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Tourismussektor der Kanaren fordert „Spaltung“ der Inseln – Tourismusministerium dagegen

Kanarische Inseln – Die schlechte Entwicklung der Fallzahlen bezüglich des Coronavirus auf Teneriffa, aktuell eine Inzidenz von 110,37 auf 7 Tage, führt zu Forderungen aus der Tourismusbranche der anderen Inseln. Man möchte gerne, dass Teneriffa als eigenständig betrachtet wird und dies den Quellenländern, wie beispielsweise Deutschland, so auch suggeriert wird. Somit könnte verhindert werden, dass alle Inseln als Risikogebiet eingestuft werden, denn die Inzidenzen der anderen Hauptreiseinseln liegen weit unter dem Wert von 50. So hat Gran Canaria eine Inzidenz von aktuell 23,26, Lanzarote 16,42, Fuerteventura 9,41.

Besonders auf Gran Canaria gibt es diese Bestrebungen. Immerhin wurde dies im Sommer auch so gehandhabt, als die Inzidenz auf Gran Canaria viel zu hoch lag und die Insel Teneriffa teilweise von den Reisewarnungen ausgenommen wurde.

Der Vizepräsident von FEHT, Tom Smulders, würde es als „fair“ betrachten, die Quellenländer darüber zu informieren und mit den Regierungen zu verhandeln, um eine weitere Differenzierung nach Inseln zu erreichen, anstelle die ganze Region zu betrachten. Belgien und die Niederlande machen solche Differenzierungen bereits. „Wir kämpfen nicht nur gegen eine schreckliche Krankheit, sondern auch gegen eine fürchterliche wirtschaftliche Situation. Wenn eine Insel Touristen im Empfang nehmen kann, ist die Gelegenheit, die wir nicht verpassen dürfen“, so Smulders bei Canarias 7 weiter.

Auch der Präsident der Tourismuskommission der Handelskammer von Gran Canaria, Santiago de Armas, plädiert dafür, die Inseln, die eine geringe Ansteckungsrate aufweisen und Touristen aufnehmen könnten „mehr wertzuschätzen“. Laut weiteren Angaben steht man gemeinsam mit dem Cabildo de Gran Canaria in Kontakt zu den Konsulaten der Quellenländer, um die Realität der guten Zahlen von Gran Canaria besser bekannt zu machen.

Das Tourismusministerium der Kanaren weigert sich

Die Ministerin für Tourismus der Kanaren sieht das jedoch komplett anders. Sie lehnte die Möglichkeit ab, die Kanaren nach Inseln zu differenzieren. Es sei „überhaupt“ nicht das „Ziel der Regierung die Inseln zu trennen, da die Kanaren als regionale Marke vermarktet werden, nicht als Inselmarke“. Man befürchtet einen Imageverlust der Kanarischen Inseln auf dem internationalen Markt, wenn „jede Insel für sich steht“. Man begründet dies auch damit, dass „die Urlauber auf die Kanarischen Inseln kommen und mit dem Gedanken an die Kanarischen Inseln diese wieder verlassen, allein deshalb kann es keine Differenzierung geben“.

Die Ministerin geht sogar so weit, dass sie nicht an einen Verlust der Wintersaison glauben will. „Ich glaube nicht, dass wir uns einer weiteren touristischen Null nähern“. Obwohl sie eingestehen muss, dass „die Situation im Dezember überhaupt nicht vielversprechend ist“.

Unterdessen warnte die PP-Sprecherin und Oppositionsführerin, Australien Navarro vor „irreparablen Folgen“ für die Wirtschaft und Arbeitsplätze auf den Kanarischen Inseln, wenn nicht „sofort Maßnahmen ergriffen werden“. Damit schließt sich Navarro den Forderungen des Tourismussektors nach Sofortmaßnahmen an, der Druck auf die Regierung der Kanaren wächst also weiter. – TF

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