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Dünensterben soll mit Projekt MASDUNAS für 1,155 Mio. € beendet werden (inkl. Erklärvideo)

Bild Info: In diesem bereich wid der Sand aus dem Meer geholt um dann am Strand von Playa del Inglés wieder an Land gebracht zu werden. Bild: SCreenshot Vimeo/Cabildo de Gran Canaria

Maspalomas – Ein weltweit einzigartiges Projekt wurde nun in Maspalomas vorgestellt, die Auffüllung der Sanddünen von Maspalomas durch abgetragenen Sand, der im Meer verschwunden ist. Unter dem Projektnamen „Masdunas“ sollen 60.000 Kubikmeter Sand vom Punta de la Bajeta wieder an den Strand von Playa del Inglés gebracht werden, dort beginnt der natürliche Zyklus der Dünen von Maspalomas. Das Projekt wurde vom Inselpräsidenten Antonio Morales, der Tourismusministerin Inés Jiménez und vom Umweltminister Miguel Ángel Rodríguez im Tourismus-Informationszentrum in Playa del Inglés vorgestellt.

Morales sagte „es geht darum die Dünen zu retten“. Er wies auch darauf hin, dass die Dünen seit 50 Jahren „intensiv genutzt werden“ und verschiedene Studien warnten bereits davor, dass die Dünen „sterben“, es gibt hier Handlungsbedarf, dem will das Cabildo nun nachkommen. Denn schließlich sind die Dünen auch ein Aushängeschild der Insel.

Insgesamt wird das Projekt, welches auf zwei Jahre ausgelegt ist, mit 1,155 Millionen Euro vom Cabildo de Gran Canaria finanziert. In dem Betrag sind nicht nur die 60.000 Kubikmeter Sand enthalten, sondern auch die Anpflanzung neuer Sträucher, die den Zyklus verlängern sollen. Das Abtragen abgestorbener Pflanzen soll ebenfalls erfolgen und acht Kilometer offizielle Wege des Naturreservats werden auch wiederhergestellt.

„Es ist das erste Mal in der Welt, dass ein Projekt dieser Art in einem trockenen Dünensystem durchgeführt wird“, sagte Morales. Er hofft auch auf die Unterstützung anderer Behörden und Unternehmen.

Der Umwelttechniker Miguel Ángel Peña vom Cabildo de Gran Canaria sagte, dass die Dünen von Maspalomas bei aktueller Lage in etwa 90 Jahre gestorben sein werden. Er betonte, dass „der Sand, den man aus dem Meer holt, in den Dünen entstand und nicht im Meer“, man holt also nur wieder etwas zurück an Land wo es eigentlich hingehört, ähnlich wie die auf Sylt passiert.

Drei Forscherteams werden mit der Überwachung des Projektes beschäftigt sein um jederzeit eingreifen zu können, wenn es nicht die gewünschten Effekte geben sollte.

Das Projekt soll am 1. Oktober 2018 starten und zu verschiedenen Zeiten dann die Auffüllung des Sandes durchführen. Natürlich nur „wenn wenige Touristen vor Ort sind und nur in der Nacht“ fügte der Techniker hinzu.

Das Projekt bekommt auch eine eigenen Webseite, die derzeit noch nicht fertiggestellt ist und dann unter www.masdunas.com in mindestens zwei Sprachen Informationen liefern soll.

Der Hotelverband FEHT bezeichnete diese Meldung als eine gute Nachricht, denn der Tourismus ist im Süden von Gran Canaria auch von den Dünen abhängig. – TF

Erklärvideo des Cabildo de Gran Canaria:

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