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Alarm für die Wälder: Dieser gefährliche Wetter-Mix bedroht die Kanarischen Inseln

Die erhöhte Warnung gilt seit 13 Uhr.

Lesedauer 3 Minuten

Kanaren – Die Regierung der Kanarischen Inseln hat am Montag, dem 14. September (13:00 Uhr), offiziell den Waldbrand-Alarm für die westlichen Inseln sowie für Gran Canaria ausgerufen. Diese drastische Maßnahme ist die direkte Antwort auf eine gefährliche meteorologische Dreierkombination: Neben der akuten Brandgefahr gelten für den gesamten Archipel Vorwarnungen vor extremen Temperaturen und einem massiven Calima-Einbruch.

Ein gefährlicher Mix: Hitze, Trockenheit und Saharastaub

Die aktuellen Beschlüsse stützen sich auf die Daten der staatlichen Wetteragentur (AEMET) und greifen die Schutzmechanismen der kanarischen Notfallpläne INFOCA und PEFMA auf. Die Natur der Inseln sieht sich derzeit mit enormen Herausforderungen konfrontiert: Hohe Temperaturen paaren sich mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von unter 30 Prozent in den mittleren und hohen Lagen. Zusammen mit leichten bis mäßigen Winden entsteht ein meteorologisches Szenario, in dem ausgetrocknetes Pflanzenmaterial in der Natur zu hochexplosivem Brennstoff wird.

Die Thermometer klettern im mittleren Süden von Gran Canaria, Teneriffa und La Gomera auf 34 Grad Celsius und mehr. Auch auf den ohnehin etwas kühleren Inseln El Hierro und La Palma werden im Landesinneren Werte von über 30 Grad erwartet. Verschärft wird diese Hitzewelle durch den sogenannten Calima. Dieser Wettereffekt bringt extrem trockene und staubige Winde direkt aus der afrikanischen Sahara auf die Inseln, trübt die Luftqualität massiv und legt sich wie ein heißer Schleier über die empfindliche Vegetation.

Wo die Waldbrandgefahr aktuell am größten ist

Der Waldbrand-Alarm konzentriert sich auf die ökologisch sensibelsten Zonen des Archipels. Betroffen sind die kompletten Inseln El Hierro und La Gomera sowie die Westflanke von La Palma. Auf Teneriffa gilt die höchste Alarmbereitschaft für die Gipfelregionen sowie die mittleren Höhenlagen der Süd- und Westhänge. Auf Gran Canaria sind sämtliche Landschaftsgebiete oberhalb von 400 Metern in den Notfallplan eingeschlossen. Für die verbleibenden Gebiete auf La Palma, Teneriffa und Gran Canaria gilt vorerst eine Voralarmstufe, die von der Generaldirektion für Notfälle engmaschig überwacht und bei Bedarf angepasst wird.

Die Natur unter extremem Stress: Die Rolle der Kanarischen Kiefer

Wenn Hitze und der trockene Wüstenstaub des Calima die Wälder belasten, leidet das gesamte Ökosystem. Der feine Saharastaub verschlechtert nicht nur die Luftqualität und die Sichtweite drastisch, sondern legt sich auch auf die Flora, was die Pflanzen zusätzlich schwächen kann (Quelle: Holiday Rentals 365). Ein besonderes Augenmerk liegt bei der Brandprävention auf den weitläufigen Kiefernwäldern der Inseln. Die heimische Kanarische Kiefer (Pinus canariensis) ist zwar evolutionär hervorragend an Feuer angepasst und kann dank ihrer extrem dicken Rinde selbst nach schweren Bränden wieder frisch austreiben (Quelle: Teneriffa Inselmagazin). Doch ein unkontrollierter Flächenbrand würde das umgebende, weniger feuerresistente Unterholz und die dort lebenden, oft endemischen Tierarten gnadenlos zerstören.

Wichtige Verhaltensregeln für den Schutz von Wald und Gesundheit

Um eine Umweltkatastrophe zu verhindern, appellieren die Behörden an die Eigenverantwortung der Bevölkerung. Zur Vermeidung von Waldbränden ist es strengstens untersagt, brennende Zigarettenkippen, Streichhölzer oder Müll in die Natur zu werfen. Auch das Zünden von Feuerwerkskörpern oder Himmelslaternen ist in Risikogebieten, auf landwirtschaftlichen Flächen und in waldnahen Siedlungen absolut verboten. Lokale Zugangsbeschränkungen zu Waldgebieten und Arbeitsverbote in sensiblen Zonen müssen zwingend respektiert werden.

Auch die menschliche Gesundheit muss bei diesem Wetter-Extrem geschützt werden. Die Behörden raten dringend dazu, in den Mittagsstunden auf körperliche Anstrengung im Freien zu verzichten, ausreichend Wasser zu trinken und sich an kühlen Orten aufzuhalten. Alkohol sollte vermieden und stattdessen leichte Kost bevorzugt werden. Besonders ältere Menschen und Kinder benötigen jetzt erhöhte Aufmerksamkeit. Personen, die dauerhaft Medikamente einnehmen, sollten ärztlichen Rat einholen, falls diese die Temperaturregulierung des Körpers beeinflussen. Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wird geraten, wegen des Calima-Staubs Türen und Fenster geschlossen zu halten und Aufenthalte im Freien auf ein Minimum zu reduzieren. Autofahrer werden zudem gebeten, aufgrund der stark eingeschränkten Sicht das Licht einzuschalten und die Geschwindigkeit deutlich anzupassen. – TF

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