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Maspalomas im Wandel: 6-Millionen-Euro-Projekt revitalisiert die legendäre Palmenoase

Erfahren Sie alles über die dreiphasige Sanierung der Oase von Maspalomas.

Lesedauer 4 Minuten

Maspalomas – Die Gemeinde San Bartolomé de Tirajana im Süden Gran Canarias steht vor einer ihrer bedeutendsten landschaftlichen Transformationen der letzten Jahrzehnte. In einer gemeinsamen Pressekonferenz gaben Antonio Morales, Präsident des Inselrats von Gran Canaria, und Marco Aurelio Pérez, Bürgermeister von San Bartolomé de Tirajana, den Startschuss für ein ehrgeiziges Projekt: Die umfassende Sanierung und ökologische Aufwertung der Palmenoase von Maspalomas.

Mit einem Investitionsvolumen von über sechs Millionen Euro zielt die Maßnahme darauf ab, das fragile Gleichgewicht zwischen Naturschutz und erstklassigem Tourismus neu zu definieren. Es geht nicht nur um einfache Verschönerungen, sondern um den Erhalt eines Erbes, das für die Identität der Insel von unschätzbarem Wert ist.

Ein strategisches Projekt für die „Lunge“ des Südens

Die Oase von Maspalomas ist weit mehr als nur eine Ansammlung von Palmen. Sie ist das Herzstück eines komplexen Ökosystems, in dem die berühmten Dünen, die Lagune (La Charca) und der Palmenhain (El Palmeral) eine untrennbare Einheit bilden. Antonio Morales betonte während der Präsentation, dass die Investition von exakt 6.061.443 Euro darauf abzielt, „die einzigartigen und exklusiven Werte der Oase hervorzuheben“.

Das Projekt wird von der staatlichen Firma Tragsa durchgeführt, die für ihre Expertise in Umwelt- und Infrastrukturprojekten bekannt ist. Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, der ökologische Nachhaltigkeit mit hoher Aufenthaltsqualität für Einheimische und Touristen verbindet.

„Wir wollen einen Ort schaffen, der weltweit einzigartig ist und zu den herausragendsten Enklaven der Kanarischen Inseln zählt“, so Morales.

Die drei Phasen der Transformation: Ein detaillierter Blick

Um die Beeinträchtigungen für Besucher so gering wie möglich zu halten und eine strukturierte Umsetzung zu gewährleisten, wurde das Projekt in drei klare Phasen unterteilt:

Phase A: Das Tor zur Oase

Die erste Phase konzentriert sich auf die Infrastruktur und den Empfang. Hier entstehen der Haupteingang, moderne Sicherheitsbereiche sowie Verwaltungsbüros und öffentliche Sanitäranlagen. Es ist der Grundstein für ein geordnetes Besuchermanagement, das den Schutz des Geländes sicherstellt.

Phase B: Die „Bio-Gesunde Route“ und der Blick auf die Dünen

Dieser Abschnitt ist das Herzstück der touristischen Aufwertung. Auf einer Fläche von über 1.500 Quadratmetern entstehen die Laguna de Flores, ein interaktiver Brunnen und der lang ersehnte Mirador de Las Dunas (Aussichtspunkt der Dünen).

Besonders innovativ ist die Integration der Prinzipien von Sebastian Kneipp. Die „Bio-Gesunde Route“ umfasst fünf Zonen, die Körper und Geist harmonisieren sollen:

  • Balance & Natur: Orte der Ruhe inmitten einheimischer Flora.
  • Wasser & Aktivität: Ein interaktiver Bereich zur körperlichen Betätigung.
  • Ernährung & Achtsamkeit: Informationspunkte zur nachhaltigen Lebensweise.

Phase C: Erlebnisraum für die nächste Generation

Die finale Phase widmet sich den jüngsten Besuchern. Ein über 300 Quadratmeter großer Kinderspielbereich wird mit umweltfreundlichen Materialien errichtet. Hier soll spielerisch das Bewusstsein für die Natur vermittelt werden, eingebettet in die schützende Kulisse des Palmenhains.

Das „Haus des Malers“: Vom Rechtsstreit zum Besucherzentrum

Bürgermeister Marco Aurelio Pérez lieferte wichtige Details zur Erweiterung des Geländes. Ein zentraler Punkt ist die Rückgewinnung des sogenannten „Malerhauses“ (Casa des Pintors). Nach einem langen Rechtsstreit hat die Gemeinde bereits 3,5 Millionen Euro investiert, um dieses strategisch günstig gelegene Grundstück inmitten der Oase zurückzuerwerben.

Geplant ist, dieses historische Gebäude in das zukünftige Besucherzentrum der Dünen umzuwandeln. Es soll als zentraler Informationsknotenpunkt dienen, an dem Besucher die Geschichte der Entstehung der Dünen und die Bedeutung des Naturschutzes erfahren können. Pérez betonte, dass man derzeit an der Integration weiterer privater Grundstücke arbeite, um die Oase langfristig auf eine Gesamtfläche von über 90.000 Quadratmetern zu vergrößern.

Nachhaltigkeit und Innovation: Solarparks und Lichtkonzepte

Ein modernes Projekt im Jahr 2024 kommt nicht ohne technologische Innovationen aus. Auf den Dächern der Eingangsmodule wird ein kleiner Solarpark installiert, um die Energieeffizienz des Parks zu steigern. Zudem wird ein spezielles Beleuchtungskonzept mit vier verschiedenen Modi implementiert, das die Tierwelt nachts schont, aber gleichzeitig Sicherheit und ästhetische Akzente bietet.

Die Flora und Fauna stehen dabei stets im Mittelpunkt. Der neue Aussichtspunkt bietet ideale Bedingungen zur Beobachtung der einheimischen Vögel und der einzigartigen Reptilienfauna Gran Canarias, wie etwa der Rieseneidechse (Gallotia stehlini).

Ein breiteres Netzwerk: Weitere Investitionen im Süden

Das Projekt in der Oase ist Teil einer gigantischen Investitionswelle für San Bartolomé de Tirajana. Tourismusrat Carlos Álamo hob hervor, dass seit 2020 rund 17 Millionen Euro in die Erneuerung der touristischen Infrastruktur geflossen sind. Weitere Großprojekte stehen bereits in den Startlöchern:

  1. Neugestaltung des Leuchtturms (Faro de Maspalomas): Drei Millionen Euro für die Umgebung des Wahrzeichens.
  2. Sanierung des Maspalomas-Stadions: Vier Millionen Euro für Sport und Freizeit.
  3. Städtischer Markt: Ein Budget von fast 8 Millionen Euro für eine moderne Markthalle.
  4. Dünen-Zugänge: Fast eine Million Euro für verbesserte Wege zu den Stränden.

Fazit: Ein Meilenstein für den ökologischen Tourismus

Die umfassende Umgestaltung der Palmenoase von Maspalomas markiert einen Wendepunkt. Weg vom Massentourismus der 80er Jahre, hin zu einem qualitativen, bewussten und ökologisch nachhaltigen Erlebnistraum. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Inselrat und der Gemeinde zeigt, dass der Erhalt der natürlichen Schönheit Gran Canarias oberste Priorität hat.

Für Urlauber bedeutet dies in naher Zukunft ein deutlich aufgewertetes Erlebnis. Für die Insel bedeutet es die Sicherung ihres wertvollsten Gutes: Einer einzigartigen Landschaft, die es so kein zweites Mal auf der Welt gibt.

Bleiben Sie informiert über den Fortschritt der Bauarbeiten und weitere News aus Gran Canaria auf unserem Portal. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
Umgestaltung des Palmenhains in Maspalomas genehmigt, über 6 MIO € eingeplant!, vom 07.06.2024

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