Ein Millionen-Projekt für Natur und Arbeitsmarkt
Gran Canaria – Die Umgebung des Flughafens Gran Canaria und die Transitwege in den sonnigen Süden gehören zu den am stärksten frequentierten Zonen der Insel. Genau hier trüben oftmals verlassene und verfallene Gewächshäuser das Landschaftsbild. Um diese visuellen und ökologischen Schandflecke endgültig zu beseitigen, hat die südöstliche Gemeindeverwaltung (Mancomunidad del Sureste) nun einen neuen, umfassenden Aufruf gestartet.
Mit einem Budget von 1,5 Millionen Euro, das vom Inselrat (Cabildo de Gran Canaria) bereitgestellt wird, sollen diese alten landwirtschaftlichen Flächen von unansehnlichen Plastik- und Metallresten befreit werden. Das Projekt verbindet dabei zwei essenzielle Ziele: die dringend notwendige landschaftliche Regeneration sowie die Förderung der lokalen Beschäftigung. Finanziert über einen zweckgebundenen Zuschuss des Arbeitsministeriums des Cabildos, wird das für die Reinigung zuständige Personal direkt von der Mancomunidad eingestellt.
Die Details: Wer profitiert und wo wird gereinigt?
Ab kommenden Montag haben öffentliche Verwaltungen sowie private Grundstückseigentümer im Interventionsgebiet genau 20 Arbeitstage Zeit, um ihre Anträge einzureichen. Die eigentlichen Reinigungsarbeiten sind für das Jahr 2027 angesetzt. Geplant sind mindestens 40 Einsätze, die sich auf die drei Gemeinden des südöstlichen Bündnisses verteilen.
Sollte die Anzahl der Anträge den ursprünglichen Schätzungen entsprechen, ist folgende Flächenverteilung vorgesehen: In Santa Lucía de Tirajana sollen 21,64 Hektar gereinigt werden, in Agüimes 9,30 Hektar und in Ingenio weitere 9,06 Hektar. Ungeachtet dieser Planung gibt es jedoch Ausnahmeregelungen, die es ermöglichen, die Eingriffe bei Bedarf auch auf über 40 Hektar Gesamtfäche auszuweiten, um eine vollständige Säuberung der kritischen Zonen zu gewährleisten.
Fokus auf Kleinbauern und klare Kriterien
Um gezielt kleine Landwirte zu unterstützen und die Mittel fair zu verteilen, ist die maximale Interventionsfläche pro Eigentümer auf fünf Hektar begrenzt. Zudem werden Grundstücke mit einer ohnehin geringeren Fläche bei der Vergabe bevorzugt behandelt.
Die Auswahl der eingereichten Vorschläge erfolgt streng nach vier festgelegten Kriterien: Zunächst wird das Eigentum am Grundstück geprüft, gefolgt von der Lage. Hierbei haben die im Aufruf definierten Hauptaktionsgebiete absolute Priorität. Das dritte Kriterium ist der Grad der Umweltzerstörung auf der jeweiligen Fläche. Zuletzt wird die eigentliche Grundstücksgröße herangezogen, die auch bei einem möglichen Punktegleichstand als entscheidendes Kriterium für den Zuschlag dient.
Dieser strukturierte Plan ist ein wichtiger Schritt, um die Identität und landschaftliche Schönheit Gran Canarias zu bewahren und gleichzeitig Menschen aus der Region eine sinnvolle berufliche Perspektive zu bieten. – TF
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