Ein medizinischer Notfall auf dem Atlantik hält derzeit die Behörden in Atem: Das Expeditionsschiff MV Hondius steuert nach einem folgenschweren Ausbruch des Hantavirus die Kanarischen Inseln an. Drei Menschen sind bereits verstorben, mehrere Passagiere wurden evakuiert. Während die spanische Zentralregierung aus humanitären Gründen grünes Licht für das Anlegen gibt, regt sich auf dem Archipel massiver Widerstand. Ein politisches Tauziehen zwischen Madrid und Las Palmas ist entbrannt. Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, hat ein dringendes Treffen mit Pedro Sánchez gefordert, um die Überführung des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs MV Hondius nach den Inseln zu stoppen. Er begründete dies mit dem völligen Fehlen von Sicherheitsgarantien und technischen Informationen. Aus Brüssel aus hinterfragte Clavijo die Wahl des Archipels als Zielort anstelle der Rückführung der Passagiere von Kap Verde – wo das Schiff derzeit vor Anker liegt – und erklärte sich bereit, unverzüglich nach Madrid zu reisen, um die Krise zu bewältigen und die Bevölkerung der Kanarischen Inseln zu schützen.
Ankunft in drei bis vier Tagen: Wo wird die MV Hondius anlegen?
Die Entscheidung ist gefallen, doch die Unsicherheit bleibt. Nach einem offiziellen Ersuchen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die spanische Regierung unter Berufung auf internationales Seerecht entschieden, der MV Hondius die Einfahrt in einen spanischen Hafen zu gestatten. Das Schiff, das derzeit noch vor der Küste Kap Verdes liegt, wird voraussichtlich in drei bis vier Tagen die Gewässer der Kanarischen Inseln erreichen.
Bisher ist jedoch unklar, welches Ziel das Schiff genau ansteuern wird. Im Gespräch sind die beiden großen Hafenstädte Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife. Beide verfügen über die notwendige Infrastruktur, um medizinische Notfälle dieser Größenordnung zu bewältigen, doch die logistischen Vorbereitungen laufen hinter verschlossenen Türen auf Hochtouren.
Politischer Eklat: Madrid gegen die Kanarischen Inseln
Was als medizinische Krise begann, hat sich innerhalb weniger Stunden zu einer handfesten politischen Krise ausgeweitet. Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, macht aus seinem Unmut keinen Hehl. Aus Brüssel ließ er verlauten, dass das Schiff keinesfalls anlegen dürfe. Seine Forderung: Die Versorgung der Erkrankten solle an der aktuellen Position des Schiffes erfolgen, um jedes Risiko für die Bevölkerung der Inseln auszuschließen.
„Wir fordern die WHO auf, diese Entscheidung medizinisch und logistisch zu begründen“, so der Sprecher der kanarischen Regierung, Alfonso Cabello. Noch am Dienstagmorgen hieß es von Seiten der Regionalregierung, man gehe davon aus, dass das Schiff direkt Kurs auf die Niederlande nehmen würde.
Das Machtwort aus Madrid
Nur kurze Zeit später folgte das Machtwort aus dem spanischen Gesundheitsministerium. Ministerin Mónica García betonte die moralische und rechtliche Verpflichtung Spaniens. Die Kanarischen Inseln seien geografisch der nächstgelegene sichere Ort. Zudem befinden sich 14 spanische Staatsbürger an Bord, für deren Sicherheit der Staat garantieren müsse. Die betroffenen Spanier befinden sich derzeit in Isolation und zeigen glücklicherweise noch keine Symptome.
Die medizinische Lage: Drei Tote und dramatische Evakuierungen
Die Bilanz des Hantavirus-Ausbruchs auf der MV Hondius ist erschütternd. Drei Passagiere haben den Kampf gegen die Infektion bereits verloren. Die Lage an Bord bleibt angespannt:
- Südafrika: Ein Patient liegt dort auf einer Intensivstation, sein Zustand wird als stabil bezeichnet.
- Kap Verde: Drei weitere infizierte Personen werden derzeit per Ambulanzflug evakuiert. Zwei werden in die Niederlande und einer nach Deutschland geflogen.
- Schiffsarzt: Besonders tragisch ist der Zustand des Bordmediziners. Er schwebt in Lebensgefahr und soll in den kommenden Stunden direkt auf die Kanarischen Inseln ausgeflogen werden, noch bevor das Schiff den Hafen erreicht.
Warum lehnte Kap Verde das Schiff ab?
Die MV Hondius lag bereits mehrere Tage vor der Küste Kap Verdes. Doch die dortigen Behörden verweigerten die Ausschiffung. Die Begründung: Das nationale Gesundheitssystem sei nicht für den Umgang mit einem hochinfektiösen Virusausbruch dieser Art gerüstet. Die Angst vor einer unkontrollierten Ausbreitung auf dem afrikanischen Inselstaat war schlicht zu groß.
Das kanarische Gesundheitsministerium hingegen versichert, dass man auf alles vorbereitet sei. In enger Zusammenarbeit mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurde ein strenges Protokoll entwickelt. Sobald das Schiff anlegt, werden Passagiere und Besatzung unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen untersucht und direkt in ihre Herkunftsländer zurückgeführt. Ein Kontakt mit der lokalen Bevölkerung soll durch Sicherheitszonen komplett ausgeschlossen werden.
Was ist das Hantavirus und wie gefährlich ist es?
Hantaviren werden normalerweise durch Nagetiere (wie Mäuse oder Ratten) übertragen – entweder durch Bisse oder das Einatmen von Staub, der mit Exkrementen kontaminiert ist. Der aktuelle Fall auf der MV Hondius gibt Experten jedoch Rätsel auf.
Maria Van Kerkhove von der WHO erklärte, dass an Bord keine Nagetiere gefunden wurden. Die wahrscheinlichste Theorie ist, dass sich die Betroffenen bereits vor der Einschiffung in Südamerika infiziert haben. Das Schiff startete seine Reise in Argentinien, einer Region, in der die sogenannte Anden-Variante des Virus vorkommt.
Gefahr der Mensch-zu-Mensch-Übertragung?
Besonders besorgniserregend für die Virologen: Die Anden-Variante ist der einzige bekannte Hantavirus-Stamm, bei dem eine Übertragung von Mensch zu Mensch in begrenztem Maße möglich ist. Dennoch gibt die WHO Entwarnung für die breite Öffentlichkeit. Da die Inkubationszeit zwischen einer und sechs Wochen liegt, können Infektionen lange unentdeckt bleiben, aber das Risiko für Unbeteiligte außerhalb des Schiffes gilt als extrem gering.
Leben an Bord: Ein Reise-Influencer berichtet
Trotz der tragischen Todesfälle und der Quarantäne-Maßnahmen scheint die Stimmung unter den gesunden Passagieren gefasst zu sein. Der bekannte Reise-Influencer Jake Rosmarin befindet sich selbst auf dem Expeditionsschiff und teilt regelmäßig Updates in den sozialen Medien. Er berichtet von strengen Biosicherheitsregeln: Maskenpflicht, Abstandsregeln und ein Verbot von Versammlungen in geschlossenen Räumen bestimmen den Alltag.
„Den meisten von uns geht es gut. Wir vertrauen den Protokollen und hoffen auf eine schnelle Heimreise“, so Rosmarin in einem seiner Posts. Die MV Hondius gilt als eines der modernsten Expeditionsschiffe weltweit und ist technisch für schwierige Situationen ausgerüstet.
Fazit: Kanarische Inseln als „humanitärer Rettungsanker“
Die kommenden Tage werden zeigen, wie reibungslos die logistische Operation auf den Kanaren ablaufen wird. Trotz des politischen Streits steht fest: Die Kanarischen Inseln fungieren in diesem Fall als der notwendige humanitäre Rettungsanker im Atlantik. Das integrierte WHO-Netzwerk der kanarischen Krankenhäuser und das hochqualifizierte Personal sind bereit, die 14 Spanier und die weiteren Passagiere sicher in Empfang zu nehmen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Hantavirus-Ausbruch
Besteht eine Gefahr für Urlauber auf den Kanaren?
Nein. Laut WHO und den lokalen Behörden wird das Schiff in einer isolierten Zone anlegen. Es gibt keinen Kontakt zwischen Passagieren und der Bevölkerung oder Urlaubern vor Ort.
Wie wird das Hantavirus übertragen?
Meistens durch Kontakt mit Ausscheidungen von Nagetieren. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist extrem selten und bisher nur bei der Anden-Variante beobachtet worden.
Was passiert mit den 14 spanischen Passagieren?
Sie werden nach der Ankunft untersucht und bei Symptomfreiheit in häusliche Quarantäne oder in spezielle Überwachungszentren gebracht, bis die Inkubationszeit abgelaufen ist. – TF
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