Las Palmas – Die massiven Verkehrsstaus und die Belastungsprobe für Autofahrer im unteren Teil von Las Palmas de Gran Canaria haben ein vorzeitiges Ende. Das Amt für öffentliche Arbeiten des Cabildo von Gran Canaria bereitet die vollständige Freigabe des Guiniguada-Viadukts auf der stark frequentierten Ringstraße GC-3 vor. Bereits am Montagabend, dem 17. August, soll der Verkehr in südlicher Richtung wieder ungestört fließen. Damit endet eine der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen der Insel fast zwei Wochen vor dem ursprünglich festgesetzten Termin.
Rekordzeit statt Dauerstau: Das Ende des Verkehrs-Albtraums
Ursprünglich war die Fertigstellung für den 30. August vorgesehen, was eine Bauzeit von 29 Arbeitstagen bedeutet hätte. Doch dank eines reibungslosen Ablaufs und des Einsatzes von Schichtarbeit konnte die Baufirma Lopesan die Arbeiten massiv beschleunigen. Während die nördliche Fahrbahn, der erste Bauabschnitt, bereits in weniger als sieben Tagen abgedichtet und für den Verkehr freigegeben wurde, benötigte die deutlich anspruchsvollere südliche Richtung lediglich neun statt der angesetzten fünfzehn Tage.
„Wir haben die Reparatur dieses für die Mobilität von Gran Canaria so immens wichtigen Viadukts um insgesamt 15 Tage vorgezogen“, erklärte der Minister für öffentliche Arbeiten, Augusto Hidalgo. Dies bedeutet eine erhebliche Entlastung für Tausende Autofahrer, die in den vergangenen Wochen auf Ausweichrouten über den Julio-Luengo-Tunnel und die Avenida Marítima angewiesen waren. Wie lokale Medienberichte – unter anderem von El Diario und COPE – übereinstimmend zeigten, führte die Sperrung zeitweise zu enormen Verkehrsbehinderungen, die an den stärksten Berufsverkehr im Winter erinnerten.
Vollsperrung ohne Kompromisse: Warum es keine Alternative gab
Hinter den Kulissen wurde unter Hochdruck gearbeitet. Allein auf der südlichen Brückenhälfte mussten die Facharbeiter in den vergangenen Tagen 10.800 Quadratmeter spezielle Asphaltschweißbahnen verlegen. Insgesamt beläuft sich die abgedichtete Fläche beider Fahrbahnen auf über 18.000 Quadratmeter. Die südliche Spur erwies sich dabei aufgrund ihrer größeren Länge und des stark kurvigen Verlaufs als besondere technische Herausforderung, was den Zeitdruck zusätzlich erhöhte.
Eine teilweise Sperrung der Fahrspuren kam für die Verantwortlichen von vornherein nicht infrage. Um die Arbeiten nachhaltig, sicher und in höchster Qualität durchzuführen, musste der alte Asphalt komplett bis auf den blanken Betonuntergrund abgetragen werden. Nur durch diesen radikalen Schritt konnte die neue Isolierschicht lückenlos und nahtlos mit dem Untergrund verschweißt werden. Nach der erfolgreichen Versiegelung der Fläche wird nun ein spezieller Mikroasphalt als abschließende Deckschicht aufgetragen. Dieser hochmoderne Straßenbelag wurde eigens dafür entwickelt, Regenwasser wesentlich schneller und effizienter abzuleiten als herkömmliche Asphaltmischungen.
Unsichtbare Gefahr: Das 20-Jahre-Problem tief im Inneren der Brücke
Dass diese Sanierungsarbeiten überhaupt in diesem massiven Ausmaß notwendig wurden, hat einen ernsten Hintergrund, der lange Zeit im Verborgenen lag. Obwohl das Viadukt bereits seit über 20 Jahren in Betrieb ist, wurde die Fahrbahn in all der Zeit nie zuvor professionell abgedichtet. Dies hatte im Laufe der Jahre weitreichende strukturelle Folgen: Ständig eindringendes Regenwasser griff die innere Struktur der massiven Brücke zunehmend an.
Wie technische Inspektionen in der Vergangenheit zeigten und unter anderem von der Nachrichtenplattform Planeta Canario ausführlich dokumentiert wurde, waren wesentliche innere Stahlseile, die das gewaltige Bauwerk stützen, durch Korrosion stark beschädigt. Zeitweise stand sogar die reale Sorge vor einer gravierenden Instabilität und einer potenziellen Einsturzgefahr im Raum. Infolgedessen arbeiteten Spezialisten drei Jahre lang unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Inneren der Brücke, zogen laut den Berichten rund 140 Kilometer neue Stahltrossen ein und stabilisierten die Konstruktion umfassend von innen heraus.
Die nun abgeschlossene Versiegelung der äußeren Fahrbahndecke markiert die allerletzte und gleichzeitig sichtbarste Phase dieses essenziellen Bauprojekts. „Wir haben drei Jahre lang im Inneren der Brücke gearbeitet, um ihre absolute Sicherheit für die Zukunft zu gewährleisten. Diese Phase war nun die letzte, die zwangsläufig eine Straßensperrung erforderte“, betonte der erste Vizepräsident des Cabildo. Die Bauarbeiten wurden ganz bewusst in den ohnehin verkehrsärmeren Urlaubsmonat August gelegt, um die weitreichenden Auswirkungen auf den Verkehr der Hauptstadt so gering wie möglich zu halten.
Der Endspurt: Die letzten Stunden bis zur Freigabe
Finanziell ist die aufwendige Abdichtung des Viadukts ein zentraler Bestandteil eines viel größeren Projekts zur Erneuerung der Fahrbahndecke von insgesamt elf Kilometern der Strecke GC-3. Von dem im vergangenen Jahr vergebenen Gesamtbudget in Höhe von 18.722.343 Euro fließen allein 2,2 Millionen Euro direkt in die aktuelle Sanierung dieser Brücke.
Wenn am Montagmorgen als erster Schritt die allerletzte Asphaltschicht aufgetragen wird, beginnt der finale Endspurt. Läuft alles nach Plan, können voraussichtlich ab der Mittagszeit die frischen Fahrbahnmarkierungen maschinell aufgebracht werden. Solange kein unerwarteter Starkregen einsetzt, keine Baumaschinen ausfallen und der kontinuierliche Asphaltnachschub gesichert bleibt, wird das Viadukt am Montagnachmittag oder spätestens in der Nacht zum Dienstag wieder völlig uneingeschränkt befahrbar sein. Das Cabildo bittet die Öffentlichkeit für die verbleibenden Stunden weiterhin um Kooperation und rät nachdrücklich, Fahrten im Voraus genau zu planen, alternative Routen zu prüfen oder nach Möglichkeit direkt auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. – TF
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