potenter als das anderer Wespenarten. Das gesundheitliche Risiko ist vor allem für Menschen mit bekannten Allergien gegen Bienen- oder Wespenstiche relevant.

Sicherheitshinweis für die Bevölkerung

Ein wichtiger Punkt für alle Hobby-Gärtner und Naturfreunde: Die gängige Schutzkleidung der Imker reicht bei einer Begegnung mit der Asiatischen Hornisse nicht aus. Die Tiere sind in der Lage, Schutzanzüge zu durchdringen. Daher gilt das strikte Gebot: Versuchen Sie niemals, ein Nest in Eigenregie zu entfernen. Dies ist ausschließlich hochspezialisiertem Personal vorbehalten, das die Arbeiten meist in der Nacht durchführt, wenn die Tiere am wenigsten aktiv sind.

Wie Sie helfen können: Melden statt Handeln

Die Behörden sind bei der Überwachung auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen. Da die Hornissen Wasser benötigen, werden sie besonders häufig in der Nähe von Brunnen, Wassertanks oder privaten Swimmingpools gesichtet. Auch an Bienenstöcken gehen sie als Fleischfresser gezielt auf die Jagd.

Falls Sie eine Asiatische Hornisse oder ein verdächtiges Nest entdecken, verhalten Sie sich ruhig und halten Sie Abstand. Die Tiere sind grundsätzlich nicht aggressiv, es sei denn, man nähert sich ihrem Nest zu sehr.

So melden Sie Sichtungen:

  1. Notfallnummer: Kontaktieren Sie das CECOES unter der 1-1-2.
  2. Direktkontakt RedEXOS: Senden Sie Fotos oder Videos des Tieres oder des Nestes per WhatsApp an die Nummer 646 601 457.

Die schnelle Meldung ermöglicht es den Experten, ein genaues Lagebild zu erstellen. Nur durch eine konzertierte Aktion von Bürgern und Behörden lässt sich die Ausbreitung dieser invasiven Art wirksam kontrollieren. Bleiben Sie wachsam, aber behalten Sie einen kühlen Kopf – die Wissenschaft arbeitet bereits mit Hochdruck daran, die Situation auf den Kanaren unter Kontrolle zu halten. – TF

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