Infos Gran Canaria | Das Inselportal
NewsSonstiges

Nach Sturm Therese: Diese 6 Straßen auf Gran Canaria bleiben noch immer gesperrt

Betroffen waren zu Beginn 22 Straßen.

Lesedauer 3 Minuten

Gran Canaria – Der schwere Sturm Therese hat auf Gran Canaria deutliche Spuren in der Infrastruktur hinterlassen. Auch Wochen nach dem Unwetter laufen die Reparaturarbeiten an den Verkehrswegen der Urlaubsinsel auf Hochtouren. Der Inselrat (Cabildo de Gran Canaria) steht vor einer gewaltigen Aufgabe: Insgesamt 22 Straßen wurden durch Erdrutsche, Geröllmassen und gefährliche Unterspülungen stark beschädigt. Die gute Nachricht für Anwohner und Urlauber vorweg: Keine Ortschaft auf der Insel ist komplett von der Außenwelt abgeschnitten, und überall stehen alternative Transportmöglichkeiten bereit. Dennoch sind aktuell noch sechs betroffene Straßenabschnitte für den regulären Verkehr komplett gesperrt.

Ein historischer Kraftakt für den Inselrat

Augusto Hidalgo, der Erste Vizepräsident und Ratsvorsitzende für öffentliche Arbeiten des Inselrats, verschaffte sich am Freitag persönlich ein Bild von der Lage vor Ort. Bei einem Besuch der Baustelle an der Landstraße GC-421 im Bergdorf La Yedra de San Mateo betonte er das Ausmaß des Einsatzes. An dieser Stelle hatte ein massiver Erdrutsch aus Schlamm und Geröll die Fahrbahn komplett unpassierbar gemacht. Mittlerweile ist dieser Abschnitt zwar provisorisch wieder befahrbar, doch die Sicherungsarbeiten dauern weiterhin an.

Laut Hidalgo stellt die Beseitigung der Sturmschäden den „größten gleichzeitigen Arbeitseinsatz des Ministeriums für öffentliche Arbeiten aller Zeiten“ auf Gran Canaria dar. Um die Schäden so schnell wie möglich zu beheben, hat die Inselregierung ein Budget von insgesamt 13,4 Millionen Euro für Notfallreparaturen veranschlagt. Davon wurden bereits rund zwei Millionen Euro direkt investiert. Um die bürokratischen und logistischen Hürden zu meistern, wurden sämtliche Verträge innerhalb von nur 30 Tagen nach dem Durchzug von Sturm Therese unterzeichnet. Die gesamten Baumaßnahmen wurden in 18 separate Lose aufgeteilt und an verschiedene spezialisierte Bauunternehmen vergeben, um parallel an mehreren Orten gleichzeitig arbeiten zu können.

Diese sechs Straßen sind aktuell noch betroffen

Die Sperrungen konzentrieren sich vor allem auf das bergige Zentrum sowie auf wichtige Verbindungswege im Süden und Osten der Insel. Von den sechs gesperrten Straßen sind einige besonders für den Pendler- und Tourismusverkehr von großer Bedeutung. Folgende Strecken können derzeit nicht befahren werden:

  • GC-550 (Temisas-Straße): Diese stark frequentierte Route in der Gemeinde Agüimes weist von allen gesperrten Abschnitten die höchste Verkehrsdichte auf.
  • GC-400 (Ariñez-Straße): Eine wichtige Verbindungsstraße in der Region San Mateo.
  • GC-654 (Risco-Blanco-Straße): Gelegen in der beliebten Gemeinde San Bartolomé de Tirajana im Süden der Insel.
  • Zufahrt nach Tirma: Dieser stark betroffene Abzweig geht von der bekannten GC-200 (La-Aldea-Straße) ab.
  • GC-602 (Staudamm Ayagaures): Eine unbefestigte Piste mit sehr geringem Verkehrsaufkommen.
  • GC-604 (Staudamm Las Niñas): Ebenfalls eine unbefestigte Straße im Inselinneren, die kaum befahren wird.

Der Zeitplan: Wann öffnen die Straßen wieder?

Die Wiedereröffnung der betroffenen Routen wird schrittweise und gestaffelt über die Sommermonate erfolgen. Autofahrer müssen sich je nach Strecke auf unterschiedliche Wartezeiten einstellen. Die Reparatur der unbefestigten Wege sowie der stark unterspülten Abschnitte erweist sich als besonders komplex und kostspielig.

Als erster Meilenstein soll in gut einem Monat die wichtige GC-200-Abzweigung nach Tirma wieder für den Verkehr freigegeben werden. Ebenfalls noch im Laufe des Julis wird mit der Verkehrsfreigabe der Straße nach Risco Blanco (GC-654) gerechnet. Im darauffolgenden Monat, voraussichtlich Mitte August, sollen die Arbeiten an der Straße nach Ariñez (GC-400) so weit fortgeschritten sein, dass die Sperrung aufgehoben werden kann.

Geduld brauchen Autofahrer hingegen bei der vielbefahrenen Temisas-Straße (GC-550) sowie den beiden unbefestigten Wegen an den Staudämmen Ayagaures und Las Niñas (GC-602 und GC-604). Aufgrund der immensen baulichen Komplexität – insbesondere durch tiefgehende Unterspülungen des Straßenbetts – wird die Fertigstellung und Freigabe hier erst für Mitte September erwartet.

Freigabe bedeutet nicht das Ende der Baustellen

Hidalgo stellte zudem klar, dass die geplante Verkehrsfreigabe vor dem Ende des Sommers nicht mit dem endgültigen Abschluss aller Reparaturarbeiten gleichzusetzen ist. Sobald die Straßen wieder geöffnet sind, rollt zwar der Verkehr, die finalen Absicherungen, Hangbefestigungen und Asphaltierungsarbeiten werden jedoch noch einige Monate im Hintergrund andauern. Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer habe bei allen Maßnahmen oberste Priorität, weshalb einige Abschnitte erst nach absolut verlässlicher Stabilisierung freigegeben werden. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
Therese: 12 Straßen auf Gran Canaria werden noch Wochen oder gar Monate beschädigt bleiben, vom 02.04.2026
Sturm Therese richtete Schaden in Höhe von 28,5 Mio € an Gran Canarias Infrastruktur an!, vom 01.04.2026
Sturm Therese: Wasservorrat für fünf Jahre gesichert, vom 01.04.2026 inkl. weiterer Artikel zu Sturm Therese

Ähnliche Beiträge

Ungewöhnliche Neueröffnung der Billigtankstelle Petroprix nahe Playa del Inglés

Thomas F. InfosGC

Touristische Unternehmen wollen ggf. gegen Konzessionsverlängerung der Zementfabrik klagen

Thomas F. InfosGC

2 Motorräder sind auf der GC-550 frontal kollidiert, beide Fahrer schwer verletzt

Thomas F. InfosGC