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MetroGuagua: 7,57 Millionen Euro vom Staat gesichert – doch die Kosten steigen weiter

Der nächste Millionen-Beschluss und die Frage, wann endlich gebaut wird

Lesedauer 8 Minuten

Las Palmas – Die MetroGuagua in Las Palmas de Gran Canaria erhält eine neue finanzielle Grundlage. Der Stadtrat hat eine außergewöhnliche Erhöhung der mehrjährigen Ausgaben genehmigt und damit insgesamt 32,98 Millionen Euro für den Bau der Station Hoya de La Plata in den kommenden drei Jahren eingeplant. Gleichzeitig konnte die Stadt zwei staatliche Förderzusagen über zusammen 7,57 Millionen Euro erhalten, nachdem die ursprünglichen Verwendungszwecke geändert und die Fristen verlängert worden waren. Für eines der umstrittensten Infrastrukturprojekte der Insel ist das ein wichtiger Schritt. Der starke Kostenanstieg und die jahrelangen Verzögerungen bleiben allerdings zentrale Themen.

Las Palmas plant fast 33 Millionen Euro für Hoya de La Plata

Im Mittelpunkt der jüngsten Entscheidung steht die zukünftige MetroGuagua-Station im Süden von Las Palmas. Die Plenarsitzung des Stadtrats hat einer außergewöhnlichen Anpassung der mehrjährigen Haushaltsverpflichtungen zugestimmt. Dadurch kann die Stadtverwaltung die notwendigen Ausgaben für das Bauvorhaben über die nächsten drei Jahre verteilen und die Finanzierung an den tatsächlichen Umfang des inzwischen genehmigten Projekts anpassen.

Die bisher vorgesehenen Haushaltsmittel waren für eine Infrastruktur dieser Größenordnung nicht ausreichend. Im kommunalen Investitionsplan standen zunächst lediglich rund 1,16 Millionen Euro als erster Kredit zur Verfügung. Die bislang angesetzten Ausgabengrenzen für die Folgejahre hätten die Umsetzung des neuen Projekts nicht ermöglicht.

Mit dem jetzt beschlossenen Finanzierungsrahmen soll sich das ändern. Insgesamt sind 32,98 Millionen Euro für die Station vorgesehen. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um die reinen Baukosten. Der genehmigte Projektwert liegt bei 29,98 Millionen Euro. Hinzu kommt ein üblicher Einbehalt von rund zehn Prozent, der zur Absicherung möglicher finanzieller Abweichungen während der Bauausführung vorgesehen ist. Dieser zusätzliche Betrag liegt bei knapp drei Millionen Euro.

Die Mittel sollen auf die Haushaltsjahre 2027, 2028 und 2029 verteilt werden. Für 2027 sind zunächst 2,74 Millionen Euro vorgesehen. Im darauffolgenden Jahr soll mit 17,96 Millionen Euro der größte Teil der Investition abgerufen werden. Für 2029 sind weitere 9,29 Millionen Euro zur Fertigstellung der Arbeiten eingeplant. Die zusätzliche finanzielle Absicherung wird ebenfalls im letzten Haushaltsjahr berücksichtigt.

Zwei staatliche Förderungen sichern insgesamt 7,57 Millionen Euro

Ein wichtiger Bestandteil der neuen Finanzierung sind zwei Zuschüsse der spanischen Regierung. Zusammen geht es um 7,57 Millionen Euro, die ursprünglich für andere Teile des MetroGuagua-Projekts vorgesehen waren. Da diese Vorhaben nicht wie geplant umgesetzt werden konnten, beantragte die Stadtverwaltung beim Ministerium für Verkehr und nachhaltige Mobilität eine Änderung der jeweiligen Verwendungszwecke.

Der erste Betrag stammt aus einem Förderprogramm aus dem Jahr 2022. Damals hatte die spanische Regierung fünf Millionen Euro für die Umsetzung der MetroGuagua-Abschnitte 7 und 8 zwischen der Marinebasis und Manuel Becerra bewilligt. Aufgrund der Verzögerungen und der Probleme rund um das Projekt im Bereich Santa Catalina konnte jedoch nicht die gesamte Summe für den ursprünglich vorgesehenen Zweck verwendet werden. Von der Förderung blieben 2,57 Millionen Euro übrig.

Im Januar 2026 wandte sich die Stadtverwaltung deshalb an das zuständige Ministerium. In einem Schreiben erklärte das Konsistorium, dass die Station Hoya de La Plata eine zentrale Bedeutung für das zukünftige Verkehrssystem habe. Gleichzeitig beantragte es die Erlaubnis, die verbliebenen 2,57 Millionen Euro für dieses Bauvorhaben einzusetzen.

Im Februar 2026 erhielt Las Palmas eine positive Antwort. Damit war die Verwendung der nicht ausgeschöpften Förderung für die Station im Süden der Stadt grundsätzlich genehmigt. Außerdem wurde ein Zeitraum von sechs Jahren für die Umsetzung der geförderten Arbeiten eingeräumt.

Die zweite Förderung stammt aus dem September 2023. Auch damals hatte der spanische Staat fünf Millionen Euro bewilligt. Das Geld war ursprünglich für den Bau von Garagen und Abstellanlagen der MetroGuagua in Jinámar vorgesehen.

Da die Stadtverwaltung die Station Hoya de La Plata inzwischen als vorrangiges Vorhaben einstufte, beantragte sie rund acht Monate später eine Änderung des Förderzwecks. Auch diesem Antrag wurde stattgegeben. Damit konnten weitere fünf Millionen Euro für das Bauvorhaben im Süden von Las Palmas eingeplant werden.

Allerdings musste die Stadt auch bei dieser Förderung eine Verlängerung der Umsetzungsfrist beantragen. Das entsprechende Schreiben wurde am 29. Juli 2026 eingereicht. Am 18. September 2026 folgte eine positive Entscheidung. Nach der erteilten Verlängerung darf das Geld nun bis zum 11. November 2029 verwendet werden.

Zusammen ergeben die beiden Förderbeträge 7,57 Millionen Euro. Die 2,57 Millionen Euro aus der ersten Förderung sollen in den Haushalt 2027 einfließen. Die weiteren fünf Millionen Euro aus der zweiten Förderung sind für 2028 vorgesehen. Die restliche Finanzierung muss die Stadt aus eigenen Haushaltsmitteln sicherstellen. Die staatlichen Zuschüsse sind somit Bestandteil der geplanten Finanzierung und nicht zusätzlich zu den 32,98 Millionen Euro zu verstehen.

Von 8,66 auf 29,98 Millionen Euro: Die Kostenentwicklung der Station

Die neue Finanzierungsentscheidung fällt vor dem Hintergrund einer erheblichen Kostensteigerung. Die Station Hoya de La Plata wurde ursprünglich im Jahr 2021 für rund 8,66 Millionen Euro vergeben. Die damalige Bauplanung konnte allerdings nicht wie vorgesehen umgesetzt werden. Nachdem die Arbeiten nur einen sehr geringen Fortschritt von ungefähr fünf Prozent erreicht hatten, wurde der ursprüngliche Vertrag beendet.

Bereits in unserem Bericht vom 10. September 2026 über die Kostenexplosion bei der MetroGuagua hatten wir die damalige neue Kostenschätzung von rund 23,8 Millionen Euro für Hoya de La Plata aufgegriffen. Inzwischen liegt der genehmigte Projektwert bei 29,98 Millionen Euro. Damit hat sich der finanzielle Aufwand gegenüber der ursprünglichen Vergabe mehr als verdreifacht.

Als Gründe für die gestiegenen Kosten werden zusätzliche konstruktive Anforderungen und die Verteuerung von Baumaterialien genannt. Hinzu kommen technische Anpassungen, die bei der ursprünglichen Planung noch nicht in dieser Form berücksichtigt worden waren.

Dazu gehört unter anderem die Anpassung des Lösch- und Brandschutzsystems an die zukünftige elektrische Fahrzeugflotte der MetroGuagua. Außerdem sind eine Photovoltaikanlage und eine entsprechende Transformatorenstation vorgesehen. Diese technischen Einrichtungen sollen die Energieversorgung und die Anforderungen des künftigen Betriebs berücksichtigen.

Die Station ist damit deutlich umfangreicher als eine gewöhnliche Bushaltestelle. Sie soll verschiedene Funktionen des Verkehrssystems an einem Standort zusammenführen. Das wirkt sich sowohl auf den baulichen Aufwand als auch auf die notwendigen technischen Installationen aus.

Die Stadt musste bereits frühere Fördermittel zurückzahlen

Die aktuelle Sicherung der 7,57 Millionen Euro ist auch deshalb von Bedeutung, weil die Stadt Las Palmas in der Vergangenheit bereits erhebliche staatliche Fördermittel im Zusammenhang mit der MetroGuagua zurückzahlen musste.

Besonders schwer wog eine Förderung aus dem Jahr 2018. Damals hatte das spanische Entwicklungsministerium zehn Millionen Euro für den Bau der Station Hoya de La Plata bereitgestellt. Da die Arbeiten nicht innerhalb der vorgeschriebenen Fristen abgeschlossen werden konnten, musste die Stadt das Geld zurückerstatten.

Zu den zehn Millionen Euro kamen Verzugszinsen von rund 2,3 Millionen Euro hinzu. Die Rückzahlung wurde im Jahr 2024 zum finanziellen Problem für die Stadtverwaltung. Hintergrund war, dass die Voraussetzungen zur fristgerechten Umsetzung des geförderten Bauvorhabens nicht erfüllt worden waren.

Die jetzt erhaltenen Förderverlängerungen sind davon zu unterscheiden. Es handelt sich nicht um eine Wiederherstellung der damals verlorenen zehn Millionen Euro, sondern um zwei andere Förderzusagen, deren Verwendung beziehungsweise Fristen nachträglich angepasst werden konnten.

So soll die neue Station Hoya de La Plata aussehen

Die Station soll künftig eine zentrale Rolle im südlichen Teil des MetroGuagua-Netzes übernehmen. Nach den Planungen wird sie nicht nur als Start- und Endpunkt der neuen Schnellbusverbindung dienen. Auch andere Linien von Guaguas Municipales sollen dort Anschlüsse erhalten.

Nach Angaben des städtischen Verkehrsunternehmens Guaguas Municipales ist eine Gesamtfläche von rund 7.900 Quadratmetern vorgesehen. Das Bauwerk soll eine begrünte Dachfläche erhalten. Zusätzlich sind Grünanlagen und öffentliche Aufenthaltsbereiche geplant.

Ein Teil des Geländes soll zu einem Park mit Bäumen, Grünflächen und einem Kinderspielbereich umgestaltet werden. Auch Freizeitbereiche und Plätze mit Blick auf das Meer sind Bestandteil der Planung. Für die Anbindung anderer Verkehrsmittel sollen außerdem Taxistände und Fahrradstellplätze entstehen.

Im eigentlichen Stationsbereich sind die Bussteige und die Aufenthaltsbereiche für Fahrgäste vorgesehen. Ergänzt werden diese durch gewerbliche Flächen und weitere Einrichtungen für den täglichen Betrieb. Neben den Bereichen für die Fahrgäste sollen auch Räume für das Personal sowie ein kleiner Gastronomiebereich entstehen.

Die Planung sieht darüber hinaus technische Einrichtungen für die zentrale Verwaltung und die Verkehrssteuerung vor. Im Untergeschoss sind Werkstatt- und Abstellbereiche eingeplant, die für die Versorgung und Wartung der Fahrzeuge benötigt werden.

Eine ausführliche Darstellung der geplanten Ausstattung veröffentlicht Guaguas Municipales auf der offiziellen Projektseite zur Station Hoya de La Plata.

Baubeginn soll 2027 erfolgen – Fertigstellung 2029 im Blick

Mit der neuen finanziellen Aufstellung soll nun auch die nächste Bauphase vorbereitet werden. Der zuständige Stadtrat für Stadtplanung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, Mauricio Roque, erklärte, dass die Ausschreibung der Bauarbeiten in der ersten Hälfte des Jahres 2027 erfolgen soll. Der tatsächliche Baubeginn wird noch vor dem Sommer 2027 angestrebt.

Eine frühere Berichterstattung vom September 2026 nannte für die Station eine geplante Fertigstellung beziehungsweise Eröffnung im Sommer 2029. Der verlängerte Förderzeitraum bis zum 11. November 2029 schafft nun einen entsprechenden zeitlichen Rahmen für die Verwendung der staatlichen Gelder. Eine verbindliche Inbetriebnahme des gesamten MetroGuagua-Systems lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.

Die Station Hoya de La Plata ist zudem nicht das einzige noch offene Infrastrukturprojekt der MetroGuagua. Auch andere Streckenabschnitte und der unterirdische Bereich am Parque Santa Catalina haben den Zeitplan des Gesamtsystems beeinflusst. Die Fertigstellung der Station allein bedeutet daher noch nicht, dass die MetroGuagua anschließend vollständig in Betrieb genommen werden kann.

Die neue Planung soll zumindest verhindern, dass das Bauvorhaben erneut an fehlenden Haushaltsmitteln oder nicht mehr gültigen Förderfristen scheitert. Voraussetzung bleibt allerdings, dass die Ausschreibung erfolgreich abgeschlossen und der anschließende Bau innerhalb des vorgesehenen Zeitrahmens umgesetzt werden kann.

Politische Kritik an den steigenden Kosten bleibt bestehen

Die finanziellen Entwicklungen sorgten auch in der Plenarsitzung für unterschiedliche Reaktionen. Gustavo Sánchez Carrillo von der Partido Popular (PP) verwies auf die erhebliche Kostenentwicklung, mit der die MetroGuagua in den vergangenen acht Jahren konfrontiert gewesen sei. Aus seiner Sicht seien keine wesentlichen technischen Veränderungen vorgesehen, die den bisherigen Kostenanstieg ausreichend erklären würden.

Seine Einschätzung für die Gesamtinvestition der MetroGuagua liegt inzwischen bei rund 205 Millionen Euro. Außerdem verwies er auf eine Projektdauer von inzwischen etwa zwölf Jahren. Auch die noch offenen Entwicklungen im Bereich Santa Catalina seien dabei weiterhin zu berücksichtigen.

Der Vox-Sprecher Alberto Rodríguez Almeida kritisierte das Projekt ebenfalls scharf. Er bezeichnete die MetroGuagua als Fehlplanung und stellte infrage, ob das neue Verkehrssystem tatsächlich genügend Autofahrer zum Umstieg bewegen könne. Insbesondere die vorgesehene Fahrgeschwindigkeit von rund 20 Kilometern pro Stunde führte er als Argument gegen das Vorhaben an. Seine Bewertung des Projekts fiel entsprechend deutlich aus.

Auch David Suárez von Coalición Canaria (CC) bekräftigte die ablehnende Haltung seiner Partei gegenüber der MetroGuagua. Er kritisierte vor allem den steigenden finanziellen Aufwand der Stadtverwaltung. Gleichzeitig machte er deutlich, dass seine Partei andere Infrastrukturmaßnahmen im südlichen Stadtgebiet nicht grundsätzlich ablehne, sofern diese konkrete Verbesserungen für die dortigen Stadtteile bringen.

Neue Finanzierung ist noch kein Abschluss der MetroGuagua

Mit der Bereitstellung von 32,98 Millionen Euro und der Verlängerung zweier staatlicher Förderungen über zusammen 7,57 Millionen Euro hat Las Palmas eine wichtige finanzielle Voraussetzung für den nächsten Bauabschnitt geschaffen. Die Stadt kann nun die notwendigen Ausgaben für Hoya de La Plata über drei Haushaltsjahre verteilen und einen Teil der Finanzierung auf bereits zugesagte staatliche Mittel stützen.

Die entscheidenden Schritte stehen allerdings noch bevor. Erst mit der erfolgreichen Ausschreibung, dem tatsächlichen Baubeginn und der Fertigstellung der Station wird sich zeigen, ob der neue Zeitplan eingehalten werden kann. Nach den bisherigen Verzögerungen und der deutlichen Kostensteigerung steht das Vorhaben weiterhin unter besonderer Beobachtung.

Für die Einwohner von Las Palmas bleibt damit eine zentrale Frage bestehen: Wird die MetroGuagua nach den zahlreichen finanziellen und organisatorischen Schwierigkeiten tatsächlich innerhalb der neuen Planungsfrist fertiggestellt? Die aktuelle Entscheidung schafft dafür eine neue Grundlage. Eine Garantie für einen reibungslosen Abschluss des gesamten Verkehrssystems ist sie jedoch nicht. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
„Reine Schönfärberei“: Opposition zerreißt die Jubel-Umfrage zur MetroGuagua in Las Palmas, vom 23.09.2026
Umstieg im Kopf: Fast drei Viertel der Hauptstädter stehen hinter der MetroGuagua, vom 18.09.2026 (inkl. weitere Artikel als rchiv)

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