Dertour

Experte: 20-30 Jahre lang schwere Stürme und Regen auf den Kanaren!

Bild Info: Horacio Dorta bei einem Vortrag 2011 der Vereinigung Cabañuelas und Astrometeorologie. Bild: Screenshoot Youtube

Kanarische Inseln – Für die kommenden 20-30 Jahre werden von Horacio Dorta, ein Experte für traditionelle Meteorologie, für die Kanaren schwere Stürme vorhergesagt. In einem Interview mit Efe begründet er seine Langzeitprognose. Am 30. August erscheint ein Buch von ihm, welches die Informationen der Wetterdaten seit dem 19. Jahrhundert bis heute beinhaltet, teils nur in mündlicher Überlieferung mitgeteilt. Darin steht auch, dass in den kommenden 20-30 Jahren schwere Zeiten auf die Kanaren zukommen, mit „schweren Regenfällen und Stürmen“.

Es ist ganz einfach, seiner Ansicht nach. Das kanarische Wetter folgt einem Zyklus und der Wechsel des Zyklus steht an. Von 1880-1910 gab es ebenfalls schwere Regenfälle und Stürme, dieser Zyklus wurde mit dem Vulkanausbruch auf Teneriffa 1909 beendet. Dann gab es ca. 40 Jahre lang einen „guten“ Zyklus, bis 1949 der Vulkan auf La Palma ausgebrochen ist. Dann gab es erneut schwere Unwetter und Stürme bis zum Jahr 1971, als wieder ein Vulkan auf La Palma ausbrach.

Von dort an gab es wieder einen guten Zyklus, der so langsam sein Ende finden wird, denn der Vulkanausbruch vor El Hierro sei das „Startsignal“ für den nächsten schlechten Zyklus gewesen. Zudem gibt die Natur Hinweise, wie Wolkenformen, Helligkeit der Sonne und des Mondes, die Windrichtungen, der Morgentau und auch das Aussehen von Regenbögen. Natürlich wird auch das Verhalten von Tieren und Pflanzen bei den traditionellen Methoden einbezogen.

Dorta gilt als Experte für die traditionellen Wettervorhersagen, die schon von den alten Matrosen für die Kanaren so erstellt wurden. Er ist Vorsitzender der spanischen Vereinigung Cabañuelas und Astrometeorologie.

Bei der traditionellen Wettervorhersage wird immer in der Nacht von Quartalswechsel zwischen 23:45 Uhr und 0:15 Uhr der Himmel sowie der Wind beobachtet. Ohne moderne Messinstrumente, nur mit Kompass und einem Stab mit einem Band daran befestigt. Am besten ohne Lichteinflüsse, also an einem sehr verdunkelten Ort. Sollte man einen Küstenabschnitt wählen, kann man auch das Meer beobachten. „Alles was man in der halben Stunde bemerkt, wird für die nächsten drei Monate gelten“, so Dorta. Bei der letzten Beobachtung stellte er Seltsames fest: „Keine Veränderung, alles in einer Einheit, das bedeutet kein Wind“. Das habe er noch nie gesehen.

Tatsächlich leiden wir alle derzeit unter einer recht windstillen Phase, ob die Vorhersage bis zum 21. September anhalten wird, bleibt abzuwarten. So sollte es laut Dorta zumindest sein. Auch können wir gespannt sein, ob die Langzeitprognose zutrifft und wir 20-30 Jahre lange schlechtes Wetter bekommen werden. Man kann dem Ganzen durchaus skeptisch entgegentreten, aber man sollte auch offen sein für die traditionellen Methoden, denn auch diese waren oft sehr genau… – TF

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