Las Palmas – Die Infrastrukturarbeiten auf der Ringstraße von Las Palmas de Gran Canaria (GC-3) schreiten in Rekordtempo voran. Das Ministerium für öffentliche Arbeiten, Infrastruktur, Architektur und Wohnungsbau des Cabildo von Gran Canaria wird das Guiniguada-Viadukt bereits an diesem Sonntag in Fahrtrichtung Norden wieder vollständig für den Verkehr freigeben. Erste Öffnungen fanden bereits heute statt. Die komplexe Abdichtung der Fahrbahn konnte dank optimierter Arbeitsabläufe eine ganze Woche früher als geplant abgeschlossen werden. Zeitgleich müssen sich Autofahrer jedoch auf die nächste Bauphase einstellen: In der Nacht zum Montag beginnt die Vollsperrung der gegenüberliegenden Fahrbahn in Richtung Süden.
Vorzeitige Öffnung der Fahrtrichtung Norden: Eine logistische Meisterleistung
Die ursprüngliche Planung des beauftragten Bauunternehmens sah für die Sanierung der Nordfahrbahn einen Zeitraum von 14 Tagen vor. Dass der Verkehr nun deutlich früher wieder rollen kann, ist auf eine erhebliche Aufstockung der Ressourcen auf der Baustelle zurückzuführen. Das zuständige Ressort unter der Leitung von Vizepräsident Augusto Hidalgo hat die Baukapazitäten massiv erhöht, um die unvermeidbaren Verkehrsbehinderungen auf einer der wichtigsten Verkehrsadern der Insel so gering wie möglich zu halten.
Offiziellen Angaben zufolge bewies das Projektteam eine außergewöhnliche Leistungsfähigkeit. Während der Einsatzplan zunächst von drei Monaten Bauzeit mit lediglich fünf Schweißern ausging, wurde das Personal auf 20 spezialisierte Fachkräfte aufgestockt. Zudem setzten die Bautrupps Propangas ein, um die Schweißleistung zu verdoppeln. Diese strategische Entscheidung ermöglichte es, die Arbeiten in der Hälfte der veranschlagten Zeit zu beenden.
Das Ministerium hatte im Vorfeld zwei zusätzliche Puffer-Tage eingeplant, um auf unvorhergesehene Probleme reagieren zu können, die bei derartigen Tiefbauprojekten häufig auftreten. Diese wurden glücklicherweise nicht benötigt. Die größte Belastung für die Arbeiter stellte stattdessen das extreme Wetter dar: An mehreren Tagen der Bauwoche wurden auf der ohnehin stark aufgeheizten Asphaltoberfläche Temperaturen von über 35 Grad Celsius gemessen. Durch den Einsatz regelmäßiger Pausen konnte das hohe Arbeitstempo dennoch aufrechterhalten werden.
Technische Umsetzung und vorübergehende Fahrbahnmarkierungen
Um die Freigabe der Fahrspur in Richtung Norden (Richtung Arucas und Tamaraceite) termingerecht am Samstagnachmittag und -abend vorzubereiten, wird die Straße zunächst in einem mehrstufigen Verfahren neu asphaltiert. Das Bauunternehmen bringt eine Zwischenschicht aus Asphalt auf, die es dem Verkehr ermöglicht, den Abschnitt wieder ungehindert zu passieren. In den darauffolgenden Nachtstunden folgt dann die finale Deckschicht, mit der dieses Teilprojekt offiziell abgeschlossen ist.
Autofahrer sollten in den kommenden Tagen im Bereich des Viadukts besonders aufmerksam sein: Die Fahrbahnmarkierungen auf der Nordseite der Brücke werden in der Anfangsphase gelb sein. Die technischen Experten der Regionalregierung haben sich bewusst für dieses Vorgehen entschieden, da es die Dauer der Sperrungen minimiert. Im dicht besiedelten Großraum von Las Palmas führen Vollsperrungen erfahrungsgemäß zu erheblichen Zeitverlusten und erhöhten Reisekosten für Tausende von Pendlern. Die gewählte Alternative stellt somit den besten Kompromiss aus ordnungsgemäßer Bauausführung und öffentlichem Interesse dar.
Achtung Autofahrer: Schließung der Fahrtrichtung Süden beginnt
Sobald die nördliche Fahrbahn wieder befahrbar ist, verlagert sich das Baufeld auf die gegenüberliegende Seite. Das mit den Abdichtungsarbeiten beauftragte Unternehmen Lopesan Asfaltos y Construcciones wird die Fahrbahn in Richtung Süden (Richtung Telde und Flughafen) in der Nacht von Sonntag, dem 9. August, auf Montag, den 10. August, vollständig sperren. Personal und schweres Gerät stehen bereits in den Startlöchern, um unmittelbar mit den Vorbereitungsarbeiten auf der landseitigen Fahrbahn zu beginnen.
Die baulichen Abläufe sind identisch mit denen der Nordseite: Die bestehende Asphaltschicht wird zunächst bis zu einer Tiefe von 10 Zentimetern abgefräst, um fast das Niveau des massiven Brückenbetons zu erreichen. Anschließend wird eine Ausgleichsschicht aufgetragen, die eine vollkommen ebene Fläche für die Verlegung der speziellen Asphaltbahnen zur Brückenabdichtung schafft. Diese Verlegearbeiten sollen planmäßig am Dienstag starten.
Da die Brückenkonstruktion auf der Südseite einige Meter länger ist als auf der Fahrtrichtung Norden, weist das Cabildo darauf hin, dass die Arbeiten hier geringfügig mehr Zeit in Anspruch nehmen könnten. Um die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten und die Qualität der komplexen Abdichtung sicherzustellen, ist eine 24-stündige Vollsperrung des jeweiligen Abschnitts zwingend erforderlich.
Großräumige Umleitungen eingerichtet
Aufgrund der Vollsperrung in südlicher Richtung müssen sich Autofahrer, die auf der GC-3 in Richtung Telde oder in den Süden der Insel unterwegs sind, auf erhebliche Anpassungen ihrer Routen einstellen. Das Tiefbauamt hat weitreichende Umleitungen eingerichtet:
- Der Verkehr wird über Siete Palmas und die GC-23 (die Strecke durch die La-Ballena-Tunnel) umgeleitet.
- Die Route führt weiter in Richtung Julio Luengo und hinab in die Unterstadt.
- Von dort aus können Autofahrer ihre Fahrt über die Avenida Marítima in der Hauptstadt fortsetzen, um schließlich wieder auf die GC-1 in Richtung Süden zu gelangen.
Warum die Abdichtung des Viadukts dringend notwendig ist
Dass diese Arbeiten gerade jetzt und mit höchster Priorität durchgeführt werden, hat technische und historische Gründe. Die Arbeiten statten das Guiniguada-Viadukt mit einer hochgradig widerstandsfähigen Abdichtung aus – einer essenziellen Schutzschicht, die das Bauwerk seit seiner Errichtung vor über zwei Jahrzehnten nicht besaß. Das Fehlen dieser Abdichtung führte in der Vergangenheit dazu, dass Wasser in die Konstruktion eindringen konnte, was die Stabilität der inneren Stahlspannvorrichtungen (Spannglieder) der Brücke massiv beeinträchtigte.
Diese gravierenden strukturellen Mängel mussten bereits in einer aufwendigen, groß angelegten Rettungsaktion behoben werden: Zwischen 2023 und 2025 investierte das Ministerium für öffentliche Arbeiten über 11 Millionen Euro, um 32 deteriorierte Stahlsehnen auszutauschen und die Brücke ohne vollständige Verkehrsunterbrechung zu stützen. Diese technische Meisterleistung wurde kürzlich sogar von der renommierten International Association for Bridge and Structural Engineering (IABSE) als eine der drei besten Brückensanierungen weltweit nominiert. Um die nun wiederhergestellte Struktur langfristig zu schützen und künftige Schäden zu vermeiden, ist die aktuelle flächendeckende Abdichtung unabdingbar. Täglich passieren zwischen 110.000 und 130.000 Fahrzeuge diesen entscheidenden Knotenpunkt der Insel.
Millioneninvestition in die Ringstraße von Gran Canaria
Insgesamt werden in den kommenden Wochen über 18.000 Quadratmeter Fahrbahn auf beiden Seiten des Guiniguada-Viadukts abgedichtet. Dieses spezielle Abdichtungsprojekt ist Teil eines weitaus größeren Masterplans: der umfassenden Sanierung von elf Kilometern der GC-3-Ringstraße. Das Gesamtprojekt wurde im vergangenen Jahr vom regionalen Ministerium für öffentliche Arbeiten mit einem Auftragsvolumen von 18.722.343 Euro vergeben und läuft bereits seit mehreren Monaten, wobei auch zahlreiche Nachtschichten gefahren werden.
Die aktuellen Abdichtungsarbeiten am Viadukt entsprechen dem „Los 2“ dieses Großprojekts. Allein für diesen Brückenabschnitt wendet die Regierung 2,2 Millionen Euro des Gesamtbudgets auf.
Ausblick und Empfehlungen für den Verkehr
Durch die effiziente Umplanung der Arbeiten und den erzielten Zeitgewinn auf der Nordseite wird das gesamte Projekt voraussichtlich bis zum 23. August vollständig abgeschlossen sein, sofern keine extremen Wetterereignisse oder unvorhergesehenen baulichen Hürden eintreten.
Um die verkehrlichen Beeinträchtigungen im Großraum Las Palmas bis dahin so gering wie möglich zu halten, bittet das Cabildo de Gran Canaria die Öffentlichkeit um ihre volle Kooperation. Den Verkehrsteilnehmern wird dringend empfohlen, Fahrten im Voraus zu planen, die ausgeschilderten alternativen Routen rechtzeitig zu prüfen und – wann immer möglich – auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.
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