Demo gegen All-Inklusive abgesagt, Politik nimmt sich dem Thema an

Bild Info: Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz wird Einigkeit demonstriert. Bild: Stop All Inclusive Gran Canaria

San Bartolomé de Tirajana – Die geplante Kundgebung gegen All-Inklusive-Urlaub zum internationalen Tourismus Forum in Maspalomas wurde abgesagt. Grund dafür ist eine „Einigkeit“ zwischen der lokalen Politik und den Organisatoren, die man auf einer gemeinsamen Pressekonferenz zeigte. Beide sind sich dahingehend einig, dass die EU eine Regulierung für diesen u“nlauteren Wettbewerb“ finden müsse.

Seit dem Jahr 2005 wurden 35.000 Arbeitsplätze durch dieses Geschäftsmodell gestrichen zudem haben rund 7.000 Betriebe auf den Kanarischen Inseln die Türen schließen müssen, die Politik versteht die Problematik anscheinend und möchte handeln.

Der zuständige Stadtrat für Tourismus, Ramón Suárez hat angekündigt, dass er nun, da er das Thema auf dem Tisch hat, dies beim internationalen Tourismus Forum ebenfalls auf die Agenda bringen möchte.

Der Sprecher der Gewerkschaft UGT (Francisco Gonzáles) fügte bei der Pressekonferenz noch hinzu, dass Hotelbetriebe die All-Inklusive anbieten den Personalstand um gut 40% reduziert haben. Zudem sei der Standard und die Qualität dadurch stark reduziert worden.

Alle scheinen sich in dem Punkt einig zu sein, dass dieser „Massentourismus“ durch die Reiseveranstalter gepuscht wird und die Touristen regelrecht aus den Ferienorten „entführt“ werden.

Gegenwind kommt natürlich von Seiten der Arbeitgeber und Hotelverbände. So sagte Fernando Fraile von FEHT, dass die Angebote die von Hotels bereitgestellt werden der freien Marktwirtschaft unterliegen und das „die Unternehmen durch ein Dekret in der freien Marktwirtschaft beschnitten werden könnten“.Daher vertritt man die Ansicht, dass es keine Befugnis dazu gibt, dieses Marktsegment zu „beschneiden“

José Mañaricua, der Präsident der Hotelvereinigung schob den „Schwarzen Peter“ den Restaurants und Bars zu. „Wie auch Hotels, müssen Shops, Bars und Restaurants ihre Einrichtungen verbessern und an die Anforderungen der Kunden anpassen“. Damit spielte er darauf an, dass es allein daran liegen würde, dass die meisten Restaurants und Bars einfach zu unmodern sind und deshalb kein Geschäft mehr machen können.

Man befürchtet zudem einen Rückgang der Touristenzahlen, wenn man den All-Inklusive-Sektor gesetzlich beschneiden würde. Denn man rechnet damit, dass diese Gäste sich dann eine andere Destination aussuchen werden. Was dabei völlig vergessen wird, die Gäste werden dies so oder so tun, denn ab der kommenden Saison wird man wieder verstärkt nach Ägypten reisen können, ein klassisches Urlaubsziel für All-Inklusive. Die Preise in Ägypten sind entsprechend geringer als auf den Kanarischen Inseln (allein durch die Personalkosten), so dass man davon ausgehen muss, dass ein „typischer“ All-Inklusive-Urlauber wieder nach Ägypten fliegt anstelle zu den Kanaren, auch wenn es nur 50-100 Euro pro Woche billiger sein mag.

Immerhin hat es die Plattform geschafft das mediale und politische Interesse auf das Thema zu lenken, nun wollen wir darauf Hoffen, dass es eine Sinnvolle Lösung geben wird, die allen Beteiligten halbwegs das Leben erleichtert. – TF

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Weitere Links zum Thema:
FB-Seite STOP All Inclusive Gran Canaria

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