Kanaren/Spanien – Der Urlaub auf vier Rädern boomt wie nie zuvor. Caravaning hat sich in den letzten Jahren von einem Nischenhobby zu einem echten Massenphänomen entwickelt. Immer mehr moderne Wohnmobile und kompakte Campingbusse prägen das Bild auf den Straßen, Campingplätzen und normalen Parkflächen. Doch genau diese Beliebtheit sorgte in der Vergangenheit oft für Frust: Viele Städte und Gemeinden versuchten, die großen Fahrzeuge aus den Innenstädten zu verdrängen. Damit ist jetzt Schluss. Eine fundamentale Änderung der Straßenverkehrsordnung sorgt nun für klare Verhältnisse und zwingt die Kommunen gesetzlich zum Einlenken.
Gleichberechtigung per Gesetz: Wohnmobile sind keine Autos zweiter Klasse
Die neuen, offiziell im Staatsanzeiger veröffentlichten Bestimmungen der spanischen Verkehrsbehörde (DGT) lassen keinen Spielraum für Grauzonen. Ab sofort gilt der rechtliche Zwang: Wohnmobile und Campingbusse dürfen unter exakt denselben Bedingungen auf innerstädtischen Straßen halten und parken wie jeder gewöhnliche Pkw auch. Mit dieser Neuregelung wurde eine langjährige und lautstarke Forderung der Caravanbranche sowie der gesamten Camper-Community erfüllt. Kommunen können Wohnmobile nun nicht mehr pauschal aufgrund ihrer Fahrzeugklasse von öffentlichen Parkflächen ausschließen.
Einschränkungen für Städte nur noch mit strenger Begründung
Um ein drohendes Chaos oder eine Überfüllung durch den Touristenansturm zu verhindern, hat die Verkehrsbehörde den Kommunen zwar gewisse Kontrollmechanismen zugestanden, diese jedoch an strenge Auflagen gekoppelt. Die Gemeinden sind ab jetzt gezwungen, jede Maßnahme sachlich zu rechtfertigen. Sie dürfen zwar:
- die maximale Parkdauer für Fahrzeuge begrenzen,
- allgemeine Parkgebühren festlegen,
- und klare Regeln definieren, welche Verstöße zum Abschleppen führen.
Der entscheidende Haken für die Städte: Alle diese Einschränkungen müssen nachweisbar für alle Fahrzeugtypen gleichermaßen gelten. Ein gezieltes Sonderverbot oder eine Diskriminierung ausschließlich gegen Wohnmobile ist damit illegal.
Die goldene Regel: Richtig parken statt verbotenem Camping
Damit der neu gewonnene Freiraum nicht zu Konflikten führt, nimmt das Gesetz die Camper gleichzeitig in die Pflicht. Das Parken im Stadtgebiet ist an strikte Verhaltensregeln gebunden, die den Unterschied zwischen einfachem Parken und illegalem Camping definieren. Konkret gilt:
Das Fahrzeug muss absolut innerhalb seiner eigenen Abmessungen abgestellt werden. Es darf kein Teil – wie etwa eine Markise, ausfahrbare Stufen oder Fenster – über die Fahrzeugumrisse hinausragen. Zudem muss das Wohnmobil ausschließlich auf seinen eigenen Reifen stehen; Stützfüße sind tabu. Zuletzt dürfen keinerlei Flüssigkeiten aus dem Inneren des Fahrzeugs nach außen austreten. Wer sich an diese Vorgaben hält, nutzt sein gutes Recht und kann die Stadt flexibel und ohne Angst vor Strafzetteln erkunden. – TF
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