Kanaren – Ab Samstag, dem 5. September 2026 (10:00 Uhr), gilt auf Gran Canaria und Teneriffa offiziell die Waldbrand-Alarmstufe. Diese weitreichende Entscheidung traf die kanarische Regierung über die Generaldirektion für Notfälle, basierend auf aktuellen Warnungen des staatlichen Wetterdienstes (AEMET) und des kanarischen Waldbrandschutzplans (INFOCA).
Tropische Hitzewelle erhöht das Feuerrisiko drastisch
Der Auslöser für diese Alarmbereitschaft ist eine ungewöhnliche Wetterlage mit stark tropischen Eigenschaften. Eine gefährliche Kombination aus extrem hohen Temperaturen, sehr geringer Luftfeuchtigkeit und moderaten bis starken Winden schafft derzeit kritische Bedingungen in der freien Natur. Auf Gran Canaria klettert das Thermometer in den mittleren und hohen Lagen auf über 34 Grad Celsius – lokal können sogar drückende Spitzenwerte von bis zu 37 Grad erreicht werden. Hinzu kommen anhaltende Windböen von über 30 km/h, was die Ausbreitung eines möglichen Feuers extrem beschleunigen würde. Auch auf Teneriffa liegen die Temperaturen in weiten Teilen der betroffenen Zonen flächendeckend über der 33-Grad-Marke.
Ein weiterer Risikofaktor, der Umweltexperten und Förster gleichermaßen in Alarmbereitschaft versetzt, ist das hohe Potenzial für sogenannte trockene Gewitter. Bei diesen Wetterphänomenen können Blitzeinschläge direkt in Waldgebiete erfolgen, ohne dass rettender Niederschlag fällt. Das durch die Hitze ohnehin stark ausgetrocknete Unterholz bietet dann den perfekten Nährboden für schnelle und verheerende Flächenbrände.
Bedrohung für sensible Ökosysteme
Die aktuellen Gefahrenzonen sind geografisch klar eingegrenzt. Auf Gran Canaria betrifft die höchste Alarmstufe vor allem die sensiblen Bergregionen. Im Norden gilt der Alarm für alle Landschaftsgebiete oberhalb von 600 Metern, während im Westen, Süden und Osten bereits Lagen ab 400 Metern Höhe betroffen sind. Auf Teneriffa konzentriert sich die Warnung auf die mittleren Höhenlagen, die Gipfelregionen sowie den gesamten Westen der Insel.
Besonders die heimischen Kiefernwälder (Pino Canario) sowie die empfindliche Tierwelt in den Höhenlagen leiden unter dem enormen Hitzestress dieser Wetterperiode. Obwohl die Kanarische Kiefer als relativ feuerresistent gilt, können schnelle Flächenbrände die Bodendecke, junge Triebe und die dort ansässigen Tierarten massiv und nachhaltig schädigen. Während auf den beiden Hauptinseln akute Gefahr herrscht, befinden sich El Hierro, La Palma und La Gomera – sowie die restlichen Gebiete von Teneriffa und Gran Canaria – derzeit in einer offiziellen Vorwarnstufe (Prealerta).
Wichtige Verhaltensregeln für den Schutz der Natur
Aufgrund der extremen Trockenheit und der unsicheren Wetterentwicklung mahnen die Behörden zu höchster Vorsicht im Umgang mit der Natur. Personen, die in den Bergen unterwegs sind, sollten sich im Vorfeld unbedingt über Fluchtwege und alternative Routen informieren. Wanderer werden dringend gebeten, ausschließlich auf den offiziell markierten Wegen zu bleiben und Bereiche mit guter Sichtweite nicht zu verlassen.
Das Wildcampen außerhalb der ausdrücklich genehmigten Zonen ist strengstens untersagt, um kein unnötiges Risiko für Mensch und Natur einzugehen. Diese verschärften Sicherheitsanweisungen gehen aus den aktuellen Berichten der Notfallbehörden hervor.
Die Situation bleibt hochdynamisch und wird von den meteorologischen Diensten rund um die Uhr überwacht. Da sich das Wetter in den Bergen sehr schnell ändern kann, passen die Einsatzkräfte ihre Präventionsmaßnahmen kontinuierlich an die bevorstehenden Updates der Wettermodelle an. – TF
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