Ingenio – Ingenio setzt auf Gran Canaria künftig auch Greifvögel ein, um Tauben und Turteltauben aus dicht besiedelten Bereichen zu vertreiben. Die Gemeinde hat dafür einen Falknereidienst gestartet, der schrittweise in mehreren Teilen des Gemeindegebiets zum Einsatz kommt. Das Ziel ist, die Ansammlungen der Vögel in urbanen Bereichen zu verringern und Beschwerden über Kot, Verschmutzungen und Lärm einzudämmen.
Der Dienst wird von der Firma Necaex ausgeführt. Nach Angaben des Rathauses kommen dafür ausgebildete Greifvögel zum Einsatz. Die Tiere sollen die Tauben dazu bewegen, ihre bisherigen Aufenthaltsorte zu verlassen und sich stärker in nicht bebaute beziehungsweise ländliche Bereiche zurückzuziehen. Die Arbeiten erfolgen nicht gleichzeitig im gesamten Gemeindegebiet, sondern nach und nach in einzelnen Zonen.
Einsatz in El Carrizal beobachtet
Am Donnerstag, 29. Oktober 2026, begleitete der für öffentliche Gesundheit zuständige Gemeinderat Rubén López eine der Maßnahmen. Sie fand in den Bereichen Vuelta Olivares und La Hoya im Ortsteil El Carrizal statt. Dabei erläuterte López, warum die Gemeinde die Falknerei als weiteres Instrument in ihre Maßnahmen zur Kontrolle der Vogelbestände aufgenommen hat.
Nach Darstellung des zuständigen Dezernenten soll die Methode helfen, die Taubenpopulation zu kontrollieren und die Tiere aus den städtischen Bereichen in ländlich geprägte Zonen zu lenken. Damit sollen mögliche Belastungen für Anwohner sowie Probleme mit der Sauberkeit im öffentlichen Raum reduziert werden. Die Gemeinde beschreibt die Maßnahme als Ergänzung zu den bisherigen Aktivitäten zur Kontrolle der Vogelbestände.
Ähnliche Methode bereits in Las Palmas
Auch in Las Palmas de Gran Canaria wird Falknerei zur Regulierung der Stadttauben eingesetzt. Wie die dortige Stadtverwaltung im Juli 2026 mitteilte, kommen in der Hauptstadt Harris-Bussarde zum Einsatz. Das Pilotprojekt war im Dezember 2025 gestartet worden; später wurde es unter anderem auf das Geschäftsviertel Mesa y López ausgeweitet. Nach Angaben der Stadtverwaltung ging die Zahl der Tauben in mehreren bisherigen Einsatzbereichen zurück.
Die Projekte in Ingenio und Las Palmas verfolgen damit ein ähnliches Ziel, sind aber nicht automatisch gleichzusetzen: Für Ingenio nennt die Gemeinde bislang keine konkrete Greifvogelart. Auch Angaben zur Dauer des Dienstes, zu den Einsatzzeiten oder zu bereits erreichten Ergebnissen wurden in der Mitteilung nicht veröffentlicht. Ob sich die Tauben dauerhaft aus den betroffenen Wohngebieten zurückziehen, muss sich daher im weiteren Verlauf zeigen.
Mit dem schrittweisen Einsatz in unterschiedlichen Zonen will Ingenio die Belastung durch größere Taubenansammlungen begrenzen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Sauberkeit öffentlicher Bereiche, die Verringerung von Lärm und die von der Gemeinde angeführte Sorge um die öffentliche Gesundheit. – MF
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