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Selbstständige in Spanien gehen am 30. November auf die Straße – man fordert gleiche Rechte (völlig zu Recht!)

Aber nicht nur Autónomos sollen an den Demos teilnehmen.

Lesedauer 3 Minuten

Gran Canaria/Spanien – Die Selbstständigen in Spanien haben so langsam aber sicher die Nase voll von der ungleichen Behandlung, im Vergleich zu Angestellten im Land. Aus diesem Grund finden landesweite Proteste und Demonstrationen am kommenden 30. November 2025 statt, auch auf Gran Canaria.

Im Kern geht es den Selbstständigen (Autónomos) darum, dass man ebenfalls unter „menschenwürdigen Arbeitsbedingungen“ arbeiten will. Der nationale Aktionstag steht nicht im Zusammenhang mit politischen Parteien oder Gewerkschaften. Er wird von einer privaten Organisation organisiert.

Demo auf Gran Canaria

In Las Palmas de Gran Canaria findet diese Demonstration am 30. November ab 10 Uhr statt. Der San-Telmo-Park ist der Ausgangspunkt, und ab dort geht es durch die Innenstadt, durch die Calle Triana und über den Plaza Santa Ana, bis zum Plaza de la Régime de la Métiens (Platz der Menschenrechte), wo das nationale Manifest der Selbstständigen verlesen wird.

Die Selbstständigen in Spanien prangern die ständig steigenden Kosten und Gebühren an. Auch den Mangel an vergleichbarer sozialer Absicherung wie für Angestellte, die erdrückende Bürokratie, die verzögerten Hilfen und Zahlungen, sowie das fortschreitende Verschwinden lokaler Unternehmen und der regionalen Wirtschaft. Darüber hinaus fordern sie die sofortige Umsetzung der IGIC-Befreiung auf den Kanaren (MwSt. der Kanarischen Inseln) für Umsätze unter 85.000 €, deren Umsetzung gemäß der europäischen Richtlinie noch immer aussteht.

Die Forderungen der Plattform konzentrieren sich auf fünf Kernpunkte: eine faire Überprüfung der Sozialabgaben – wo bis 2026 Erhöhungen von bis zu 2,5 % für Selbstständige angekündigt wurden; eine Senkung der Steuerlast durch ein progressives System; einen angemessenen sozialen Schutz bei Krankheitsurlaub, Renten- und Mutterschafts-/Vaterschaftsleistungen; die Unterstützung kleiner Unternehmen und des lokalen Unternehmertums sowie die Beseitigung bürokratischer Hindernisse, die die tägliche Tätigkeit behindern.

Die Organisatoren betonen, dass es ihnen nicht um Privilegien, sondern um Gerechtigkeit geht: „Wir sind es, die täglich unsere Geschäfte öffnen, den lokalen Handel am Leben erhalten und einen Großteil der Wirtschaft tragen. Ohne Selbstständige gibt es keine Zukunft“, heben sie hervor. Die Plattform ruft alle Bürgerinnen und Bürger, nicht nur die Selbstständigen, zur Teilnahme an der Mobilisierung auf und fordert sie auf, einen für die Wirtschaft Gran Canarias so wichtigen Sektor zu unterstützen.

Details zu der Demo in Las Palmas finden Sie HIER.

Und HIER gibt es eine WhatsApp-Gruppe, um Fahrgemeinschaften zu finden.

Die Selbstständigen haben völlig Recht!

Letztendlich kann man die Selbstständigen verstehen, wenn diese keinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub haben. Oder gar fallen gelassen werden vom Sozialstaat, wenn diese nach 15 Jahren das Geschäft schließen müssen, aber dann kein Ersatzarbeitslosengeld bekommen, weil man ggf. mal 1 oder 2 Monate zum Ende hin nicht mehr zahlen konnte. Genauso passiert es regelmäßig, und gerade aktuell werden die Autónomos brutal von der Sozialkasse angegangen, weil diese von Hunderttausenden Selbstständigen Corona-Hilfen zurückfordert, was viele gar nicht leisten können.

Auch ist es mehr als ungerecht, dass Selbstständige, die pro Jahr mal gerade 10.000 € in Rechnung stellen (Kleingewerbetreibende), alle Kosten voll tragen müssen, 20 % an Einkommensteuervorauszahlung leisten, 205 Euro monatlich in die Sozialkasse einzahlen und dann auch noch MwSt. abführen sollen. Bedeutet unter dem Strich mal gerade ein jährliches Einkommen aus Selbständigkeit von unter 5.000 Euro, weil der Staat so zulangt.

Wenn man sich nun noch vor Augen hält, dass in Spanien deutlich mehr Menschen selbstständig sind, als in Deutschland beispielsweise, dann weiß man um die prekäre Situation dieser Menschen Bescheid. – TF

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