Gáldar – Ein ambitioniertes Umweltprojekt auf Gran Canaria zeigt erste große Erfolge. Der vom Gemeindeverband des Nordens (Mancomunidad del Norte) koordinierte „Plan zur Verbesserung und Verschönerung der ländlichen Landschaft“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, brachliegende landwirtschaftliche Flächen tiefgreifend zu rekultivieren. Das primäre Ziel: Die Aufwertung der natürlichen Umgebung und die Beseitigung industrieller Altlasten. Nun wurde die erste Phase in der Gemeinde Gáldar erfolgreich abgeschlossen.
7,8 Tonnen Abfall aus der Umwelt entfernt
Die Dimensionen der Aufräumarbeiten machen den dringend nötigen Handlungsbedarf deutlich. Allein in Gáldar erstreckten sich die Arbeiten über eine Fläche von 2,33 Hektar. Die Einsatzkräfte entfernten insgesamt mehr als 7,8 Tonnen Abfall aus drei verlassenen Gewächshausbetrieben. Der Großteil des schädlichen Mülls bestand aus Kunststoffen: Ganze 6,26 Tonnen Netze und Bewässerungsschläuche wurden fachgerecht geborgen. Hinzu kamen 1,41 Tonnen alte Drähte und Zäune sowie 136 Kilogramm sonstiger siedlungsähnlicher Abfall.
Doch der Einsatz ging weit über den reinen Abtransport von Materialien hinaus. Um das ökologische Gleichgewicht nachhaltig zu fördern, wurden wild gewachsene Sträucher beschnitten und invasive Pflanzenarten auf den Parzellen entfernt. Ein besonderer Fokus lag auf der natürlichen Regeneration: Die Überreste von Bananenstauden und wilden Gräsern blieben als natürlicher Mulch auf dem Boden liegen. Diese Methode schützt die Erde effektiv vor Bodenerosion und fördert die Nährstoffversorgung der freigelegten Flächen.
Beschäftigung und Umweltschutz Hand in Hand
Für dieses Großprojekt investiert das Ministerium für Beschäftigung und lokale Entwicklung des Cabildo de Gran Canaria insgesamt 200.000 Euro. Die Initiative, die am 16. Juni startete, beschäftigt ein spezialisiertes Team von 13 Mitarbeitern. Wie die regionale Tageszeitung La Provincia berichtet, erhalten die Arbeitskräfte für die Umsetzung dieses Plans sechsmonatige Arbeitsverträge, um insgesamt sieben stillgelegte Fincas im Norden der Insel zu sanieren (Quelle: La Provincia). Bevor die eigentliche Feldarbeit am 6. Juli beginnen konnte, durchlief das gesamte Personal intensive Schulungen in den Bereichen Arbeitsschutz, Industrieabfallmanagement und dem sicheren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln.
Die nächsten Schritte: Fokus auf La Aldea de San Nicolás
Nach den sichtbaren Erfolgen in Gáldar verlagert sich der Schwerpunkt nun weiter in den Westen. Bis voraussichtlich Dezember kommenden Jahres wird das Projekt in La Aldea de San Nicolás fortgesetzt. Dort stehen gigantische neun Hektar ländlicher Fläche auf dem Programm. Auch hier gilt es, brachliegende Areale und verlassene Gewächshäuser systematisch zu reinigen, die Materialien zu sortieren und einer fachgerechten Entsorgung zuzuführen.
Die Bemühungen um den Naturschutz auf der Insel sind dabei langfristig angelegt. Die Arbeitsabteilung des Inselrats hat bereits bekannt gegeben, dass ein neuer Plan für das Jahr 2027 verabschiedet wurde. Dieser wird fest in den kommenden Haushalt der Inselgesellschaft integriert und stellt sicher, dass die Maßnahmen zur Wiederherstellung der ländlichen Landschaft im Norden Gran Canarias auch in der Zukunft nahtlos weitergeführt werden. – TF
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