Telde – Die medizinische Notlage rund um das Kreuzfahrtschiff MV Hondius verschärft sich weiter. Am Flughafen Gran Canaria kam es am Donnerstag zu ungewollten Szenen, als zwei evakuierte Hantavirus-Patienten aufgrund technischer Probleme stundenlang festsaßen. Währenddessen wächst der politische Druck auf den Kanaren, während das „Virenschiff“ Kurs auf Teneriffa nimmt.

Es ist eine logistische und medizinische Herkulesaufgabe, die die Behörden auf den Kanarischen Inseln derzeit bewältigen müssen. Die neuesten Entwicklungen am Flughafen Gran Canaria (Gando) zeigen, wie fragil die Rettungskette in Zeiten einer hochinfektiösen Bedrohung ist. Zwei Patienten, die Symptome einer Hantavirus-Infektion aufweisen und bereits vom Kreuzfahrtschiff MV Hondius evakuiert worden waren, konnten ihre Reise in die Niederlande erst mit erheblicher Verzögerung fortsetzen.
Stundenlanges Warten: Flugzeugpanne in der Militärzone
Die Evakuierung der beiden Patienten verlief alles andere als reibungslos. Nachdem sie per Ambulanzflug von Kap Verde nach Gran Canaria gebracht worden waren, trat ein technischer Defekt an ihrem Transportmittel auf. Dies zwang die medizinischen Teams dazu, die Patienten unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in ein zweites Flugzeug umzubetten.
Quellen aus dem Gesundheitsministerium bestätigten, dass dieser Transfer in enger Abstimmung mit den internationalen Behörden und gemäß den geltenden Infektionsschutz-Protokollen stattfand. Das ursprünglich vorgesehene Flugzeug startete schließlich ohne Patienten und flog nach Valencia, um dort aufzutanken, bevor es leer nach Rotterdam weiterflog. Die Patienten selbst konnten erst Stunden später die Insel in Richtung ihrer Heimat verlassen.
Politischer Eklat: „Politischer Lärm“ und Beweisvideos
Während die medizinischen Teams am Flughafen um jede Minute kämpften, tobte in den Regierungsgebäuden ein heftiger Streit. Die spanische Gesundheitsministerin Mónica García wies die Kritik der kanarischen Regionalregierung scharf zurück. Der Präsident der Kanaren, Fernando Clavijo, hatte zuvor behauptet, nicht ausreichend über die Entscheidung informiert worden zu sein, das Schiff auf den Inseln anlegen zu lassen.
Ministerin García widersprach dem heute Vormittag vehement: Sie habe Clavijo „von der ersten Minute an“ informiert und könne den direkten Kontakt jederzeit beweisen. Sie kritisierte den entstandenen „politischen Lärm“ rund um das Schiff als kontraproduktiv und rief zur Sachlichkeit auf. Dennoch bleibt die Stimmung zwischen Madrid und Las Palmas angespannt, insbesondere da das Schiff nun offiziell den Hafen von Granadilla auf Teneriffa ansteuert.
Die Lage auf der MV Hondius: Höchste Überwachungsstufe
Auf dem Kreuzfahrtschiff selbst herrscht derzeit ein Zustand der maximalen Wachsamkeit. Die epidemiologische Überwachung wurde auf das höchste Niveau gehoben. Experten führen kontinuierlich Untersuchungen durch, um sicherzustellen, dass keine weiteren Passagiere Symptome entwickeln, bevor das Schiff am frühen Sonntagmorgen Teneriffa erreicht.
„Alles wird getan, um die lokale Bevölkerung an den Zielorten zu schützen. Wir folgen strikt den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO)“, erklärt Janet Díaz, Leiterin der Abteilung für sichere Versorgung bei der WHO.
Besonders im Fokus stehen die 14 spanischen Staatsbürger an Bord. Die Regierung steht in ständigem Kontakt mit ihnen und ihren Familien. Zwar sind alle 14 derzeit symptomfrei, doch nach der Ankunft in Madrid müssen sie eine Einverständniserklärung unterzeichnen. Es folgen tägliche Kontrollen, PCR-Tests und eine koordinierte Quarantäne, um jedes Restrisiko auszuschließen.
Forderung nach Feldlazarett: Krankenhäuser schützen
Angesichts der drohenden Ankunft des Schiffes wächst die Sorge um die Sicherheit in den öffentlichen Krankenhäusern auf Teneriffa. Die Versammlung der Kanarischen Inseln hat in einem dringenden Brief an die Gesundheitsministerin der Inseln, Esther Monzón, den Bau eines Feldlazaretts gefordert.
Die Argumentation: Bei hochinfektiösen Viren gibt es kein „Nullrisiko“. Ein Feldlazarett würde es ermöglichen, mögliche Verdachtsfälle sofort und effektiv zu isolieren, ohne den regulären Krankenhausbetrieb zu gefährden oder andere Patienten einem Risiko auszusetzen. „Unnötige Verlegungen in öffentliche Krankenhäuser müssen unter allen Umständen vermieden werden“, warnt die Gesundheitsorganisation.
Internationales Ausmaß: Fälle in den Niederlanden und der Schweiz
Die Krise ist längst kein rein spanisches Problem mehr. Das erste Flugzeug mit infizierten Passagieren ist bereits in den Niederlanden gelandet. Zudem wurde ein Fall im Zusammenhang mit der MV Hondius in der Schweiz bestätigt. An Bord des Schiffes befinden sich aktuell noch fünf weitere Personen, die unter Verdacht stehen, Träger des Virus zu sein.
Die MV Hondius wird voraussichtlich am Sonntag im Hafen von Granadilla festmachen. Die kommenden 48 Stunden werden entscheidend sein, ob die strengen Protokolle ausreichen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern und die politische Lage zu beruhigen.
Wir berichten weiter über die aktuelle Entwicklung. – TF
Zusammenfassung der Fakten:
- Vorfall Gran Canaria: Flugzeugpanne verzögerte den Abtransport von zwei Infizierten in die Niederlande.
- Politik: Heftiger Streit zwischen Madrid (Ministerin García) und den Kanaren (Präsident Clavijo) über Informationspflichten.
- Status Quo Schiff: 14 Spanier an Bord sind symptomfrei; 5 weitere Verdachtsfälle werden überwacht.
- Nächstes Ziel: Hafen von Granadilla (Teneriffa), Ankunft geplant für Sonntag.
- Sicherheitsforderung: Bau eines Feldlazaretts zur Isolation gefordert.
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