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Stimme aus dem Nichts: Wie eine neue Technik die Dünen von Maspalomas schützen soll

Ob Lautsprecher wirklich etwas bringen werden?

Lesedauer 3 Minuten

Die Behörden auf Gran Canaria verstärken ihre Bemühungen zum Schutz des empfindlichen Ökosystems der Dünen von Maspalomas. Angesichts der anhaltenden Missachtung von Absperrungen setzen der Inselrat und lokale Sicherheitskräfte nun auf eine Kombination aus technischer Überwachung und direkter Besucheransprache. Im Zentrum der neuen Maßnahmen stehen Drohnen sowie ein kürzlich installiertes Lautsprechersystem.

Massiver Einsatz von Sicherheitskräften und Drohnentechnik

Zu einer der besucherstärksten Zeiten hat der Inselrat am vergangenen Freitag eine groß angelegte Kontrollaktion im Naturschutzgebiet durchgeführt. Ziel war es, unachtsame Besucher, die sich abseits der offiziellen Wege bewegten, aufzuklären und aus den geschützten Zonen zu weisen. Die Operation war eine beispiellose Zusammenarbeit verschiedener Institutionen: Neben Einsatzkräften des Umweltministeriums waren der Naturschutzdienst der Guardia Civil (SEPRONA), die Polizei der Kanarischen Inseln sowie die örtliche Polizei von San Bartolomé de Tirajana vor Ort.

Besonders effektiv erwies sich dabei der Einsatz einer Drohneneinheit der lokalen Polizei. Die fliegenden Kameras ermöglichen es den Beamten, das weitläufige und unübersichtliche Dünengebiet in Echtzeit zu überwachen und Personen, die die empfindliche Flora und Fauna gefährden, schnell zu lokalisieren. Diese Maßnahme dient primär der Information und Prävention, um die direkten Auswirkungen des Massentourismus auf die geschützte Landschaft so gering wie möglich zu halten.

Neue Lautsprecheranlage: Dreisprachige Warnrufe am Mirador

Als präventive Ergänzung zu den personellen Kontrollen ist seit dem 26. August ein neues Lautsprechersystem am beliebten Aussichtspunkt Mirador de las Dunas in Betrieb. In einem Rhythmus von 15 Minuten werden automatisierte Durchsagen auf Spanisch, Englisch und Deutsch abgespielt. Diese erinnern Touristen und Einheimische eindringlich daran, die markierten Wege nicht zu verlassen und die geltenden Naturschutzrichtlinien strikt zu befolgen.

Die Betriebszeiten der Anlage sind strategisch gewählt: Die Durchsagen erfolgen morgens zwischen 7:30 und 10:00 Uhr sowie abends von 18:00 bis 21:00 Uhr. Diese Zeitfenster fallen exakt mit dem Sonnenaufgang und Sonnenuntergang zusammen – jenen Momenten, in denen das Reservat eine magische Anziehungskraft auf Spaziergänger ausübt. Sensoren des Projekts „Impulsa Maspalomas“ belegen, dass allein in diesen kritischen Stunden täglich rund eintausend Menschen das Gebiet passieren.

Ein fragiles Ökosystem in akuter Gefahr

Die Dünen von Maspalomas sind weit mehr als nur eine malerische Fotokulisse. Sie bilden ein hochkomplexes Naturschutzgebiet (Reserva Natural Especial). Das Verlassen der Wege führt zur Zerstörung der spärlichen Vegetation, die für die Stabilisierung der Sandmassen unerlässlich ist. Zudem werden seltene Insektenarten und nistende Vögel in ihrem Lebensraum gestört. (Quelle der ökologischen Einordnung: Offizielle Umweltdaten des Cabildo de Gran Canaria). Jeder Fußtritt abseits der Pfade trägt zur fortschreitenden Degradation dieses einzigartigen Naturwunders bei.

Appell an die Vernunft der Besucher

Raúl García Brink, der für Umweltangelegenheiten zuständige Inselrat, ordnet das neue Vorgehen ein. Er erklärte, dass sich die Lautsprecherinitiative derzeit noch in einer Pilotphase befinde. Der Erfolg der Bemühungen hänge jedoch nicht allein von der Technik oder der Präsenz der Behörden ab. García Brink richtete einen dringenden Appell an alle Anwohner und Urlauber, aktiv beim Schutz dieses besonders sensiblen Gebiets mitzuhelfen. Der langfristige Erhalt dieses Wahrzeichens von Gran Canaria sei untrennbar mit dem verantwortungsvollen Verhalten jedes einzelnen Besuchers verbunden. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
Der lange Kampf um das Naturerbe: Mehr Drohnen kontrollieren jetzt die Dünen von Maspalomas, vom 07.07.2026
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