Mogán – Die Sorge im beliebten Urlaubsort Puerto Rico im Süden von Gran Canaria wächst: Im bekannten Einkaufszentrum Europa in der Gemeinde Mogán schlagen Ladenbesitzer und Angestellte Alarm. Sie berichten von einer Zunahme des offenen Drogenhandels, von Aggressionen und der gezielten Belästigung von Urlauberinnen und Urlaubern. Was über Jahre hinweg als beliebter Treffpunkt für Familien und Touristen galt, gerät nach Angaben der lokalen Gewerbetreibenden zunehmend in ein negatives Licht.
Drogenverkauf vor den Augen der Urlaubsgäste
Die Situation im Einkaufszentrum Europa hat sich nach Aussage der Händler in den letzten Jahren schrittweise verschlechtert. Personen sprechen Vorbeigehende direkt an, um ihnen illegale Rauschmittel anzubieten. In den vergangenen Tagen aufgetauchte Videoaufnahmen zeigen, wie Angestellte eines Geschäfts vor Ort eigenhändig eingreifen mussten, um einen mutmaßlichen Drogenverkauf unmittelbar vor ihrer Ladentür zu unterbinden.
Mitarbeiter, die sich gegenüber dem regionalen Fernsehen äußerten, wollten aus begründeter Angst vor Repressalien ungenannt bleiben. Sie schildern jedoch übereinstimmend, dass der offene Straßenhandel mit Betäubungsmitteln das Sicherheitsgefühl der Passanten massiv beeinträchtigt und dem Ansehen der gesamten Urlaubsregion Puerto Rico nachhaltigen Schaden zufügt.
Eskalierende Aggressionen und Schäden im Einkaufskomplex
Die Befürchtungen der Betroffenen beschränken sich längst nicht mehr nur auf den reinen Betäubungsmittelhandel. Aus diversen Berichten der regionalen Nachrichtenportale geht hervor, dass sich im Umfeld des Einkaufszentrums eine Reihe von Vandalismus- und Kriminalitätsfällen gehäuft hat.
Zu den von betroffenen Anwohnern und Geschäftsleuten dokumentierten Vorfällen gehören unter anderem:
- Flucht von Gastronomiebesuchern: Bei einem Vorfall im April drang eine Person in ein Lokal ein, entwendete Alkohol und bedrohte das Personal. Die daraus resultierende Auseinandersetzung veranlasste rund 20 Gäste dazu, das Restaurant schlagartig zu verlassen.
- Sachbeschädigungen an Lokalen: Wiederholt wurden Glasfronten durch Steinwürfe zertrümmert und Flaschen im Bereich von Außenterrassen zerschlagen, was das Umfeld für Besucher gefährdet.
- Übergriffe auf Sicherheitspersonal: Nach einem Einschreiten gegen Verdächtige wurden die Reifen des privaten Fahrzeugs eines Sicherheitsmitarbeiters zerschnitten. Der Betroffene kündigte daraufhin aus Sorge um seine persönliche Sicherheit seine Stelle.
Sicherheitskräfte vor Ort, aber Unmut über Effektivität
Obwohl sowohl private Sicherheitsdienste als auch Polizeistreifen im Bereich des Einkaufszentrums im Einsatz sind, halten die Gewerbetreibenden das aktuelle Aufgebot für keineswegs ausreichend. Laut den Händlern weichen Tatverdächtige bei Eintreffen von Streifenwagen zwar kurzfristig aus, kehren jedoch unmittelbar nach dem Abrücken der Polizei wieder an ihre Standorte zurück.
Von Seiten der Behörden wird die Lage anders bewertet. Die Lokalpolizei von Mogán erklärt, dass in dem besagten Areal bereits seit längerer Zeit gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung des Drogenhandels durchgeführt würden. Zudem lägen der örtlichen Polizeibehörde bislang keine formalen Beschwerden vor.
Dieser Darstellung widersprechen die Geschäftsinhaber vehement. Sie betonen, dass sehr wohl formelle Anzeigen bei der Guardia Civil eingereicht wurden, um die Kriminalität im Einkaufszentrum aktenkundig zu machen. Dies bestätigt auch eine Berichterstattung von Radio Televisión Canaria (RTVC).
Tourismus und lokale Wirtschaft unter Druck
Die Gemeinde Mogán zählt zu den am stärksten frequentierten Tourismusgebieten auf Gran Canaria. Tausende Urlauber besuchen täglich die Strände, Restaurants und Einkaufszonen von Puerto Rico. Gewerbetreibende warnen davor, dass eine anhaltende Unsicherheit nicht nur die Existenz einzelner Geschäfte bedroht, sondern auch das Vertrauen der internationalen Gäste nachhaltig erschüttern könnte.
Die Betroffenen fordern daher ein dauerhaftes, präventives Polizeiaufgebot sowie ein konsequenteres Durchgreifen der Justiz- und Sicherheitsbehörden, um den geordneten Betrieb und den Schutz der Urlauber in Puerto Rico langfristig zu gewährleisten. – TF
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