Gran Canaria – Die Kanarischen Inseln sind am heutigen Freitag von einer spürbaren seismischen Aktivität überrascht worden. Ein Seebeben der Stärke 4,8 erschütterte die Region nördlich von Gran Canaria und war auf weiten Teilen der Insel sowie auf benachbarten Inseln deutlich zu verspüren. Experten des Nationalen Geographischen Instituts (IGN) haben sich bereits zur Lage geäußert.
Seebeben bei Gran Canaria: Details zum seismischen Ereignis
Das Beben ereignete sich am Vormittag um genau 9:50 Uhr. Das Epizentrum lag etwa 61 Kilometer vor der Küste Gran Canarias in einer Tiefe von rund 30 Kilometern. Die Erschütterungen waren nicht nur auf Gran Canaria, sondern auch in Teilen von Fuerteventura und Teneriffa wahrnehmbar. Bewohner aus Orten wie Las Palmas, Telde, Gáldar und Agaete berichteten von spürbaren Bewegungen.
Kurz nach dem Hauptbeben folgten zwei kleinere Nachbeben mit Magnituden von 2,2 und 3,3. Bereits am frühen Morgen, gegen 9:15 Uhr, gab es zudem ein leichtes seismisches Ereignis im Nordwesten der Insel (Magnitude 2,1), das jedoch in einem völlig anderen Zusammenhang steht.
Experten-Einschätzung: Tektonik statt Vulkanismus
Die Direktorin des IGN auf den Kanarischen Inseln, Ithaiza Domínguez, ordnete das Ereignis gegenüber lokalen Medien ein. Sie betonte, dass der Standort des Bebens zwar „atypisch“ sei, da er weit abseits der üblichen, seismisch hochaktiven Zonen liege, aber keineswegs ohne Präzedenzfall bleibe.
Hinsichtlich der Ursache geht das Institut derzeit primär von einem tektonischen Ursprung aus. Domínguez erklärte, dass das Ereignis vermutlich durch langfristige Energieentladungen innerhalb der ozeanischen Erdkruste, die auf die afrikanische Kontinentalkruste trifft, ausgelöst wurde. Das Beben sei als eine Art plötzliche Energiefreisetzung nach einem langen Speicherprozess zu verstehen.
Entwarnung: Kein vulkanischer Bezug
Eine der brennendsten Fragen der Bevölkerung betraf einen möglichen Zusammenhang mit vulkanischer Aktivität – insbesondere mit dem bekannten Unterwasservulkan Enmedio, der zwischen Teneriffa und Gran Canaria liegt. Hier konnten die Experten weitgehend Entwarnung geben.
„Wir können es nie mit absoluter Sicherheit sagen, aber prinzipiell hat dies nichts mit vulkanischer Aktivität zu tun“, so Domínguez. Ein starkes Indiz dafür ist das seismische Muster: Vulkanische Unruhen äußern sich meist in Form von „Schwärmen“ zahlreicher kleinerer Ereignisse. In diesem Fall gab es jedoch ein deutliches Hauptbeben gefolgt von schwächeren Nachbeben – ein klassisches Verhalten für tektonische Verschiebungen.
Historischer Kontext
Die seismische Aktivität in der Region um die Kanaren wird vom IGN permanent überwacht. Erschütterungen dieser Stärke lösen bei vielen Bewohnern Erinnerungen aus – insbesondere an das Jahr 1989, als ein Beben der Stärke 5,2 in der Nähe des Volcán de Enmedio für Unruhe sorgte. Das aktuelle Ereignis am Freitag zeigt erneut, dass die Region geologisch aktiv bleibt, auch wenn ein direkter vulkanischer Ausbruch derzeit ausgeschlossen wird.
Bisher wurden keine nennenswerten Schäden an der Infrastruktur gemeldet. Die Behörden beobachten die seismischen Daten weiterhin genau, um etwaige weitere Bewegungen frühzeitig zu erkennen. – MF
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