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Wegen britischer Daily Star: Terrorwarnung der höchsten Stufe ausgerufen? NEIN! Anschläge unwahrscheinlich!

Bild Info: Ein gefälschter Pass von Samantha Lewthwait, der die Staatsbürgerschaft von Südafrika hat. Bild: Screenshot CanariasenRed

Kanarische Inseln – In den letzten Tagen kursieren viele Meldungen über das Thema Terrorattacken an den Stränden der Kanarischen Inseln, die von der britischen Sensationszeitung Daily Star verbreitet wurden. Die Zeitschrift behauptet, dass der als „Weiße Witwe“ betitelten Samantha Lewthwait es gelungen sei, selbst denkende und mit den Fähigkeiten Bombengürtel zu bauende Selbstmordattentäter auf den Kanarischen Inseln und im Rest von Spanien zu rekrutieren.

Relativ schnell gab es die ersten Meldungen, dass die Antiterrorwarnstufe auf den Kanarischen Inseln auf das höchste Niveau von fünf angehoben wurde. Das stimmt jedoch nicht, die nationale Polizei warnte auf dem offiziellen Twitteraccount der Polizei sogar davon diese Meldungen zu verbreiten, da es sich um Falschmeldungen und Fake News handelt.

Die Weiße Witwe ist für mehrere Attentate in London verantwortlich und angeblich habe der Geheimdienst MI5 hinweise auf die geplanten Attentate in Spanien. Diese Hinweise wollen auch an die Behörden in Spanien übermittelt worden sein.

Elena Máñez, die Sicherheitsbeauftragte der Kanarischen Inseln ging sogar noch einen Schritt weiter als die Polizei. Sie sagte „die Meldung ist nicht glaubwürdig“, da diese nicht vom britischen Außenministerium stamme. Die Sicherheitskräfte auf den Inseln verhaften schneller mögliche Verdächtige, als dies bei den briten ggf. passiert. Zudem sei die Sensationszeitung Daily Star dafür bekannt mehr als übertriebene Berichte zu verfassen, auch die Kanarischen Inseln waren vor 2 Jahren schon einmal im Auge der Redakteure dieser Zeitschrift. Damals wurden alle britischen Urlauber davor gewarnt, dass der Teide auf Teneriffa kurz vor einem Weltuntergangsszenario stünde und das ganze Archipel in die Luft fliegen könnte. Begründet wurde dies von der Zeitung mit den Mikro-Erdbeben, die damals auf Teneriffa registriert wurden, diese wurden von Menschen jedoch nicht mal wahrgenommen. Auswirkungen hatten diese Minibeben dann letztendlich auch nicht, aber eine Entschuldigung oder Richtigstellung des Daily Star gab es nicht.

Aus diesem Grunde sollte man nicht immer alles glauben, was so verbreitet wird und den Behörden im eigenen Land mehr glauben als einem Sensationsblatt in einem anderen Land. – TF

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Auch wir haben testweise mal eine Fake-Meldung erstellt, die so aussah:
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