Preisverfall auf dem Gebrauchtwagenmarkt: Chinesische E-Autos verändern das Angebot
Der spanische Gebrauchtwagenmarkt erlebt eine spürbare preisliche Neuausrichtung. Im August fiel der durchschnittliche Preis für ein gebrauchtes Fahrzeug im Jahresvergleich um 4,7 Prozent auf 17.281 Euro. Zum Vergleich: Im gleichen Monat des Vorjahres 2025 lag der Durchschnittspreis noch bei 18.178 Euro. Dies geht aus aktuellen Erhebungen des Branchenverbandes Ganvam und des Fachportals coches.net hervor.
Haupttreiber dieser Entwicklung ist ein verändertes Marktangebot: Die massive Markteinführung neuer, konkurrenzfähig gepreister E-Modelle chinesischer Hersteller lenkt einen Teil der Nachfrage von Neuwagen direkt auf den Gebrauchtsektor um. Zudem verstärkt das veränderte Preisgefüge bei Neuwagen den Druck auf die Wiederverkaufswerte von Gebrauchtfahrzeugen.
Steigendes Suchinteresse trifft auf Kaufzurückhaltung
Aufgrund anhaltend hoher Kraftstoffpreise wächst das Interesse der Verbraucher an elektrifizierten Fahrzeugen kontinuierlich. Auf der Plattform coches.net stiegen die entsprechenden Suchanfragen im August um 13 Prozent gegenüber dem Vormonat Juli und verzeichneten einen Zuwachs von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Allerdings schlägt sich dieses hohe Interesse noch nicht in vollem Umfang in tatsächlichen Verkaufszahlen nieder. Branchenexperten führen dies vor allem auf zwei Faktoren zurück:
- Die begrenzte finanzielle Kaufkraft vieler Haushalte.
- Das Fehlen eines ausreichend konsolidierten Marktes für gebrauchte Elektrofahrzeuge.
Gleichzeitig drängen mehr als 40 neue elektrifizierte Modelle aus China auf den europäischen und spanischen Markt, was den allgemeinen Preisdruck weiter verstärkt.
Forderungen nach Kaufanreizen und Bestandserneuerung
Angesichts dieser Transformation fordern Ganvam und coches.net eine Überarbeitung der staatlichen Fördermittel. Unter anderem wird vorgeschlagen, finanzielle Anreize auf gebrauchte Elektro- und Hybridfahrzeuge mit einem Alter von bis zu drei oder fünf Jahren auszuweiten. Ergänzend dazu sollen gezielte Abwrackprogramme den Austausch sehr alter Fahrzeuge beschleunigen.
Die Notwendigkeit einer Verjüngung des Fuhrparks belegen die aktuellen Handelszahlen für August eindeutig:
- 57 Prozent aller verkauften Gebrauchtwagen waren älter als 10 Jahre.
- Diesel-Fahrzeuge machten 47 Prozent der Transaktionen aus.
- Benziner kamen auf einen Anteil von 36,3 Prozent.
- Elektrifizierte Fahrzeuge erreichten einen Anteil von 16,6 Prozent.
Die Modernisierung der Fahrzeugflotte verläuft dabei regional sehr unterschiedlich. Entscheidende Einflussfaktoren sind die Einrichtung lokaler Umweltzonen (Low Emission Zones), der Anteil von Miet- und Leasingflotten sowie die jeweilige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der einzelnen Regionen. – TF
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