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Kreislaufwirtschaft auf Gran Canaria: So will Valleseco seine Landwirtschaft stärken

Als Standort soll die Zone La Laguna dienen.

Lesedauer 3 Minuten

Nachhaltiger Meilenstein für die Gemeinde im Norden Gran Canarias

Valleseco – Die Gemeinde Valleseco steht vor einer entscheidenden umweltpolitischen Weichenstellung: Das Rathaus (Ayuntamiento) plant den Bau einer modernen Anlage zur Biokompostierung im beliebten Naherholungsgebiet La Laguna. Auf einem fast 17.000 Quadratmeter großen Grundstück, das sich in unmittelbarer Nähe des dortigen Fußballplatzes befindet, soll künftig eine professionelle Behandlungsanlage für organische Abfälle entstehen. Das Areal wurde hierfür eigens für 200.000 Euro von der Familie Arencibia Rodríguez erworben.

Dieses ambitionierte Projekt soll ein langwieriges Problem der Region lösen. Wie José Luis Rodríguez, der Bürgermeister von Valleseco, erklärt, nutzte die Gemeinde das Gebiet um La Laguna bereits in der Vergangenheit, um landwirtschaftliche Grünabfälle zu sammeln und aufzubereiten. Aufgrund strengerer Umweltauflagen der Inselregierung (Cabildo de Gran Canaria) musste dieser Prozess jedoch vorübergehend eingestellt werden. Die Folge: In der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde sammelten sich große Mengen an Pflanzenresten an. Diese trockenen, leicht brennbaren Materialien stellten ein zunehmendes Risiko für Wald- und Flächenbrände dar und konnten nicht effizient aus dem Norden der Insel abtransportiert werden.

Kreislaufwirtschaft zur Stärkung der lokalen Landwirtschaft

Das primäre Ziel der neuen Anlage ist der Aufbau einer durchdachten Kreislaufwirtschaft. Geplant ist eine weitläufige, horizontale Plattform, auf der Pflanzenreste sowohl aus der kommunalen Pflege als auch von lokalen Landwirten sicher gelagert und gehäckselt werden können. Durch einen natürlichen Kompostierungsprozess entsteht daraus im Anschluss hochwertiger, ökologischer Dünger. Dieser Kompost soll den Landwirten von Valleseco wieder zur Verfügung gestellt werden, um die Bodenstruktur der Anbauflächen nachhaltig zu verbessern und die Erträge auf natürliche Weise zu steigern.

Bürgermeister Rodríguez betont dabei ausdrücklich die Umweltverträglichkeit des Projekts: Bei dem angewandten Verfahren handelt es sich um eine sogenannte aerobe Kompostierung. Das bedeutet, der Zersetzungsprozess findet unter Zufuhr von Sauerstoff statt. Dadurch entstehen weder giftige Gase noch schädliche Emissionen in der Luft. Um diesen sauberen und gesunden Prozess zu gewährleisten, wird die Anlage mit modernen Zerkleinerungsanlagen und speziellen Umsetzern ausgestattet, die das Material regelmäßig wenden und belüften.

Finanzierung und zukünftige Verwaltung

Um die Realisierung und die Finanzierung dieses für die Umwelt so wichtigen Projekts sicherzustellen, hat das Rathaus bereits erste Gespräche mit dem Cabildo de Gran Canaria sowie der kanarischen Regierung (Gobierno de Canarias) aufgenommen. Sobald die finanziellen Rahmenbedingungen geklärt sind, soll die detaillierte Ausarbeitung des Projekts folgen.

Hinsichtlich der zukünftigen Betriebsführung zieht die Gemeinde verschiedene Modelle in Betracht. Eine Option ist die Vergabe einer Verwaltungskonzession an ein spezialisiertes, externes Unternehmen. Alternativ könnte das gemeindeeigene Unternehmen Senderos del Valle, das bereits erfolgreich für die Reinigung von Straßen, Parks und Gärten in Valleseco zuständig ist, das Management der Biokompostierungsanlage übernehmen.

Genaue Baukosten können zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht beziffert werden. Die Verwaltung weist darauf hin, dass zunächst eine genaue Schätzung des künftigen Biomasse-Aufkommens durchgeführt werden muss, um auf dieser Basis eine fundierte finanzielle Machbarkeitsstudie zu erstellen.

Für Bürgermeister Rodríguez steht der Nutzen für die Bevölkerung im Vordergrund: „Wir wollen, dass unsere Nachbarn ihre Pflanzenabfälle wieder in das Gebiet von La Laguna bringen können – dorthin, wo sie schon immer hingebracht wurden.“ Die Gemeinde ist fest davon überzeugt, dass sich die anfänglichen Investitionskosten langfristig amortisieren und das Projekt einen spürbaren wirtschaftlichen und ökologischen Mehrwert für Valleseco generieren wird. – TF

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