Untersuchungsergebnis: Unfall einer Fähre die in die Hafenmauer krachte ist aufgeklärt

Bild Info: Die Fähre Volcán de Tamasite krachte im April 2017 in die Hafenmauer und beschädigte eine Ölleitung, Menschen wurden nicht schwer verletzt. Bild: Screenshot Facebook-Video

Las Palmas – Die Untersuchungskommission, die den Unfall der Fähre Volcán de Tamasite mit einer Kaimauer aus dem April 2017 untersuchte kommt zu dem Entschluss, dass die Fähre bereits Monate vor dem Unfall mit einem defekten Motor unterwegs war. Dies ist eines der Ergebnisse der Untersuchung durch das CIAIM des Ministeriums für öffentliche Arbeiten. Die Steuerbord-Antriebswelle der Fähre machte schon monatelang Probleme, denn es „gab einige Ausfälle und Abfälle der Leistung und daraus resultierte das Absinken der Geschwindigkeit“.

Die Reederei Naviera Armas hatte ein Ersatzteil geordert und entschieden die Fähre mit einem Notsystem weiterfahren zu lassen. Kurz vor dem Unfall in Las Palmas hatte man das Ersatzteil bekommen und die Planung für den Austausch eben dieses Teils waren im Gange als der Unfall passierte. Da die Fähre nur mit einem Notsystem betrieben wurde, gab es einige Einschränkungen bei der Handhabung des Schiffes. Ebenso wurde bekannt, dass dieser Mangel nur der Reederei bekannt war, es wurde weder an die Schifffahrtsbehörden noch die Klassifikationsgesellschaft gemeldet.

Durch eine Verkettung von Ereignissen kam es letztendlich zu dem Unfall, der wohl nur deswegen passieren konnte, weil das Schiff auf einem Notsystem lief, welches nicht für den Dauerbetrieb gedacht ist, sondern, wie der Name schon sagt, ein Notsystem darstellt. Es soll einspringen, wenn das Hauptsystem ausfällt.

Der Auslöser dieser Ereignisse war wohl der Ausfall einer Batterie, die das Notsystem versorgen sollte. Diese Batterien halten in der Regel für etwa 10 Jahre, es gibt keinerlei Aufzeichnung vonseiten der Reederei, wann diese Batterie eingebaut wurde oder wann diese getauscht wurde. Die Experten gehen jedoch davon aus, dass „die Batterie etwa 13 Jahre alt“ gewesen sein muss.

Die Untersuchungskommission kommt auch zu dem Schluss, dass „das Personal ordnungsgemäß und mit den für die bevorstehende Kollision verfügbaren technischen und personellen Ressourcen so gut wie möglich reagiert hat“. Dass der Kapitän noch im Hafenbereich „volle Kraft“ anordnete, hat allerdings das „Risiko eines solchen Unfalls erhöht“.

Durch den Unfall wurden keine Personen schwer verletzt (13 leichte Verletzungen wurden registriert), das Schiff wurde nur leicht beschädigt, die Kaimauer hingegen erlitt einen größeren Schaden, dabei wurde auch eine Ölleitung beschädigt und das Hafenbecken kontaminierte mit Öl. Diese Verunreinigung hat etwa 2 Wochen an Arbeit gefordert, um diese zu beseitigen.

Die Reederei Naviera Armas entschied nach dem Unfall ein neues Kontrollverfahren für die Batterien einzuführen und tauschte alle defekten Teile in dem besagten Schiff aus. Zudem gab es eine neue Anordnung an die Kapitäne, keine volle Kraft mehr anzuordnen, solange die Schiffe noch in einem Radius von einer Seemeile außerhalb des Hafenbeckens sind.

Eine direkte Schuldzuweisung erfolgte durch die Expertenkommission nicht, jedoch liest man heraus, das einige Fehler auf der Seite der Fährgesellschaft dazu führten, dass ein solcher Unfall überhaupt möglich wurde. – TF

Weitere Artikel zum Thema:
In Las Palmas kracht eine Fähre in eine Kaimauer, 13 Verletzte und Treibstoff lief aus (inkl. Video), vom 22.04.2017

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