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Neues Sozialversicherungssystem für Selbstständige ab 2021 in Spanien?
Bild Info: Schreiner, Gastro einfach alle betroffen - BILD: ARCHIV

Neues Sozialversicherungssystem für Selbstständige ab 2021 in Spanien?

Spanien – Der Minister für Inklusion, soziale Sicherheit und Migration, José Luis Escrivá, hat vorgeschlagen, die Reform des Sonderregimes für Selbständige (Reta) umzusetzen, um die Beiträge der Selbstständigen zur Sozialversicherung an deren Realeinkommen anzupassen und das derzeitige Modell zu ersetzen. Aktuell zahlt jeder Selbständige der arbeitet, einen Beitrag den er selbst wählen kann, oder er bleibt beim Minimum. Nach dieser Formel zahlen 85 % von allen (unabhängig davon, was sie verdienen) das Minimum, das derzeit 283,31 Euro pro Monat beträgt.

Das neue System könnte durch ein modulares System ersetzt werden. Es würde 2,2 Millionen Selbstständige in Spanien betreffen. Laut Angaben der Verbände der Autonomos (ATA, UPTA und UATAE) ist die Grundidee, die Beiträge der Selbständigen, die viel verdienen, zu erhöhen. Dies würde nach aktuellem Vorschlag rund 30 % der Selbstständigen im Land betreffen. Laut Verbänden wären dies etwa 700.000 Selbständige, die derzeit mehr als 25.000 Euro im Jahr verdienen.

Laut Ministerium würden aber 1,1 Millionen Selbstständige von dem neuen Modell profitieren und weniger Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen, als dies aktuell der Fall ist. Das neue Modell, welches „Anfang 2021“ eingeführt werden soll, würde dazu führen, dass Selbstständige jedes Jahr die neue monatliche Summe gemäß den Umsatzprognosen wählen muss. Laut weiteren Vorschlägen könnte man wohl im Laufe eines Abrechnungsjahres das System anpassen und somit nach regulieren, es würde auch die Möglichkeit bestehen zu viel gezahlte Beiträge am Jahresende wieder erstattet zu bekommen.

Auch wenn die Verbände grundlegend mit der Idee der angepassten Sozialversicherungsbeiträge einverstanden wären, ist man derzeit eher kritisch. ATA hält es beispielsweise für „angebracht, eine Reform dieser Art während der Krise durchzuführen“ und man gibt an, dass „etwa 700.000 Selbstständige derzeit keinerlei Chance hätten eine Umsatzprognose zu erstellen“. – TF

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