Las Palmas – Die Stadtverwaltung von Las Palmas de Gran Canaria weitet den Einsatz von Greifvögeln zur Regulierung der städtischen Taubenpopulation aus. Nach erfolgreichen Testläufen in verschiedenen Stadtteilen wird die biologische Schädlingsbekämpfung nun auf das stark frequentierte Geschäftsviertel Mesa y López ausgedehnt.
Ausweitung der Falknerei auf Mesa y López
Mit der Ausweitung des Greifvogel-Einsatzes reagiert die Kommune auf die anhaltend hohe Taubendichte im Einkaufs- und Geschäftsviertel Mesa y López. Das Projekt basiert auf den Erfahrungen eines Pilotprogramms, das im Dezember 2025 gestartet wurde. Nach Angaben der Stadtverwaltung führten die bisherigen Maßnahmen in den Testgebieten zu spürbaren Ergebnissen, woraufhin die Entscheidung für den beschleunigten Ausbau der Vertreibungsflüge fiel.
Biologische Schädlingsbekämpfung: So wirken Harris-Bussarde
Im Zentrum der Maßnahme stehen ausgebildete Harris-Bussarde (Parabuteo unicinctus, auch bekannt als Wüstenbussard). Diese Greifvogelart nimmt in der Natur die Rolle eines natürlichen Fressfeindes von Tauben ein. Die Funktionsweise der Falknerei im urbanen Raum beruht auf einem rein visuellen und territorialen Verdrängungseffekt:
- Keine Tötungsabsicht: Die Bussarde sind darauf trainiert, Präsenz im Luftraum zu zeigen, ohne die Stadttauben gezielt zu verletzen oder zu töten.
- Natürlicher Schreckreiz: Die bloße Wahrnehmung der Raubvögel löst bei Tauben einen Flucht- und Ausweichinstinkt aus.
- Nachhaltige Verdrängung: Durch das regelmäßige Auftauchen der Bussarde meiden die Taubenschwärme das entsprechende Areal mit der Zeit vollständig.
Wie die zuständige Stadträtin Carmen Luz Vargas mitteilte, stellt diese biologische Vergrämung eine tierfreundliche und gewaltfreie Methode dar, um das Zusammenleben von Mensch und Tier im öffentlichen Raum zu verbessern.
Einsatzplan: Erkundung und unregelmäßige Kontrollflüge
Die Umsetzung im Viertel Mesa y López erfolgt in zwei aufeinander abgestimmten Phasen:
Zunächst absolvieren die Greifvögel Orientierungs- und Erkundungsflüge, um die baulichen Strukturen sowie die spezifischen Gegebenheiten des Geschäftsviertels kennenzulernen. In der anschließenden Hauptphase führen die Falkner die Flüge in wechselnden Zeitabständen und an unterschiedlichen Wochentagen durch. Diese zeitliche Unberechenbarkeit verhindert, dass sich die Tauben an die Anwesenheit der Raubvögel gewöhnen.
Bisherige Einsatzgebiete und Erfolge seit Ende 2025
Die Falknerei ist Teil eines übergeordneten städtischen Wildtiermanagements. Seit Beginn des Pilotprojekts im Dezember 2025 wurden vergrämende Flüge bereits in mehreren stark frequentierten Abschnitten der Inselhauptstadt durchgeführt. Zu den bisherigen Einsatzorten zählen:
- Der Küstenbereich der Playa de Las Canteras
- Das historische Handelsviertel Triana
- Die Fußgängerzone Pérez Galdós
- Der Platz La Victoria (Plaza de España)
- Der Bereich rund um die Plaza de Santa Catalina
In allen genannten Zonen konnte nach Angaben der Behörden ein kontinuierlicher Rückgang der Taubenpräsenz verzeichnet werden.
Ergänzende Maßnahmen und Fütterungsverbot
Neben dem Einsatz von Greifvögeln setzt die Stadtverwaltung auf ergänzende Regulierungsinstrumente. Dazu gehört das Aufstellen von Spezialkäfigen an ausgewählten Standorten und öffentlichen Gebäuden, die einer besonders intensiven Überwachung bedürfen.
Zudem weist die Stadt auf die entscheidende Rolle der Bevölkerung hin. Das Füttern von Tauben und anderen Wildtieren im Stadtgebiet ist nach der städtischen Tierschutz- und Tierhaltungsverordnung ausdrücklich untersagt und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Essensreste und Futterangebote begünstigen die übermäßige Vermehrung der Tiere und untergraben die Wirksamkeit der biologischen Vergrämungsmaßnahmen.
Quelle: Offizielle Mitteilung der Stadtverwaltung Las Palmas de Gran Canaria (Ayuntamiento de Las Palmas de Gran Canaria) / Ergänzende Informationen zum Wüstenbussard (Parabuteo unicinctus) aus ornithologischen Fachpublikationen zur biologischen Schädlingsbekämpfung.
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