Coronakrise: Tourismus in Spanien wird um 32,4% einbrechen  – Verlust 55 Milliarden €
Bild Info: Der Tourimus fällt in sich zusammen - BILD: Archiv

Coronakrise: Tourismus in Spanien wird um 32,4% einbrechen – Verlust 55 Milliarden €

Spanien – Die Branche, die durch die Coronakrise in Spanien am schlimmsten betroffen ist und auch künftig sein wird, ist der Tourismus und Gastgewerbesektor. Exceltur hat sich bereits ran gemacht und die zu erwartenden Verluste kalkuliert. Für das Jahr 2020 rechnen die Experten damit, dass der Tourismus etwa 32,4 % einbrechen wird und einen Verlust von 55 Milliarden Euro erleiden wird. Das Virus COVID-19 ja noch immer nicht „besiegt“ ist, gehen die Experten davon aus, dass neben der aktuellen Wintersaison auch die Sommersaison stark beeinträchtigt werden wird. Für Spanien würde allein dies einen extremen Rückgang des BIP um mehrere Prozentpunkte bedeuten, macht dieser Sektor doch etwas mehr als 30 % der Gesamtwirtschaft des Landes aus und damit mehr als jeder andere Sektor.

Laut Exceltur soll Katalonien am schlimmsten betroffen sein, hier allein wird ein Verlust von fast 10,9 Milliarden Euro erwartet (- 34 %), Andalusien folgt auf dem zweiten Platz mit einem Verlust von knapp 9 Milliarden Euro (- 32,5 %) und die Region Valencia belegt mit einem Verlust von ca. 6,7 Milliarden Euro (- 33,6 %) den dritten Platz. Die Region Madrid wird einen Verlust von ca. 6,4 Milliarden Euro (- 27,9 %) einfahren und die Balearen einen Verlust von knapp 6,1 Milliarden Euro (- 40,8 %). Damit sind die Balearen fast nur noch bei der Hälfte des gesamten Umsatzes in der Branche als in einem „normalen“ Jahr.

Aber auch die Kanarischen Inseln, wo jetzt gerade Hochsaison ist, werden einen deutlichen Verlust von ca. 4,72 Milliarden Euro verbuchen, dies entspricht einem Rückgang von knapp 26 %.

Exceltur bestätigt auch, dass der Sektor seit Tagen praktisch bei null Euro Einnahme steht. Minimale Lichtblicke liegen in der Zukunft, von bestehenden Buchungen sind viele noch nicht abgesagt. Trotzdem hat man so etwas in Spanien noch nie gesehen.

Exceltur beklagt, dass alle Maßnahmen, die der spanische Staat eingeführt hat, den Sektor mit einer Geschwindigkeit getroffen hat, dem jeder andere Sektor in Spanien noch entkommen konnte. Seitdem das Virus Spanien erreicht hatte, wurde versucht den Sektor zu stützen und zu schützen, damit eine Kontinuität vorhanden bleibt, aber dies ist ja bekanntlich am Staat gescheitert, was vollkommen richtig war.

Derzeit fungiert ein Teil des Tourismus als Auffanglager für leichte Fälle von Coronavirus oder als Schlafplatz für alle Helfer im Land, manche sind auch an der Versorgung der Einrichtungen und der Helfer beteiligt, mehr ist derzeit nicht machbar.

Exceltur mahnt zudem an, dass alle Hilfsmaßnahmen des Staates für die wirtschaftlichen Auswirkungen bisher „sehr dürftig“ sind. Es fehlen Grundlagen, die das „überleben der Branche sichern“. Man stützt seine Forderungen auch auf die Ereignisse in anderen Ländern, wie beispielsweise die USA, Deutschland, Frankreich und England, hier gibt es langfristige Hilfspakete für jeden Sektor, angepasst wenn nötig. Sei es die Rettung von Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften, bis hin zu exklusiven Kreditlinien und Einmalzahlungen.

Der Verband steht auch hinter der spanischen Regierung bei der Forderung eines europäischen Wiederaufbauplanes für die europäische Wirtschaft. – TF

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