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Zugprojekt Gran Canaria wird öffentlich präsentiert – Baukosten derzeit bei fast 1,5 Milliarden Euro!

100% Klimaneutralität wurde mit eingeplant!

Gran Canaria – Das Zugprojekt für Gran Canaria ist seit Jahren immer wieder Thema, nun wird das Cabildo de Gran Canaria ab dem kommenden Montag das komplette Bauprojekt nebst Umweltverträglichkeitsstudie der Bevölkerung zur Einsicht auslegen. Diese gesetzliche Vorgabe muss erfüllt werden, damit das Projekt überhaupt realisiert werden kann. Die Auslage erfolgt für 30 Tage. Innerhalb des Projektes gibt es auch Studien über die Rentabilität und Auslastung der Bahn. Auch die makroökonomischen Auswirkungen wurden beleuchtet.

Laut Schätzungen soll die Bauzeit der gesamten Strecke bei etwa 48,8 Monaten liegen, die Strecke wurde dazu in vier Abschnitte unterteilt. Die Schätzung basiert darauf, dass man jeden der vier Abschnitte nacheinander bauen würde. Was nicht einkalkuliert werden konnte ist die Umgehung in Playa del Inglés, da es hier zwei mögliche Varianten gibt und man sich noch nicht auf eine festgelegt hat.

Die aktuellen Baukosten würden sich auf 1,492 Milliarden Euro belaufen. Nicht mit eingerechnet sind die notwendigen Zwangsenteignungen von Grundstücken. Neben der Zugstrecke sind auch die elf Bahnhöfe, die Lager- und Werkshallen, die Wartungsbereiche und das Stromnetz in den Baukosten inkludiert. Die Finanzierung dafür steht noch immer nicht. Das Cabildo de Gran Canaria versucht gemeinsam mit der kanarischen Regierung EU-Mittel für dieses Bauvorhaben zu erhalten.

Vollkommen Klimafreundlich

In den letzten Jahren wurde das gesamte Projekt auf 100 % nachhaltig umgeplant. Ein eigener Windpark mit 26,4 Megawatt Leistung soll alles am Laufen halten. Keinerlei Verbrennungsenergie, weder für die Züge noch die Stationen soll verwendet werden. Alles wird rein aus Windkraft gespeist.

Aufgrund der Tatsache, dass Gran Canaria als die europäische Insel mit dem höchsten Straßenanteil anhand der Bevölkerung gilt, schätzen Experten, dass im ersten Betriebsjahr etwa 22 bis 26 Millionen Reisende den Zug verwenden würden. Die meisten davon werden Personen sein, die zuvor ein Auto verwendet haben auf der Strecke. Etwa 80 % sollen es laut Studie werden. Damit dies gelingen kann, sollen alle Bahnhöfe mit einem Park-and-Ride Platz sowie direkter Anbindung an lokale Buslinien gebaut werden. Die geplanten elf Stationen sind in Santa Catalina, San Telmo, Hospitales, Jinámar (alle Las Palmas), Telde, Flughafen Carrizal, Arinaga, Vecindario, Playa del Inglés und Meloneras.

Das Projekt soll „einen grünen Korridor von Anfang bis Ende schaffen“, heißt es in der Präsentation. Damit hat die „Insel ein vollständig nachhaltigen Projekt zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs“, heißt es in der Auslage. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
Morales bittet die Zentralregierung erneut um Unterstützung für die Zugstrecke, vom 15.07.2022
Morales macht für Zug-Projekt auf Gran Canaria Druck – Keine neuen Straßen!, vom 15.03.2022
Grüner Wasserstoff soll den Zug auf Gran Canaria antreiben, vom 13.02.2022
Cabildo hält die Studie zur Zugstrecke für „gewagt“ da Aspekte nicht berücksichtigt wurden, vom 01.07.2021 (inkl. weiterer Artikel als Archiv)

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