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Sperrung der Guiniguada-Brücke (GC-3) auf Gran Canaria: Verkehrschaos im August

Pfusch am Bau ist der Grund...

Lesedauer 3 Minuten

Las Palmas – Autofahrer auf Gran Canaria müssen sich im kommenden Spätsommer auf erhebliche Verkehrsbehinderungen einstellen. Wie die Inselregierung (Cabildo de Gran Canaria) offiziell bekannt gab, werden beide Fahrbahnen der bekannten Guiniguada-Brücke auf der Autobahn der Hauptstadt (GC-3) im August komplett für den Verkehr gesperrt. Der Grund für die drastische Maßnahme ist ein schwerwiegender Baumangel aus der Vergangenheit: Bei der Errichtung der Brücke wurde schlichtweg vergessen, eine notwendige Abdichtung einzubauen. Dies muss nun eilig nachgeholt werden, um langfristige Schäden an der Infrastruktur zu verhindern.

Der Zeitplan: Wann wird welche Richtung gesperrt?

Um die Auswirkungen auf den täglichen Berufsverkehr so gering wie möglich zu halten, wurden die Arbeiten bewusst in den August gelegt. Dies ist statistisch gesehen der Monat mit dem geringsten Verkehrsaufkommen auf der Urlaubsinsel. Dennoch wird die Sperrung Tausende Pendler treffen. Die Bauarbeiten sind in zwei Phasen unterteilt:

  • Erste Augusthälfte (Woche 1 und 2): Die Brücke wird komplett in Richtung Norden gesperrt.
  • Zweite Augusthälfte (Woche 3 und 4): Die Sperrung wechselt auf die Gegenfahrbahn in Richtung Süden.

Der erste Vizepräsident und Inselrat für öffentliche Arbeiten, Augusto Hidalgo, betonte, dass dieser Schritt unumgänglich sei. Nur durch eine vollständige Sperrung der jeweiligen Brückendecks können die intensiven Sanierungsmaßnahmen rechtzeitig und sicher abgeschlossen werden.

Hier droht Stau: Die betroffenen Strecken und Tunnel

Die Schließung einer so zentralen Verkehrsader hat unweigerlich Auswirkungen auf das gesamte Straßennetz rund um Las Palmas. Verkehrssimulationen des Straßenbauamts zeigen bereits jetzt ein deutliches Bild. Autofahrer müssen auf alternative Routen ausweichen, was zu einer massiven Überlastung anderer Hauptstraßen führen wird.

Besonders betroffen ist die Avenida Marítima. Da der Verkehr von Norden nach Süden (und umgekehrt) umgeleitet werden muss, wird sich der Druck auf diese Küstenstraße extrem erhöhen. Laut den offiziellen Prognosen wird sich dies vor allem an den Ein- und Ausgängen der Julio-Luengo-Tunnel bemerkbar machen. Die Experten des Cabildo warnen, dass das Verkehrsaufkommen dort im August trotz Urlaubszeit so hoch sein wird wie an normalen, staureichen Werktagen im April oder November. Dies gilt insbesondere für die zweite Monatshälfte, wenn die südliche Fahrbahn dicht ist. Auch in den San-José-Tunneln wird mit einem erhöhten Verkehrsfluss gerechnet, wenn auch in etwas milderem Ausmaß.

Warum ist eine Vollsperrung notwendig?

Viele Autofahrer fragen sich, warum keine einspurige Verkehrsführung während der Bauarbeiten möglich ist. Hidalgo erklärte hierzu, dass die technischen Anforderungen extrem hoch sind. Der alte Asphalt muss zunächst vollständig und tief bis auf den nackten Beton abgefräst werden. Anschließend wird ein spezielles Asphaltnetz integriert. Um die neue Abdichtung final zu versiegeln, sind aufwendige Schweißarbeiten bei Tageslicht erforderlich. Um die Bauzeit insgesamt so kurz wie möglich zu halten, wird parallel dazu ein Teil der Pflasterarbeiten auf den Viadukten in den Nachtstunden durchgeführt.

Millionenstreit um die Kosten: Wer zahlt für den Pfusch?

Neben den Verkehrsbehinderungen sorgt das Projekt auch für politischen Zündstoff. Die Kosten für die aktuelle Abdichtung werden auf rund 2,2 Millionen Euro geschätzt. Da es sich hierbei eindeutig um einen Konstruktionsfehler beim ursprünglichen Bau handelt, fordert das Cabildo das Geld von der Regierung der Kanarischen Inseln zurück, die Eigentümerin der Straße ist.

Es ist nicht das erste Mal, dass diese Brücke teure Probleme bereitet. Bereits in der Vergangenheit mussten Notfallmaßnahmen ergriffen werden, weil Wasserlecks im Inneren des Viadukts die internen Spannvorrichtungen beschädigt hatten. Auch damals war die mangelhafte Wasserdichtigkeit die Ursache. Diese früheren Reparaturen kosteten über 11 Millionen Euro, die das Cabildo vorstrecken musste. Bis heute wartet die Inselregierung auf eine offizielle Zusage oder Rückzahlung der Gesamtsumme von mittlerweile über 13 Millionen Euro durch das regionale Ministerium für öffentliche Arbeiten. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
GC-3: Guiniguada-Brücke bestand wohl den Belastungstest, vom 25.05.2025

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