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Nach jahrelanger Schließung und Rechtsstreit: Kult-Restaurant „La Cilla“ auf Gran Canaria wird für über eine Million Euro gerettet

Alle Details zur Zukunft!

Lesedauer 3 Minuten

Artenara – Es ist zweifellos einer der spektakulärsten Orte der gesamten Kanaren, doch seit geraumer Zeit stehen Besucher vor verschlossenen Türen. Das ikonische Restaurant und der dazugehörige Aussichtspunkt „La Cilla de Artenara“, berühmt für seinen atemberaubenden Blick über die Caldera de Tejeda, gleicht derzeit eher einem verlassenen Ort als einem gastronomischen Aushängeschild. Nun gibt es endlich gute Nachrichten: Der Inselrat von Gran Canaria (Cabildo) nimmt 1,05 Millionen Euro in die Hand, um dem symbolträchtigen Ausflugsziel neues Leben einzuhauchen. Bis zur lang ersehnten Neueröffnung wird jedoch noch viel Zeit vergehen, denn eine extrem lange Schließungszeit und juristische Altlasten wiegen schwer.

Jahrelanger Stillstand: Der zähe Kampf um die Schlüssel

Das größte Problem des einst so beliebten Lokals war nicht etwa mangelnde Kundschaft, sondern ein erbitterter juristischer Konflikt. Im Zentrum der beispiellosen Verzögerungen stand ein zäher Rechtsstreit, der die Entwicklung und Pflege des Standorts jahrelang blockierte. Bereits zu Beginn dieses Jahrzehnts war die Konzession für den Betrieb des Restaurants regulär ausgelaufen. Doch der damalige Pächter weigerte sich schlichtweg, die direkt neben dem Interpretationszentrum Risco Caído gelegenen Räumlichkeiten zu räumen.

Er pochte stur auf ein angebliches Recht zur Vertragsverlängerung. Seit dem Jahr 2022 versuchte der Inselrat vergeblich, den Pächter zur Akzeptanz des Vertragsendes zu bewegen und die Schlüssel friedlich zurückzuerhalten. Letztendlich musste der Cabildo den Fall vor Gericht bringen. Obwohl die Behörden das Verfahren zur Rückgewinnung des öffentlichen Eigentums gewannen, verzögerte sich die Übergabe durch die Einlegung immer neuer Berufungen massiv. Erst im vergangenen November konnte der Denkmalschutzdienst die Schlüssel endlich wieder in Empfang nehmen. Für die Öffentlichkeit ist das gesamte Gelände bereits seit vergangenem August komplett gesperrt – ein harter Schlag für den Tourismus in der Region und die lokale Gastronomie-Szene.

Über eine Million Euro für die dringend notwendige Komplettsanierung

Die jahrelange Hängepartie, der Leerstand und die fehlende Instandhaltung haben deutliche Spuren an dem einzigartigen Gebäude hinterlassen. Um das Restaurant „La Cilla“ wieder in ein echtes gastronomisches Juwel zu verwandeln, hat das Inselinstitut für Integriertes Management von Welterbe und Biosphärenreservaten nun ein umfassendes Sanierungsprojekt auf den Weg gebracht. Die massiven Bauarbeiten sollen in den Jahren 2026 und 2027 umgesetzt werden.

Die Mängelliste ist lang und erfordert einen tiefgreifenden Eingriff: Geplant sind umfangreiche Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten an den Fassaden sowie der komplette Austausch der alten Holzelemente. Die gesamte technische Infrastruktur muss auf den neuesten Stand gebracht werden. Das betrifft die Sanitär-, Wasser- und Elektroinstallationen ebenso wie moderne Lüftungs- und Brandschutzsysteme. Ein weiterer extrem wichtiger Punkt ist die professionelle Behandlung von Feuchtigkeitsschäden, die sich in den Felsen und Wänden während der langen Schließungszeit ausgebreitet haben. Auch der markante Zugangstunnel, der die Gäste in das Innere der Anlage führt, die legendäre Aussichtsterrasse und die Innenräume selbst werden im Zuge des Projekts vollständig modernisiert.

Neues gastronomisches Konzept: Erst 2027 können Gäste wieder den Ausblick genießen

Wer nun hofft, schon im nächsten Urlaub wieder bei einem guten kanarischen Gericht den Blick über die Bergwelt schweifen lassen zu können, braucht weiterhin viel Geduld. Die zwölfmonatigen Arbeiten werden demnächst ausgeschrieben, doch der eigentliche Baubeginn ist erst für den 1. Dezember 2026 angesetzt. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Maßnahmen am 30. November 2027 abgeschlossen sein.

Frühestens Ende nächsten Jahres wird der dem Gastgewerbe gewidmete Teil von „La Cilla“ also wiedereröffnen können. Zuvor muss nach dem Ende der Bauarbeiten ohnehin erst eine völlig neue Konzession für den Betrieb vergeben werden. Um in Zukunft flexibler aufgestellt zu sein und Schließungen wie in den letzten Jahren zu vermeiden, plant der Cabildo zudem eine strukturelle Änderung: Ein Teil der beeindruckenden Anlage soll künftig vom Institut für die Verwaltung des Welterbes als reiner Aussichtspunkt geführt werden – völlig unabhängig vom Restaurant und seiner Terrasse. So wird sichergestellt, dass dieses Highlight von Artenara künftig immer zugänglich bleibt. – TF

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